"Cyberpunk 2077" kommt ins Kino - "Transformers"-Produzent mit an Bord
Auf Netflix begeistert die "Cyberpunk"-Serie "Edgerunners" bereits - eine zweite Staffel startet am 20. Oktober. Bald soll Night City auch auf der großen Kinoleinwand glänzen. Paramount arbeitet an einer Realverfilmung von "Cyberpunk 2077", wie die US-Branchenmedien "Deadline" und "Variety" übereinstimmend berichteten. Als Produzent ist Lorenzo di Bonaventura vorgesehen, ein Mann, dessen Name im Kino vor allem für eines steht: kämpfende Roboter.
Das polnische Studio CD Projekt Red, das hinter dem Spiel steht, soll den Film mitproduzieren. Nach Angaben des Portals "Hypebeast" behält es damit auch kreativen Einfluss auf die Adaption. Das Projekt befindet sich laut dem Gaming-Portal "Kotaku" noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium.
Studio-Chef bestätigt die Partnerschaft
Eine Bestätigung kam von Entwicklerseite: Michał Nowakowski, einer der beiden Vorstandschefs von CD Projekt Red, schrieb auf der Plattform X, man freue sich über Paramount als künftigen Partner, der die kreativen Ambitionen für die "Cyberpunk"-Marke teile. Weitere Details wolle man zu gegebener Zeit bekannt geben.
Genau diese Details fehlen bislang. Wer Regie führt, wer das Drehbuch schreibt und wer vor der Kamera steht, ist nicht bekannt. Auch zur Handlung gibt es keine Angaben. Offen sind zudem elementare Fragen, die viele Fans beschäftigen dürfte: Ist Mike Pondsmith, Schöpfer der Vorlage, an Bord? Und: Was ist mit Keanu Reeves? Der "Matrix"- und "John Wick"-Star verkörpert im Spiel die Figur Johnny Silverhand.
Ein Produzent für große Marken
Mit di Bonaventura setzt Paramount auf einen Produzenten, der seit Jahren mit großen Franchises arbeitet. Er betreut die "Transformers"-Filme seit 2007 und die "G.I. Joe"-Reihe seit 2009. Außerdem hat er Genrefilme wie die Fantasy-Romanverfilmung "Der Sternwanderer", die Neuverfilmung von "Friedhof der Kuscheltiere" und "Jack Ryan: Shadow Recruit" produziert.
Die Vorlage bringt eine treue Fangemeinde mit. "Cyberpunk 2077" erschien im Dezember 2020 und spielt in Night City, einer fiktiven Megastadt in Kalifornien. Spieler steuern den Söldner V, dem ein Biochip eingesetzt wird. Auf dem Chip ist ein digitales Abbild des Rockstars und Terroristen Johnny Silverhand gespeichert, das nach und nach die Kontrolle über V übernimmt. Ob der Film diese Geschichte erzählt oder nur die Spielwelt mit neuen Figuren nutzt, ist unklar.
Vom Fehlstart zum Erfolg
Der kommerzielle Erfolg kam erst im zweiten Anlauf. Das Spiel hatte bei der Veröffentlichung 2020 mit massiven technischen Problemen zu kämpfen. CD Projekt Red besserte über Jahre mit kostenlosen Updates nach und veröffentlichte 2023 die kostenpflichtige Erweiterung "Phantom Liberty". Heute liegen die Verkaufszahlen des Hauptspiels bei mehr als 40 Millionen Exemplaren, die Erweiterung kommt auf rund 15 Millionen. Daneben gibt es Bücher und eingangs erwähnte Anime-Serie "Cyberpunk: Edgerunners". Laut "Kotaku" arbeitet das Studio außerdem an einer Fortsetzung des Spiels.
Hollywood setzt auf Videospiele
Der Film reiht sich in eine Welle von Spieleverfilmungen ein. Lange galten solche Adaptionen in Hollywood als Kassengift. Inzwischen haben Kinofilme wie "Super Mario", "Sonic" und "Minecraft" sowie die Serien "The Last of Us" (HBO) und "Fallout" (Amazon) dieses Image gründlich verändert.
Die Ankündigung fällt zudem in eine Phase des Umbruchs für Paramount. Das Unternehmen steht kurz vor dem Zusammenschluss mit Warner Bros. zum neuen Konzern Skydance unter David Ellison. Wie sich die Fusion auf die Filmpläne des Studios auswirkt, ist bislang nicht absehbar. Bis "Cyberpunk 2077" tatsächlich im Kino läuft, dürften ohnehin noch Jahre vergehen. Das legt zumindest das frühe Entwicklungsstadium nahe.