Britische Monarchie: Umfragewerte auf historischem Tiefstand
Das britische Königshaus erlebt einen Vertrauensverlust. Eine im März 2026 durchgeführte Ipsos-Umfrage offenbart einen historischen Negativrekord: Lediglich 55 Prozent der befragten Britinnen und Briten ab 18 Jahren möchten, dass ihr Land weiterhin eine Monarchie bleibt.
Negativrekord übertrifft bisherigen Tiefstwert von 2021
Seit 1993 erhebt das Marktforschungsinstitut Ipsos regelmäßig die Meinung der britischen Bevölkerung zur Staatsform. Obwohl sich bisher stets eine Mehrheit für das Königshaus aussprach, ist die Zustimmung nun auf einen nie dagewesenen Tiefpunkt gesunken: Gerade einmal 55 Prozent voten noch für die Monarchie. Der vorherige Negativrekord wurde im November 2021 mit 60 Prozent gemessen, der langjährige Durchschnitt liegt bei 71 Prozent. Das Unternehmen merkt allerdings an, dass die Erhebungsmethodik im Sommer 2025 angepasst wurde.
In der aktuellen Befragung sprechen sich 55 Prozent für die Monarchie aus, 27 Prozent favorisieren eine Republik und 18 Prozent bleiben unentschieden. Ipsos führt diese Entwicklung hauptsächlich auf die Einstellung jüngerer Generationen zurück. Unter den 18- bis 34-Jährigen befürworten nur 33 Prozent das Königshaus, während 45 Prozent eine Republik bevorzugen würden und 22 Prozent keine klare Position beziehen. Bei den 35- bis 54-Jährigen unterstützen 51 Prozent die Monarchie, 28 Prozent wünschen sich eine Republik und 21 Prozent zeigen sich unentschlossen. Deutlich königstreu präsentieren sich die Befragten ab 55 Jahren: 74 Prozent stehen hinter den Royals, nur 14 Prozent plädieren für eine Republik und 12 Prozent haben keine feste Meinung.
Charles und William überzeugen trotz Institutionskrise
Trotz des schwindenden Rückhalts für die Monarchie als Institution bewerten die Briten die Arbeit von König Charles III. (77) und Kronprinz William (44) überwiegend positiv. So äußern sich 60 Prozent zufrieden mit der Amtsführung des Königs, während 24 Prozent Kritik üben. Im Vergleich zu seiner verstorbenen Mutter schneidet Charles jedoch deutlich schwächer ab. Mit Queen Elizabeth II. (1926-2022) waren zwischen 1992 und 2022 durchschnittlich 79 Prozent der Befragten einverstanden.
Der Thronfolger genießt sogar höhere Zustimmungswerte als sein Vater. Lediglich 14 Prozent bewerten seine Arbeit negativ, während 71 Prozent ihm ein positives Zeugnis ausstellen. Auch bei der jüngeren Bevölkerung punktet William vergleichsweise gut. Von den 18- bis 34-Jährigen stehen ihm 47 Prozent wohlwollend gegenüber. In der Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen steigt dieser Wert auf 73 Prozent, bei den Menschen ab 55 Jahren erreicht er sogar 87 Prozent.