Kaum ein Film noir ist so düster, zynisch und verführerisch wie Billy Wilders "Frau ohne Gewissen": Barbara Stanwyck brilliert als eiskalte Femme fatale und Fred MacMurray als williger Komplize. Der Film erhielt sieben Oscar-Nominierungen.
Für dieses Drama erhielt er seine ersten Oscars für Drehbuch und Regie: In "Das verlorene Wochenende" erzählt Billy Wilder die Geschichte eines Schriftstellers (Ray Milland, links), der immer tiefer in die Sucht abrutscht. Eine beklemmend präzise Studie über Selbstzerstörung, die bis heute modern wirkt.
"I'm ready for my close-up now, Mr De Mille": In "Boulevard der Dämmerung" (1950) legte Billy Wilder seiner Hauptdarstellerin Gloria Swanson eines der berühmtesten Zitate der Filmgeschichte in den Mund. Swanson verkörpert einen Stummfilmstar, dessen große Zeit längst hinter ihr liegt - und spielte damit auch sich selbst.
Ein Mann steckt nach einem Grubenunglück fest, ein Journalist macht daraus ein Medienspektakel. Jahrzehnte vor Social Media sezierte Wilder in "Reporter des Satans" (1951) die Mechanismen von Sensationslust und öffentlicher Empörung.
"Stalag 17" (1953) ist Kriegsfilm, Komödie und Drama zugleich: In einem deutschen Kriegsgefangenenlager gerät ein amerikanischer Soldat unter Spionageverdacht. Wilder verbindet Spannung, schwarzen Humor und Menschenkenntnis zu einem ungewöhnlichen Ganzen. William Holden (zweiter von links) erhielt für seine Rolle den Oscar.
Marilyn Monroe über einem U-Bahn-Schacht: Dieses Bild aus "Das verflixte 7. Jahr" (1955) wurde berühmter als der Film selbst. Dabei steckt hinter der ikonischen Szene eine intelligente Komödie über männliche Fantasien und Midlife-Krisen.
Gerichtsdrama, Krimi und psychologisches Duell: "Zeugin der Anklage" (1957) hält seine Überraschungen bis zuletzt zurück. Charles Laughton und Marlene Dietrich (Bild) liefern sich ein Schauspiel von höchster Präzision. Wilder beweist hier, dass er nicht nur Komödien beherrschte, sondern auch meisterhaft Spannung erzeugen konnte.
Zwei Musiker fliehen vor Gangstern und verstecken sich in Frauenkleidern in einer Damenkapelle. Was nach einer simplen Verwechslungskomödie klingt, entwickelte sich zum vielleicht berühmtesten Film Wilders. Das Tempo in "Manche mögen's heiß" (1959) ist atemberaubend, die Dialoge sitzen perfekt - und Marilyn Monroe sorgt für unvergessliche Momente.
Ein kleiner Angestellter leiht seinem Chef die eigene Wohnung für dessen Affären und verliebt sich ausgerechnet in dessen Geliebte. Tragik und Komik liegen selten so nah beieinander wie in diesem Film. Für viele Kritiker ist "Das Appartement" Wilders Meisterwerk - und Jack Lemmons größte Rolle.
Gedreht unmittelbar vor dem Bau der Berliner Mauer, rast diese Komödie mit atemberaubendem Tempo durch den Kalten Krieg. Wilder nimmt in "Eins, zwei, drei" Kapitalismus, Kommunismus und deutsche Befindlichkeiten gleichermaßen aufs Korn. Die Pointendichte ist legendär, der politische Scharfsinn beeindruckt noch heute.
Nach dem Erfolg von "Das Appartement" arbeiteten Billy Wilder und Jack Lemmon erneut zusammen. "Irma La Douce" erzählt eine schrille Liebesgeschichte im Pariser Rotlichtmilieu. Nicht jeder Gag hat die Jahrzehnte unbeschadet überstanden, doch der Film zeigt exemplarisch Wilders Fähigkeit, selbst heikle Stoffe leicht und unterhaltsam erscheinen zu lassen.
"Avantt, Avanti" ist ein spätes, oft unterschätztes Meisterwerk von Wilder: Ein amerikanischer Geschäftsmann (Jack Lemmon) reist nach Italien, um den Leichnam seines verstorbenen Vaters zu überführen - und entdeckt dabei ein Familiengeheimnis. Was wie die Ausgangslage einer Farce klingt, wird bei Wilder zu einer bittersüßen Komödie über Liebe, Verlust und die Kunst, das Leben nicht allzu ernst zu nehmen.
Ein Auftragskiller will seinen letzten Job erledigen, wird jedoch von einem lebensmüden Chaoten aus der Bahn geworfen. Mit Walter Matthau und Jack Lemmon setzte Wilder noch einmal auf sein bewährtes Traumduo. Doch der einst so treffsichere Humor wirkte inzwischen aus der Zeit gefallen. "Buddy, Buddy" wurde ein Misserfolg - und Wilders Abschied vom Regiestuhl.