Camilla trifft J.K. Rowling: Kritik wegen Pride Month-Timing
Die britische Königin Camilla (78) hat die "Harry Potter"-Schöpferin J.K. Rowling (60) im Palast von Holyroodhouse empfangen - und damit im Netz für erheblichen Wirbel gesorgt. Bei dem Zusammentreffen zum Start der schottischen Royal Week stand laut Buckingham Palace die Bedeutung des Lesens für Kinder im Mittelpunkt. Auf dem offiziellen Instagram-Account der Royal Family erschien ein Foto der beiden Frauen: Camilla in einem tiefblauen Kleid, Rowling in weißem Blazer.
Zur Bildunterschrift schrieb der Palast, beide teilten "eine gemeinsame Leidenschaft für Bücher und ein tiefes Engagement dafür, dass Kinder zum Vergnügen lesen". Außerdem hieß es: "Ihre Majestät und Frau Rowling sprachen darüber, wie wichtig es ist, jungen Menschen den Zugang zu Büchern zu ermöglichen, und über die entscheidende Rolle, die das Lesen dabei spielt, künftigen Generationen Türen zu öffnen."
Empörung: Foto erscheint ausgerechnet im Pride Month
Die Veröffentlichung des Bildes rief umgehend Kritik hervor. Rowling zählt seit Jahren zu den prominentesten Stimmen in der Kontroverse um Geschlechtsidentität. Kritiker beschuldigen sie der Transfeindlichkeit - ein Vorwurf, den die Autorin entschieden bestreitet. Dass der Palast das Foto ausgerechnet im Juni publik machte, dem internationalen Pride Month, stieß bei zahlreichen Nutzern auf Unverständnis.
In den Kommentaren wurde Camilla unter anderem als "erbärmlich" bezeichnet, Rowling als "Königin der Transphoben". "Und das auch noch während des Pride Month", empörte sich ein Nutzer, während ein anderer klarstellte: "Trans-Rechte sind Menschenrechte." Zugleich fanden sich auch Unterstützer. Einige verteidigten Rowling und betonten ihr Recht auf eine eigene Meinung.
Im Oktober 2023 hatte Rowling auf die Aussage "Trans-Frauen sind Frauen" öffentlich mit einem knappen "Nein" geantwortet. Damals erklärte sie, für ihre Überzeugungen notfalls ins Gefängnis zu gehen. Ihre Position führte zum Bruch mit ehemaligen "Harry Potter"-Weggefährten wie Daniel Radcliffe und Emma Watson, die sich öffentlich von ihr distanziert haben.
Camillas literarisches Engagement
Camilla fungiert als Schirmherrin verschiedener literarischer Organisationen. Während des Corona-Lockdowns gründete sie einen Instagram-Buchclub, aus dem später die Wohltätigkeitsorganisation "The Queen's Reading Room" entstand. Bereits 2023 hatte sie Autorinnen und Autoren ermutigt, sich nicht von jenen einschüchtern zu lassen, die "die Freiheit Ihres Ausdrucks einschränken" wollten - ein Appell im Kontext der überarbeiteten Neuauflagen von Kinderbuchautor Roald Dahl (1916-1990), der auch durch antisemitische Äußerungen auffiel.