Beatrice & Eugenie: Wohnen auf Kosten von König Charles
Prinzessin Beatrice (37) und Prinzessin Eugenie (36) residieren seit nahezu zwei Jahrzehnten kostenfrei in königlichen Immobilien - obwohl beide einem Beruf nachgehen und vermögende Ehepartner haben. Das belegt laut "The Telegraph" ein Bericht des britischen National Audit Office (NAO), das die Wohnarrangements des Königshauses monatelang unter die Lupe genommen hat. Die Miete für die Töchter von Ex-Prinz Andrew (66) begleicht König Charles (77), obwohl weder Beatrice noch Eugenie offiziell für die Royal Family arbeiten.
Weshalb diese Regelung besteht, lässt der NAO-Bericht offen. Finanziell stehen beide Schwestern auf soliden Füßen: Beatrice ist mit dem Immobilienunternehmer Edoardo Mapelli Mozzi (42) verheiratet, Eugenie mit dem Marketingmanager Jack Brooksbank (40).
Knapp 20 Jahre im kostenlosen Appartement
Die Ursprünge dieser Vereinbarung reichen Jahre zurück. Beatrice war erst 19 und stand kurz vor ihrem Studienbeginn, als ihr eine großzügige Vier-Zimmer-Wohnung mit drei Bädern im St. James's Palace in London überlassen wurde - ohne Mietzahlung. Zusammen mit ihrer Schwester bewohnte sie die Räumlichkeiten bis 2012. Dann fiel die Entscheidung, dass die Schwestern fortan Miete entrichten sollten. Seinerzeit hieß es, ihr Vater Andrew werde die jährlichen Kosten von etwa 20.000 Pfund tragen - deutlich unter dem Marktwert. Beatrice pendelt seitdem zwischen dem Londoner Palastappartement und einem Landsitz in den Cotswolds.
Eugenie bezog 2018 gemeinsam mit ihrem damaligen Verlobten Jack Brooksbank das Ivy Cottage auf dem Gelände des Kensington-Palastes. Das Paar, mittlerweile Eltern zweier Söhne, wechselt zwischen dem Cottage und einer Villa in Portugal.
Veraltete Immobilienbewertungen als Grundlage
Der NAO-Bericht deckte außerdem auf, dass die Mieten der Schwestern jahrelang auf überholten Immobilienbewertungen beruhten. Die Haushaltsrichtlinien des Königshauses sehen für nicht-arbeitende Royals eigentlich eine Miete von 60 Prozent des marktüblichen Preises vor. Dennoch basierte Eugenies Miete bis in dieses Jahr auf einer Bewertung von 2018, jene von Beatrice auf einer Einschätzung aus dem Jahr 2020.
Diese Praxis geht auf Queen Elizabeth II. (1926-2022) zurück, die den Schwestern vergünstigte Wohnkonditionen gewährt hatte. Laut informierten Kreisen würden finanzielle Angelegenheiten des Königshauses jedoch kontinuierlich überprüft.
Politiker üben scharfe Kritik
Weitere Erkenntnisse des Berichts stoßen auf politischen Widerstand. Norman Baker, ehemaliger Minister der Liberal Democrats, nannte die Untermietpraktiken rund um Andrew Mountbatten-Windsors Anwesen Royal Lodge - er durfte drei von acht Gebäuden auf dem Gelände untervermieten - als "ungeheuerlich". Zu Beatrice und Eugenie äußerte Baker: Es sei inakzeptabel, dass nicht-arbeitende Mitglieder der Royal Family "vom Herzogtum Lancaster finanziell unterstützt werden. Die Royal Family nimmt die Öffentlichkeit mal wieder vollständig auf den Arm", so Baker laut "The Telegraph".
Die Ergebnisse bilden nun die Basis für eine Untersuchung des Parlamentarischen Rechnungsausschusses (Public Accounts Committee) zum Royal-Lodge-Mietvertrag von Andrew Mountbatten-Windsor. Der Crown Estate begrüßte den NAO-Bericht in einer Stellungnahme und betonte, sämtliche Mietverträge mit Mitgliedern der Royal Family seien "auf Grundlage unabhängiger, professioneller Beratung und Marktwertschätzungen" geschlossen worden. Der Buckingham-Palast erklärte, man sei dem National Audit Office "für diesen Bericht dankbar", der mit dem Transparenz-Engagement des Königshauses übereinstimme.
Der Bericht wirft auch ein Licht auf die Wohnsituationen anderer Royals. Während Prinz William und Prinzessin Kate für ihr neues Domizil Forest Lodge in Windsor jährlich 307.200 Pfund zahlen, verhält es sich bei Prinz und Prinzessin Michael von Kent anders. Das Paar, 83 und 81 Jahre alt, bewohnt Appartement 10 im Kensington Palast, wobei auch ihre Miete König Charles übernimmt. Bereits 2002 wurden die Kents öffentlich als "Rent-a-Kents" verspottet, nachdem bekannt wurde, dass sie damals lediglich 69 Pfund wöchentlich zahlten. Queen Elizabeth II. übernahm schließlich eine kommerzielle Jahresmiete von 120.000 Pfund für sie - eine Praxis, die Charles nach ihrem Tod 2022 fortsetzte.