Entlastung für ihr Umfeld: Nina Ruge hat ihr Testament gemacht
Nina Ruge, die im August ihren 70. Geburtstag gefeiert hat, blickt "realistisch und optimistisch" auf ihre Zukunft, wie sie im Interview mit spot on news erzählt. "In mir laufen natürlich dieselben Alterungsprozesse - in meinen Zellen, Organen, in meinem Stoffwechsel - wie in uns allen. Doch wir haben heute schon recht gute Möglichkeiten, manches, was schiefläuft, früh zu erkennen und dem zu begegnen", so die Expertin und Autorin für gesundes Altern. Ihren runden Geburtstag verbrachte sie im kleinen Kreis mit ihrem Ehemann Wolfgang Reitzle (77). "Ich mag nicht groß feiern", sagt sie.
Das schönste Geschenk an ihrem Ehrentag sei "ein wunderbares Video von meinen engsten Freunden" gewesen - "über die Kraft unserer Freundschaft". Wie wichtig solche Beziehungen gerade im Alter sind, betont Ruge auch mit Blick auf die Gesundheit: "Freundschaft, soziale Beziehungen treten als 'Faktor' für ein gesundes, langes Leben mehr und mehr in den Vordergrund." Einsamkeit sei eine Pandemie, vor allem in Großstädten, und könne "Depression, Demenz und weitere Alterskrankheiten triggern". Freundschaft, Beziehungen und Liebe seien deshalb "enorm wichtig für ein gesundes, langes Leben".
"Das entlastet die Menschen in meinem Umfeld"
Wenn es um die Gesundheit ihrer Freunde geht, hält sich Ruge mit Ratschlägen allerdings zurück. "'Bitte keine ungebetenen Ratschläge!' Diesen Reflex kenne ich selber sehr gut", sagt sie. "Wenn mir etwas an lieben Freunden auffällt, das eventuell ein Zeichen für ein gesundheitliches Risiko sein könnte - dann spreche ich das sehr zart an. Wenn keine Reaktion kommt, dann fasse ich nicht nach."
Mit dem eigenen Älterwerden und der Endlichkeit des Lebens beschäftigt sich die 70-Jährige ebenso bewusst. In ihrem Buch "Alles wird gut, aber nicht von alleine" (Gräfe und Unzer, 18. August 2026), in dem sie 70 Erkenntnisse für ein gesundes Leben vorstellt, schreibt sie: "Akzeptiere tief im Inneren, dass du sterben wirst. Freunde dich an mit dem Altern, freunde dich an mit dem Tod." Für den eigenen Todesfall hat Ruge bereits Vorkehrungen getroffen, wie sie spot on news verrät: "Ich habe eine Patientenverfügung und eine Betreuungsvollmacht und ein Testament. Das entlastet die Menschen in meinem Umfeld!"
Bekannt wurde Nina Ruge als langjährige Moderatorin von "Leute heute". Damals kam sie zeitweise mit nur vier bis fünf Stunden Schlaf aus. Spätfolgen dieses Lebensstils spürt sie nach eigenen Angaben jedoch "überhaupt nicht". "Unsere körperliche Resilienz ist enorm. Wie es aussieht, habe ich sie nicht überstrapaziert. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich allerdings die Toleranz unseres Körpers. Das spüre ich und nehme auch Rücksicht."
Nicht jeden Trend aus der boomenden Longevity-Branche hält die Expertin allerdings für sinnvoll. Verzichten könne man ihrer Ansicht nach etwa auf "so einiges an Infusionen: Peptide, NAD+, Aminosäuren." Ruge, die mit "staYoung" auch einen eigenen Longevity-Podcast betreibt, hat einen deutlich einfacheren Rat: "Lieber frische Luft tanken!"
Neue Buchreihe über Prävention
Mit der Frage, wie sich Alterungsprozesse verlangsamen und Krankheiten vorbeugen lassen, beschäftigt sich Nina Ruge seit vielen Jahren. Nun ist der erste Band der von ihr herausgegebenen Buchreihe "The Power of Prevention" (staYoung und GU) erschienen. Ihre Begeisterung für das Thema begann bereits um die Jahrtausendwende, als sie sich intensiver mit der Forschung zur Zellbiologie des Alterns auseinandersetzte. "Eigentlich ein gruselig frustrierendes Sammelsurium an Abbauprozessen, aus dem Ruder laufenden Steuerungsprozessen und trudelnden Reparatursystemen", erinnert sie sich. "Doch mit wachsendem Wissen wuchs die Hoffnung, eingreifen zu können, Alterungsprozesse verlangsamen zu können! Mir wurde schnell klar: Das ist ein hoch komplexes Feld - das uns hoffen lässt!"
Die Reihe "Power of Prevention" spiegele in erster Linie eines, erklärt sie: "Die Explosion des Wissens und damit verbunden der Möglichkeiten, heute schon sehr viel tun zu können, um Alterungsprozesse zu verlangsamen und vor allem, Alterskrankheiten zu vermeiden. Und weil wir heute so viel wissen, macht es sehr viel Sinn, die starken Inhalte in übersichtliche Portionen zu gliedern und diese von Top-Experten verständlich erläutern zu lassen."
Der erste Band "Hormonersatztherapie" ist am 18. September erschienen. Verfasst wurde er von dem Hormonspezialisten Dr. Jörg Puchta. Der nächste Band beschäftigt sich mit Stressmanagement (ab 18.11.).