In der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" sorgten zwei besonders hübschen Silberschalen für jede Menge Aufsehen. Und für ein Startgebot, dass die Händler-Riege schockte und die Verkäuferin fast "auf die Knie" sinken ließ.
"Sind die nicht bezaubernd?", schwärmte Expertin Bianca Berding beim Anblick der Silberobjekte. Moderator Horst Lichter erkannte sofort, worum es sich handelte: "Das sind wunderbare Salieren." In den muschelförmigen Schalen konnte er sich "schön geschöpftes Meersalz" vorstellen. Die Expertin ebenso: "Meersalz ist das Beste, da hast du recht."
"Salz ist lecker, Salz ist gesund und war eine Weltwährung", wusste der ehemalige TV-Koch Lichter. Dann erzählte Verena aus Mannheim, dass die Schmuckstücke aus dem Besitz ihrer englischen Urgroßmutter stammten. Die Verkäuferin war mit Sohn Julian zur Aufzeichnung angereist.
Die auffällige Muschelform hatte zudem einen kunsthistorischen Hintergrund. Der Begriff Rokoko leite sich von Rocaille, dem französischen Wort für Muschel ab. "Und aus dieser Zeit stammen viele hochwertige Silberwaren", erläuterte Berding. Als berühmtes Beispiel nannte sie den italienischen Goldschmied Benvenuto Cellini und seine goldene Saliere.
Die Muschelform erinnerte sie auch an eine Jakobsmuschel, die als traditionelles Erkennungszeichen für Pilger diente, fuhr Berding fort. Ein Blick auf die Punzierung verriet ihr außerdem mehr über die Herkunft der Stücke: Sie bestanden aus 925er-Silber und wurden 1896 in Birmingham gefertigt. "Wunderbar", lautete Lichters Fazit.
Da die kleinen Silberobjekte maschinell gefertigt worden waren, fiel die Preisvorstellung der Verkäuferin moderat aus: 100 bis 120 Euro. Auch Berding schätzte bei einem Materialwert von lediglich 54 Euro insgesamt auf 100 bis 150 Euro. Die Expertin honorierte, dass die Antiquitäten im passenden Original-Etui aufbewahrt worden waren.
Weiter ging's im Händlerraum. "Oh, die sind aber wunderschön", schwärmte Elke Velten, als sie die Schatulle öffnete. Auch die übrigen Händler zeigten sich sofort begeistert. Markus Wildhagen war sich sicher: "So was funktioniert hier sehr gut." Dann gab Julian Schmitz-Avila ein erstes Gebot für die "zauberhaften Salieren" ab - deutlich über der Schätzung.
Als Schmitz-Avila 350 Euro aufrief, waren seine Mitstreiter sichtlich überrascht. "Wow, jetzt hast du einen rausgehauen", staunte Wolfgang Pauritsch. Schmitz-Avila ließ sich nicht beirren: "Die gefallen mir eben sehr gut." Er wisse aus eigener Erfahrung, dass sich solche Salieren gut verkaufen ließen.
"Anscheinend hat Julian die Salieren samt Verpackung gewogen und kam so auf seinen Preis", scherzte Wildhagen, der angesichts des hohen Starts nicht mehr mitbieten wollte. Schmitz-Avila blieb bei seiner eigenen Einschätzung und Preisfindung: "Ich stehe zu meinem Gebot, denn die sind wirklich hübsch."
"Oh Mann", schüttelte Walter Lehnertz ungläubig den Kopf. Auch Pauritsch hätte die Salieren gerne ergattert, hätte sich aber einen niedrigeren Einstieg gewünscht. Die Verkäuferin sah das anders. "Sehr angenehm", fand sie das stolze Gebot und erteilte ohne lange zu überlegen den Zuschlag: "Bei 350 Euro falle ich auf die Knie."
"Das war ein One-Hit-Wonder", lachte Pauritsch nach dem schnellen Verkauf und witzelte: "Jetzt muss ich noch mal den Stempel checken, denn vielleicht ist es ja 750er-Gold." Schmitz-Avila schmunzelte über den kleinen Seitenhieb.
Als weiteres Objekt der Sendung wurde ein Steglitzer Lesekasten von Sven Deutschmanek auf die 1920er-Jahren datiert. Für das Objekt mit 121 Buchstabenwürfel in Sütterlinschrift wünschte sich die Verkäuferin 40 Euro. Deutschmanek taxierte sogar 60 bis 80 Euro. Und Walter Lehnertz zahlte auch 80 Euro.
Einen filigraner Armreif aus 585er-Gold mit einem Opal und Saatperlen datierte Heide Rezepa-Zabel zwischen 1880 und 1900. Gewünscht wurden 500 bis 600 Euro. Doch der Goldwert lag bereits bei 570 Euro und so taxierte die Expertin sogar 900 bis 1.100 Euro. Am Ende zahlte Elke Velten 750 Euro.
Die Porzellanfigur "Duett" stammte laut Bianca Berding im Entwurf (1913) von dem deutschen Bildhauer Rudolf Marcuse. Die Ausführung des Pierrot mit Hund stammte von 1917 von Rosenthal. Gewünscht wurden 600 Euro, geschätzt 500 bis 600 Euro und von Elke Velten 450 Euro gezahlt.
Eine Brosche aus 585er-Gold, Altschliffbrillanten und Perlen datierte Heide Rezepa-Zabel zwischen 1905 und 1915. Der Wunschpreis lag bei 5.000 Euro. Doch die Schätzung belief sich nur auf 1.600 bis 1.800 Euro. Doch auch dafür nahm der Verkäufer die Händlerkarte an und verkaufte schließlich an Walter Lehnertz für 1.500 Euro.