Horst Lichter trällerte spontan: "Wendela, Wendela, Wendela, alles an Geräten da!" Expertin Wendela Horz lachte: "Das reimt sich, du hast ja fast gesungen."
"Ich habe heute meinen Musikalischen", erklärte ein gutgelaunter Horst Lichter. Doch das Ständchen war ebenso schnell vorbei, wie es begann. Lichter lobte das Verkaufsobjekt - ein diamantbesetztes Collier mit Broschenanhänger: "Boah, das hat aber Feuer!"
"Ja, das sind die schönen Altschliffe", stimmte Wendela Horz zu. "Ich mag Altschliff-Diamanten", erklärte Horst Lichter. Die Expertin berichtete, dass es inzwischen immer mehr Sammler gebe, die gezielt Ausschau nach Altschliffen hielten.
"Ich bin der Horst und von Beruf Vorsteller", begrüßte Horst Lichter die Freundinnen Petra aus Tespe und Britta aus Reinfeld. Britta hat ein kleines Unternehmen für Mode-Accessoires und Schmuck. Petra unterstützt sie dabei.
Lichter wollte wissen, ob das schmucke Mitbringsel aus eigener Herstellung sei. Petra verneinte. Stattdessen hatte sie es "von meiner lieben Schwiegermama". Ursprünglich soll der Schmuck sogar das Geschenk einer Adelsfamilie an eine fleißige Zofe gewesen sein.
"Ein modulares Schmuckstück, wie es in den 1910er-Jahren in Mode war", identifizierte Wendela Horz. Die Punze verriet: 750er Gold. Die Steine an der Ankerkette machten insgesamt etwas über ein Karat aus.
Die Broschierung konnte man ursprünglich abschrauben, doch wurde sie später festgelötet. "So kann man es nicht mehr als Brosche tragen, weil die Kette fest ist", bemängelte die Expertin. Als Collier sei der Schmuck ebenfalls nicht mehr nutzbar, "weil die Nadel stört".
"Da wurde verschlimmbessert", fand sie. Allerdings könne man dies wieder rückgängig machen. Lichter erkundigte sich nach dem Wunschpreis. Ein Antiquitätenhändler hatte Petra bereits 450 geboten. "Das wäre natürlich mein Wunsch", berichtete sie. "700 wären ein Traum."
Britta wünschte sich 500 bis 700 Euro. Auch Horst Lichter wollte taxieren: "800 ... Man muss ja irgendwie auffallen." Humorig gemeint, doch Wendela Horz setzte sogar noch einen drauf: 800 bis 1.000 Euro!
Bevor sie den Händlerraum betrat, verriet Petra: "Ich lasse mich einfach mal treiben." Britta beschrieb ihre Gefühlslage: "Es ist wie Weihnachten vor der Bescherung." Auch Petra war "ein bisschen aufgeregt". Spoiler: Das war durchaus angebracht.
Petra stellte die Schatulle vor Daniel Meyer ab. "In die goldene Mitte", erklärte sie. "Ein schönes altes Schächtelchen", fand der Händler. Als er den Inhalt erkannte, entschied er: "Ui, das gebe ich gleich mal nach rechts weiter!"
"Zauberhaft", frohlockte Elke Velten. Sie nahm die kleine Nadel hinten wahr: "Man könnte es auch als kleine Brosche tragen." Daniel Meyer kommentierte: "Sehr schön! Einmal kaufen und zwei Verwendungen - das ist doch immer gut."
Man müsse für die Mehrfachnutzung nur die Kette aushängen, erklärte Elke Velten. "Aber man kann es auch so lassen, oder?", wollte Jan Cizek wissen. "Natürlich", erwiderte Elke Velten. "Das kann man immer tragen, das ist sehr zeitlos", lobte der Kollege.
"Das Stück hat eine wunderschöne Dynamik, die Steine funkeln sehr stark", begeisterte sich Daniel Meyer. Elke Velten und er waren beide gleichermaßen interessiert und schritten in 100er-Stufen rasch voran.
Elke Velten bot bald 900. Daniel Meyers Reaktion: "Weil es zwei Funktionen hat, kann ich doppelt 500 anbieten - 1.000." Doch damit war noch nicht Schluss.
Elke Velten nannte 1.150 Euro. Christian Vechtel (links) fand: "Das sind gute Gebote." Jan Cizek glaubte, den Verkäuferinnen anzumerken: "Sie sehen sehr zufrieden aus." Richtig: Elke Velten erstand den Schmuck. Zur Erinnerung: Ein Antiquitätenhändler hatte den Wert des Stücks nur auf 450 Euro geschätzt.
"Es ist ein Traum!", lobte Jan Cizek den Geschmack der Kollegin. Elke Velten stimmte zu: "Zauberhaft!" Auch die Verkäuferinnen waren wunschlos glücklich.
Zwei Fotos wollte Frank verkaufen. Bianca Berding taxierte auf 800 Euro. "Ich habe mich in das Bild verliebt" sagte Anaisio Guedes, da er "am Amzonas aufgewachsen" sei und "genauso geangelt" habe. "Ich sehe mich als kleines Mädchen im Kaufmannsladen", erklärte indessen Elke Velten. Sie bezahlte 550 Euro.
Hella erklärte, dass sie bereits vor zehn Jahren bei "Bares für Rares" war. "Bin ich stark gealtert?", erkundigte sich Lichter. "Alles bestens", fand sie. Für ihr Collier erhoffte sich Hella 600 Euro. Elke Velten bezahlte 800.
Einen Hebammenkoffer, hergestellt in den 1930er- bis 1950er-Jahren, wollten die ehemaligen Hebammen Inka und Annette für 500 Euro veräußern. Bis zu 300 empfahl Experte Detlev Kümmel. "Eine schwere Geburt", kalauerte Christian Vechtel, weil kein Deal zustande kam.
"Oh, was für ein schönes Schränkchen!", fand Horst Lichter beim Anblick des Möbelstücks aus den 1920er- oder 1930er-Jahren. Gudrun und Thomas erhofften sich 300 Euro. Detlev Kümmel empfahl maximal 250. Daniel Meyer bezahlte 390 Euro.