Königin Mette-Marit: So denken die Norweger wirklich über sie
Seit vergangenem Freitag steht Norwegen unter der Führung eines neuen Königspaares: Haakon VIII. (53) und Mette-Marit (53) haben die höchsten Ämter des Landes übernommen. Doch insbesondere bei der 53-Jährigen scheiden sich die Geister: Etwa 38 Prozent der norwegischen Bevölkerung hegen Zweifel daran, dass Mette-Marit die Rolle der Königin ausfüllen kann.
Dies belegt eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts InFact im Auftrag der Zeitung "Dagbladet". Auf die Frage nach Mette-Marits Eignung als Königin gaben demnach 23,5 Prozent "in sehr geringem Maße" an, weitere 14,3 Prozent antworteten mit "in geringem Maße".
Wie tief die Spaltung innerhalb der norwegischen Gesellschaft in dieser Frage reicht, verdeutlicht das andere Ende der Skala. Dort bescheinigen ihr 35,8 Prozent das Amt in großem oder sogar sehr großem Maße.
Rund 26,4 Prozent der Teilnehmenden legten sich hingegen nicht fest: 16,9 Prozent davon wählten die Option "weder in geringem noch in großem Maße", 9,5 Prozent entschieden sich für "weiß nicht".
Erhebung fand drei Tage nach dem Tod des Königs statt
Die Umfrage wurde am vergangenen Montag durchgeführt - per Telefoninterview mit 1.058 Personen über 18 Jahren. Die konkrete Fragestellung lautete: "In welchem Maße halten Sie Mette-Marit für geeignet für die Rolle der Königin?"
Die jüngste Nachricht rund um Mette-Marit konnte daher noch keinen Einfluss auf die Befragung nehmen: Am Dienstag musste sich die Königin infolge ihrer Lungentransplantation kurzfristig zur Überwachung in ein Krankenhaus begeben.
Beim Vertrauen zeigt sich ein klareres Bild
Eine zweite Erhebung richtete InFact an 1.043 Personen. Hier stand das Vertrauen in die Königin im Fokus. Das Ergebnis fiel eindeutiger aus: 40,3 Prozent äußerten geringes Vertrauen - davon 23,5 Prozent "sehr wenig" und 16,8 Prozent "wenig".
Vertrauen bringen der Monarchin derzeit 31,4 Prozent entgegen, wobei 12,6 Prozent von ihnen sehr großes und 18,8 Prozent großes Vertrauen angaben. Weder das eine noch das andere trifft auf 24,5 Prozent zu. 3,8 Prozent antworteten mit "weiß nicht".
Februar-Werte fielen deutlich schlechter aus
Dennoch bedeuten diese Zahlen für Mette-Marit eine Verbesserung. Bereits im Februar hatte das Analyseinstitut Norstat für "Dagbladet" und den Sender NRK eine vergleichbare Erhebung durchgeführt. Damals hielten 44 Prozent die damalige Kronprinzessin für ungeeignet als Königin, lediglich 22 Prozent sahen sie als geeignet an. 35 Prozent zeigten sich unentschlossen.
Noch deutlicher fiel seinerzeit das Urteil beim Vertrauen aus: 76 Prozent gaben an, ihr Vertrauen in Mette-Marit habe abgenommen. 23 Prozent sahen es unverändert, ein Prozent antwortete mit "weiß nicht".
Der Auslöser für den damaligen Vertrauensschwund liegt nahe: Anfang des Jahres wurden weitere Details zu Mette-Marits Verbindungen zum US-Unternehmer und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein publik. Den aktuellen Umfragen zufolge konnte sie seither wieder etwas Vertrauen zurückgewinnen.