Ex-Prinz Andrew: Polizei ermittelt wegen Royal Ascot
Gegen Andrew Mountbatten-Windsor (66) gibt es offenbar einen weiteren Verdachtsfall. Wie die "Sunday Times" berichtet, prüfen britische Ermittler einen Vorwurf aus dem Jahr 2002. Der jüngere Bruder von König Charles III. (77), dem nach seinen Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) der Prinzentitel entzogen wurde, soll sich beim prestigeträchtigen Royal-Ascot-Pferderennen einer Frau gegenüber unangemessen verhalten haben.
Ermittler der Thames Valley Police nehmen den mutmaßlichen Zwischenfall dem Bericht zufolge im Rahmen einer umfassenderen Untersuchung unter die Lupe. Gegen Andrew steht der Vorwurf des Amtsmissbrauchs im Raum, eine formelle Anklage wurde bislang nicht erhoben. In seiner damaligen Rolle als Handelsbeauftragter soll er möglicherweise vertrauliche Regierungsunterlagen an Epstein weitergegeben haben. Aus diesem Grund war der frühere Prinz im Februar bereits vorläufig in Gewahrsam genommen worden.
Befragungen von Schlüsselzeugen laufen
Nähere Einzelheiten zu dem mutmaßlichen Vorfall sind nicht bekannt. Ebenso bleibt unklar, ob die betroffene Frau den Fall seinerzeit zur Anzeige brachte oder erst kürzlich an die Behörden herantrat. Die Ermittler befragen dem Bericht zufolge derzeit zentrale Zeugen zu Andrews Tätigkeit als britischer Handelsgesandter. Darunter befinden sich demnach auch Vertreter des Königshauses.
Zudem sollen die Beamten Zugang zu Akten von Scotland Yard über Virginia Giuffre (1983-2025) erhalten haben. Diese hatte 2019 öffentlich erklärt, als Minderjährige von Epstein an Andrew vermittelt und von diesem wiederholt sexuell missbraucht worden zu sein. 2021 erhob sie in New York Zivilklage gegen den Royal, die 2022 durch einen außergerichtlichen Vergleich in mutmaßlicher Millionenhöhe beigelegt wurde. Andrew weist sämtliche Anschuldigungen zurück.
Vertreter der Thames Valley Police sollen erklärt haben, dass die Ermittlungen ein breiteres Spektrum möglicher Straftaten umfassen als zunächst bekannt. Neben sexuellem Fehlverhalten stehen auch Korruption und Betrug im Raum. All diese Vorwürfe könnten demnach zum Tatbestand des Amtsmissbrauchs hinzugerechnet werden, der Andrew zur Last gelegt wird. Am 19. Februar, seinem 66. Geburtstag, war er für mehrere Stunden festgenommen worden. Parallel führte die Polizei Durchsuchungen in Norfolk und Berkshire durch.
"Ich habe mit tiefster Besorgnis die Nachricht über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht des Amtsmissbrauchs erfahren", verlautete nach der Festnahme Andrews aus einem Statement des britischen Monarchen. Charles unterstrich, dass das Gesetz seinen Lauf nehmen müsse und die Krone den Ermittlern vollständige Unterstützung zusage.