Thomas Tuchel will Englands Hymne im WM-Finale mitsingen
Thomas Tuchel (52) hat ein Versprechen abgegeben: Sollte England bei der Weltmeisterschaft bis ins Endspiel am 19. Juli vordringen, will der deutsche Nationaltrainer der Three Lions die englische Hymne "God Save The King" nun doch mitsingen. Das kündigte der 52-Jährige laut der britischen Zeitung "The Sun" an, kurz bevor er mit seinem 26-köpfigen Aufgebot nach Dallas reiste.
Bei den bisherigen Länderspielen hatte Tuchel während der Hymne stets geschwiegen. Ob er das vor dem WM-Auftakt gegen Kroatien im rund 80.000 Zuschauer fassenden AT&T Stadium im texanischen Arlington ändern werde, verneinte er zunächst. "Noch nicht. Ich glaube, so weit sind wir noch nicht", sagte Tuchel der "The Sun" zufolge. "Ganz am Ende vielleicht. Ich bin noch ein bisschen schüchtern. Ich will niemanden vor den Kopf stoßen und den Fokus jetzt nicht darauf lenken." Den Text der Hymne kenne er ohnehin: "So schwer ist das nicht", scherzte er.
Warum er bislang schweigt
Den Grund für seine Zurückhaltung hatte Tuchel bereits im März 2025 dargelegt. Bei seiner ersten Kadernominierung als England-Coach - damals für die WM-Qualifikationsspiele gegen Albanien und Lettland - wurde er gefragt, ob er die Hymne anstimmen werde. Seine Antwort laut "Bild": "Ich denke, dass es nicht einfach eine Selbstverständlichkeit ist. Man kann es nicht einfach singen. Deshalb habe ich beschlossen, dass ich sie in meinen ersten Spielen nicht singen werde."
Der frühere Bayern-Trainer betonte: "Sie [die Hymne, Anm. d. Red.] bedeutet mir sehr viel, das kann ich Ihnen versichern, aber ich spüre, dass ich mir das Recht, sie zu singen, erst verdienen muss, weil sie so bedeutungsvoll, emotional und kraftvoll ist." Zuerst müsse er tiefer in die englische Kultur eintauchen und sich diesen Schritt durch gute Leistungen erarbeiten - so weit, "damit jeder denkt: 'Er sollte sie jetzt singen, er ist einer von uns, er ist der englische Manager, er sollte sie singen.'"
Seltene Geste unter ausländischen Coaches
Mit seinem Schweigen steht Tuchel nicht allein da. Der einzige ausländische England-Trainer, der die Hymne je mitsang, war "The Sun" zufolge der Schwede Sven-Göran Eriksson - wobei er mit dem Text gekämpft haben soll. Der Italiener Fabio Capello verharrte bei der WM 2010 in Südafrika in Schweigen, ehe England im Achtelfinale mit 1:4 an Deutschland scheiterte. Beim laufenden Turnier singt der Engländer Graham Potter als Schwedens Coach die dortige Hymne mit, während der argentinische USA-Trainer Mauricio Pochettino beim "Star-Spangled Banner" stumm bleibt.