Kanye West möchte die Master-Tapes seiner eigenen Songs von Sony und Universal zurückfordern, doch die Labels stellen sich quer. Seinen Unmut äußerte der Rapper in einer unvergesslichen Aktion: Er warf einen seiner 21 Grammys…
Kanye West möchte die Master-Tapes seiner eigenen Songs von Sony und Universal zurückfordern, doch die Labels stellen sich quer. Seinen Unmut äußerte der Rapper in einer unvergesslichen Aktion: Er warf einen seiner 21 Grammys…
...ins Klo und urinierte auf die wertvolle Auszeichnung. “Ich werde keine Musik mehr veröffentlichen, bis ich aus meinem Vertrag bei Sony und Universal raus bin”, kommentierte er seinen auf Video festgehaltenen Pinkelprotest auf Twitter.
Kesha zog vor Gericht, um aus ihrem Vertrag mit Sony entlassen zu werden, nachdem ihr Producer, Dr. Luke, sie angeblich sexuell missbraucht hatte. Ihre Klage hatte keinen Erfolg...
...und ihre Plattenfirma wollte nur weiter mit ihr zusammenarbeiten, wenn sie die Vorwürfe widerruft, sie andernfalls aber auch nicht aus dem Vertrag entlassen. Gefangen in ihrem Vertrag konnte sie daraufhin jahrelang keine neue Musik veröffentlichen.
Die Backstreet Boys verklagten ihre Plattenfirma, weil sie Nick Carters Soloalbum und die Backstreet Boys vernachlässigten sowie ihnen angeblich nicht erlaubten...
.. in ihrem eigenen Tempo ihr nächstes Album zu veröffentlichen und somit ihre Einnahmen schmälerte. Wegen Vertragsbruchs forderten sie einen hohen Millionenbetrag.
Jahrelang stritt sich Prince mit Warner Bros., bei denen er einen 100-Millionen-Dollar-Deal unterschrieben hatte, über seine künstlerische Freiheit. Er wollte seine Master-Tapes behalten, und neue Musik veröffentlichen können, wann immer er wollte. Er schrieb sich aus Protest gegen seinen Vertrag das Wort 'Slave' (Sklave) ins Gesicht und änderte sogar seinen Namen. Man einigte sich schließlich außergerichtlich.
Dr Dre hatte seinen Vertrag 1992 unterzeichnet, doch als die Technik und das Internet Jahre später die Musikindustrie umzukrempeln begannen und seine Plattenfirma sein Album 'The Chronic' digital veröffentlichte, zog der Musiker vor Gericht, um ein deutlich größeren Anteil an den Erlösen zu erstreiten – mit Erfolg.
Courtney Love und Universal hielten die Gerichte in Atem, denn erst wollte die Plattenfirma fünf Alben von der Musikerin einklagen, die sie angeblich hätte aufnehmen sollen. Courtney konterte mit einer Gegenklage, weil sie mit ihrer Band Hole nur einen winzigen Anteil am Gewinn ausgezahlt bekam.
LL Cool J gehörte zu den ersten Stars von Def Jam, klagte aber gegen das Label, weil er fand, dass sein Album nicht genügend beworben wurde. Deshalb forderte er Radiostationen auf, seine Songs nicht zu spielen. Der damalige Labelchef Jay-Z bestritt diese Vorwürfe.
George Michael verklagte 1992 Sony, weil er fand, dass seine künstlerische Freiheit zu sehr eingeschränkt war. Das Label würde ihn “wie ein Stück Software” behandeln, klagte er. Er verlor den Gerichtsstreit, den er später bereute, weil er fünf Jahre lang seine Karriere ausbremste.
Auch der King of Pop fühlte sich nicht ausreichend von seinem Label vertreten. Sein Album 'Invincible' aus dem Jahre 2001, welches sein letztes Studio-Album werden sollte, sei kaum beworben worden, klagte Michael Jackson. Der Sänger weitete...
...seine Kritik später auf die Plattenindustrie generell aus und bezichtigte die Branche des Rassismus: Die Labels würden sich gegen die Künstler verschwören, von ihnen stehlen und sie betrügen - das sei ganz besonders bei schwarzen Musikern der Fall.
Joss Stone war erst 15 Jahre alt, als sie bei EMI unterschrieb. Mit 'The Soul Sessions' lieferte sie ein Hitalbum ab, aber ihr gefiel nicht, wie das Label ihre Karriere lenken wollte. Vor Gericht zog sie nicht, aber sie bot den Bossen sogar Millionen, um aus dem Vertrag zu kommen. Knapp 8 Millionen Euro ließ sie sich ihre Freiheit kosten.