Andrew: City of London plant Entzug der Ehrenbürgerschaft
Die City of London Corporation strebt an, Andrew Mountbatten-Windsor (66) eine seiner wenigen verbliebenen Auszeichnungen zu entziehen. Die Verwaltung des Londoner Finanzdistrikts erarbeitet nach eigener Auskunft ein Verfahren, das die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft "Freedom of the City of London" erst ermöglichen soll. Eine entsprechende rechtliche Grundlage existiert bislang nicht. Das berichtet unter anderem "The Standard".
"Wir entwickeln ein Verfahren, das es erlauben würde, die 'Freedom of the City of London' dort zu entziehen, wo es angemessen ist, nachdem wir festgestellt haben, dass es derzeit keinen wirksamen rechtlichen Mechanismus dafür gibt", erklärte ein Sprecher der Corporation.
Sollten die gewählten Mitglieder das neue Verfahren billigen, würden sie im Anschluss darüber abstimmen, ob dem Bruder von König Charles III. (77) die Auszeichnung aberkannt wird. Die Gedanken der Behörde seien nach wie vor bei den Opfern und Überlebenden von Jeffrey Epstein (1953-2019), hieß es weiter.
Bereits im Mai öffentlich gerügt
Seit Monaten wächst der Druck auf die Behörde. Im Mai beschloss der Court of Common Council eine Rüge, in der von "tiefer Enttäuschung" darüber die Rede war, dass Andrew seine Ehrenbürgerschaft trotz entsprechender Bitte nicht zurückgegeben habe.
Gleichzeitig stellte das höchste Entscheidungsgremium klar, dass ihm die Handhabe fehle: Die "Freedom" sei weder Ehrung noch Amt, sondern ein Eigentumsrecht, das durch nationales Recht sowie die Europäische Menschenrechtskonvention geschützt werde.
Zu diesem Bürgerrecht gelangte Andrew im Übrigen ohne eigenes Zutun. Er erbte es über seinen Vater Prinz Philip (1921-2021). Die Tradition selbst reicht bis ins Jahr 1237 zurück. Ursprünglich berechtigte die "Freedom" ihre Empfänger, in der City ein Gewerbe zu betreiben. Heute wird sie auch für Verdienste um London oder besondere Leistungen verliehen.
Ohne Titel steht Andrew bereits da. König Charles hatte seinem Bruder Ende vergangenen Jahres Titel, Anrede und Auszeichnungen entzogen, nachdem neue Details über dessen Verbindung zu Jeffrey Epstein ans Licht gekommen waren. Weder Prinz noch Herzog von York darf er sich seitdem nennen.