Marius Borg Høiby: Vater eines mutmaßlichen Opfers äußert "Wut"
Marius Borg Høiby (29) steht im anhaltenden Strafprozess in Oslo weiter unter Druck durch belastende Zeugenaussagen. Am neunten Verhandlungstag hat sich das Gericht heute weiterhin auf die dritte ihm vorgeworfene Vergewaltigung konzentriert. Ein Ermittler erläuterte die technischen Spuren auf Høibys Smartphone, auch ein Schlafforscher belastete den Angeklagten erneut. Der Vater des mutmaßlich dritten Vergewaltigungsopfers sorgte mit seiner emotionalen Aussage für Aufsehen.
"Sie stand unter Schock"
Der Mann schilderte, wie seine Tochter erst bei einer Polizeibefragung auf Basis von Videoaufnahmen von Høibys mutmaßlicher Tat erfuhr und ihm anschließend davon berichtete. "Sie rief mich an, wie sie es oft tut. Jetzt war es ernst. Ich begriff, dass etwas passiert war. Sie stand unter Schock." Nach dem Gespräch habe er gegenüber dem Angeklagten "große Wut" empfunden.
So zeigt sich das norwegische Königshaus auf Instagram:
Laut der norwegischen "VG" sagte er weiter: "Ich bin Vater. Wenn Marius einmal Vater wird, wird er sicherlich dasselbe seinen Kindern gegenüber empfinden. Das sind nicht nur schöne Gedanken." Er habe nie an der Aussage seiner Tochter gezweifelt, betonte er noch. Wie "Bild" schilderte, soll der Mann während seiner Äußerungen immer wieder den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) angesehen haben. Dieser kritzelte jedoch die meiste Zeit in seinem Notizblock.
Eine Freundin der Frau erklärte, der Sohn der Kronprinzessin habe in der besagten Nacht nicht nur Alkohol getrunken, sondern auch unter Drogeneinfluss gestanden: "Er hatte stark gerötete Augen und war ziemlich benebelt." Er habe wohl Ketamin genommen.
Marius soll Aufnahmen mit Verschlüsselungsapp versteckt haben
Zuvor hatte am Dienstagvormittag als erster Zeuge der Ermittler Stig Berg ausgesagt. Er erläuterte, dass Høiby am 24. März 2024 um 10:02 Uhr die Verschlüsselungsapp "Private Photo Vault" gekauft haben soll - rund zwei Stunden nach der mutmaßlichen Vergewaltigung. Damit habe er Foto- und Videomaterial auf seinem Smartphone verstecken wollen. Zum Zeitpunkt der Beweisaufnahme habe sie acht relevante Fotos und Videos enthalten sowie auch einen Screenshot des Snapchat-Benutzernamens des mutmaßlichen Opfers.
Schlafforscher hat Videos analysiert
Danach wurde erneut der Schlafexperte Dr. Ståle Pallesen befragt. Er hat die Videos analysiert, die auf dem Handy des 29-Jährigen gefunden wurden. "Auf diesen Videos wirkt sie unbeweglich" erklärte er zu den Aufnahmen vom 24. März 2024. Die Frau soll in der Nacht Schlaftabletten genommen haben. "Aufgrund ihrer Schläfrigkeit war sie nicht in der Lage zu verstehen, was geschah, und konnte sich daher auch nicht gegen die Aktion wehren."
Der Prozess gegen Marius Borg Høiby hat am 3. Februar in Oslo begonnen. Insgesamt umfasst die Anklage 38 Punkte, darunter vier Vorwürfe der Vergewaltigung nach norwegischem Recht. In drei Fällen soll es zu sexuellen Handlungen ohne Geschlechtsverkehr gekommen sein, in einem Fall zu Geschlechtsverkehr. Sämtliche mutmaßlichen Taten sollen sich laut Staatsanwaltschaft im Anschluss an zunächst einvernehmliche sexuelle Kontakte ereignet haben - meist nach starkem Alkoholkonsum, bei dem die betroffenen Frauen nicht mehr in der Lage gewesen sein sollen, sich zu wehren.