Buckingham-Palast: Royals erhöhen Cybersicherheits-Budget
Das britische Königshaus gibt mittlerweile viel mehr für digitale Sicherheit aus als noch vor einer Dekade. Die Aufwendungen für IT-Dienste stiegen von 2,4 Millionen Pfund im Haushaltsjahr 2016/17 auf 5,6 Millionen Pfund für 2025/26, wie "The Independent" unter Berufung auf den aktuellen Sovereign-Grant-Bericht berichtet. Inflationsbereinigt entspricht das einem Zuwachs von 1,8 Millionen Pfund.
Die Mittel fließen in einen Bereich, den der Palast selbst als Problemzone identifiziert. In einer Übersicht für die Regierung räumte der Haushalt von König Charles (77) ein, dass die "veraltete" IT-Infrastruktur ausgetauscht werden müsse. Finanziert wird die Erneuerung aus dem Sovereign Grant - jener staatlichen Zuwendung für den Monarchen, den Hofstaat, Reisen und die Paläste. Sie beläuft sich aktuell auf 137,9 Millionen Pfund.
Neues Sicherheitszentrum eingerichtet
Die Royal Trustees begründen den Posten in ihrem Bericht für 2026 mit einer gewandelten Gefahrenlage. "Die Ausgaben spiegeln auch die zunehmende Bedeutung von Cybersicherheit wider, da sich die Bedrohungslandschaft weiterentwickelt hat", heißt es in dem Dokument.
Investiert habe das Königshaus insbesondere in ein eigenes Security Operations Centre sowie in die Standards des National Cyber Security Centre. Auf personeller Ebene wurden binnen drei Jahren ein Verantwortlicher für Informationssicherheit sowie zentrale Fachkräfte für ein separates Cybersicherheitsteam eingestellt.
Wie brisant die Situation ist, wurde im Oktober 2023 deutlich. Hacker griffen damals die offizielle Website royal.uk an und legten sie für rund eineinhalb Stunden lahm. Zu der Attacke bekannte sich die pro-russische Gruppierung KillNet, die bereits im November 2022 versucht haben will, die Internetpräsenz von Prinz William zu kapern.
Auch das Image der Königsfamilie gerät unter Beschuss. 2024 streute ein russisches Desinformationsnetzwerk Falschbehauptungen über die Royals. Auf gefälschten Nachrichtenseiten verbreitete sich etwa die Erzählung, Charles habe seinen Landsitz Highgrove House für 20 Millionen Pfund an Wolodymyr Selenskyj veräußert.