König Charles III. besucht Waldbrandgebiet in Schottland
König Charles III. (77) hat den Einsatzkräften seinen Dank ausgesprochen, die während des Sommers gegen die Waldbrände in Großbritannien ankämpften. Dafür reiste der britische Monarch am Mittwoch in die schottischen Cairngorms, wo im Juli ein gewaltiges Feuer ausgebrochen war. Bei dem Termin traf er auf Feuerwehrleute, freiwillige Helfer, Grundbesitzer sowie Gemeindevertreter, wie "The Independent" berichtet.
Beginnend am 15. Juli loderten die Flammen nahezu fünf Wochen lang im Gebiet Glenmore nahe Aviemore. Insgesamt 3.300 Hektar Land wurden durch das Feuer zerstört. Über 500 Feuerwehrleute beteiligten sich an den Löscharbeiten und unterstützten die Evakuierung von Wohngebäuden, Gewerbebetrieben, Campingplätzen sowie einem Skigebiet.
Mit Wanderstock durch die verbrannte Landschaft
Gegen elf Uhr morgens traf Charles in grauem Blazer und Chinos mit einem Land Rover ein. Einen Teil der Strecke durch das schwer zugängliche Waldgebiet bewältigte der König mithilfe eines Hirtenstabs. Sein Ziel: An Lochan Uaine, bei Besuchern als Green Lochan bekannt. Der See befindet sich mitten im Brandgebiet und wurde durch die Flammen erheblich beschädigt.
Am Seeufer warteten bereits Vertreter der schottischen Feuerwehr, der Nationalparkbehörde, der Vogelschutzorganisation RSPB, der Naturschutzbehörde NatureScot sowie Mitarbeiter lokaler Gutsbetriebe auf ihn. Charles ließ sich den Brandverlauf erklären und erkundigte sich nach dem Ausmaß der Schäden.
Der Monarch zeigt sich "erschüttert"
Auf Instagram veröffentlichte Charles später Bilder seines Besuchs. "Meine Frau und ich sind erschüttert über die verheerenden Auswirkungen der Waldbrände in diesem Sommer und die schreckliche Zerstörung, die sie an Häusern, Lebensgrundlagen und Landschaften angerichtet haben", lautete die begleitende Botschaft.
Allen, die in Großbritannien und weltweit unermüdlich sowie mutig gegen die Feuer gekämpft hätten, wolle er seine "Bewunderung und Anerkennung" aussprechen. Gleiches gelte für jene, die den betroffenen Gemeinden auf ihrem langen Weg zum Wiederaufbau beistünden.
Die globalen Brände der vergangenen Monate seien eine eindringliche Mahnung an den zunehmenden Druck durch den Klimawandel und ein Aufruf zum Handeln. "Es ist meine tief empfundene Hoffnung, dass sie weiterhin im Miteinander die Kraft finden, wieder aufzubauen", beendete der Monarch seine Botschaft an die betroffenen Gemeinden.
Bei seinem Besuch besiegelte Charles zudem eine neue transatlantische Partnerschaft: Die schottischen Highlands und der Shenandoah-Nationalpark in Virginia sind seit diesem Jahr offiziell verbunden. Zu diesem Anlass enthüllte der König einen Granitblock aus dem amerikanischen Nationalpark. Das Pendant dazu, ein Stein aus den Cairngorms, wurde bereits im April während seines Staatsbesuchs in den USA in Virginia aufgestellt. Die schottischen Berge und die Appalachen gehörten vor über 250 Millionen Jahren derselben Gebirgskette an, bevor sie auseinanderdrifteten.