Königin Camilla über Charles' Krebs: Emotionale Einblicke
Königin Camilla (79) gewährt erstmals Einblicke in die emotional aufwühlende Phase nach der Krebsdiagnose von König Charles III. (77). Der Buckingham-Palast veröffentlichte am Mittwoch einen siebenminütigen Film in Kooperation mit der Krebshilfeorganisation Maggie's auf YouTube. Anlass ist das 30-jährige Jubiläum der Einrichtung.
Im Gespräch mit Maggie's-Geschäftsführerin Dame Laura Lee blickt die Königin auf einen Termin zurück, der sie besonders bewegt hat. Ende Januar 2024 weihte sie das neue Zentrum am Royal Free Hospital in London ein. Zu diesem Zeitpunkt stand die Diagnose ihres Mannes bereits fest - öffentlich verkündet wurde sie jedoch erst am 5. Februar.
"Ich sehnte mich danach, es herauszulassen"
"Ich erinnere mich, dass ich zu Maggie's kam, kurz nachdem beim König die Diagnose gestellt worden war. Niemand konnte damals etwas sagen. Das war ziemlich schwierig", berichtet Camilla in dem Film. "Ich hätte beinahe etwas gesagt, aber ich hatte das Gefühl, es war nicht der richtige Zeitpunkt."
Auf die Frage von Laura Lee, wie viel Überwindung dieser Besuch gekostet haben müsse, erwidert die Königin: "Ich sehnte mich danach, es herauszulassen, aber natürlich konnte ich das nicht."
Von der Schirmherrin zur Betroffenen
Die Gespräche mit Erkrankten empfand sie an diesem Tag völlig anders als gewohnt. "Ich war fast dabei, sie auszufragen. Ich wollte nicht zu tief bohren", erzählt Camilla. "Normalerweise habe ich einfach mit ihnen geredet, aber ich weiß nicht, es fühlte sich viel tiefer an."
Die Königin schildert zudem den Wandel ihrer eigenen Position: "Es hatte sich zu Hause nie wirklich bemerkbar gemacht, und plötzlich wird bei Ihrem Mann die Diagnose gestellt, und Sie denken: 'Meine Güte, ich habe mit all diesen Leuten gesprochen, und jetzt bin ich diejenige, die meinen armen Mann pflegen und versuchen muss, das alles zu verstehen.'"
Charles ließ sich nicht bremsen
Zum Umgang ihres Mannes mit der Krankheit äußert sich Camilla so: "Seht euch meinen Mann an. Nichts hat ihn aufgehalten. Er sagte nur: 'Das ist mein Weg. Ich werde damit klarkommen.'" Bereits im April 2024, knapp drei Monate nach Therapiebeginn, kehrte Charles zu öffentlichen Auftritten zurück. Ende vergangenen Jahres gab er bekannt, dass seine Behandlung reduziert werde. Sie schlage weiterhin gut an.
Die Offenheit des Königs bezüglich seiner Erkrankung zeigt konkrete Auswirkungen. Bei Maggie's verzeichnete man laut Laura Lee einen Anstieg männlicher Besucher um zwölf Prozent. Viele kämen, "weil der König so offen über seine Diagnose spricht und trotzdem ein produktives Leben führt".
Königin setzt sich für Angehörigen-Angebote ein
Camilla fungiert seit 2008 als Präsidentin der Organisation, die 27 Zentren auf dem Gelände britischer NHS-Krankenhäuser betreibt. In dem Film macht sie sich besonders für Unterstützungsangebote für Angehörige und Männer stark, denen dieser Schritt schwerfällt. Ihr Wunsch: Jede Klinik sollte über ein solches Zentrum verfügen.
Dame Laura würdigte die Offenheit der Königin, die eine "völlig verständliche und natürliche Reaktion" als Ehefrau gezeigt habe. Gerade das verdeutliche, weshalb auch Familie und Freunde Unterstützung benötigen.