Bedenkliche Entwicklung bei Gemüse: Studie benennt gefährlichste Lebensmittel
Gemüse gilt als wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. Doch eine Auswertung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zeigt eine bedenkliche Entwicklung: Pflanzliche Lebensmittel sind immer häufiger an lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen beteiligt. Besonders bei Gemüse und Gemüseerzeugnissen ist der Anteil deutlich gestiegen, wie "topagrar.com" berichtet.
Für die Untersuchung werteten das BVL und das Robert Koch-Institut (RKI) die Daten aus den Jahren 2015 bis 2024 aus. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 3021 lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche mit rund 19.800 Erkrankten gemeldet. 59 Menschen starben an den Folgen.
Immer häufiger lösen pflanzliche Lebensmittel Krankheitsausbrüche aus
Im Untersuchungszeitraum waren überwiegend tierische Lebensmittel verantwortlich, nur 2023 gingen erstmals 53 Prozent der Ausbrüche auf pflanzliche Produkte zurück. Im Jahr darauf waren wieder tierische Lebensmittel häufiger die Ursache.
Vor allem bei Gemüse und Gemüseerzeugnissen beobachteten die Forschenden einen deutlichen Anstieg. Als mögliche Gründe nennt das BVL klimabedingte Extremwetterereignisse und verunreinigtes Bewässerungswasser. Auch eine zunehmend pflanzenbasierte Ernährung könnte zu dieser Entwicklung beitragen.
Allerdings konnten die Behörden nur bei 297 der insgesamt 3021 gemeldeten Ausbrüche mit hoher Sicherheit feststellen, welches Lebensmittel die Erkrankungen verursacht hatte. Die Ergebnisse lassen deshalb keine vollständige Aussage über sämtliche Krankheitsfälle zu.
Diese Lebensmittel und Keime sind besonders häufig beteiligt
Trotz der Zunahme pflanzlicher Lebensmittel bleiben tierische Produkte ein wichtiger Risikofaktor. Die häufigsten Erreger waren laut "Bild" Campylobacter mit 1218 Ausbrüchen und Salmonellen mit 929 Fällen. Campylobacter kommen vor allem in Rohmilch und Geflügelfleisch vor, Salmonellen häufig in rohem Schweinefleisch und kurz gereifter Rohwurst. Ausbrüche durch Rohmilch und Eier sind deutlich zurückgegangen, was die Autoren auf gezielte Kontrollprogramme zurückführen.
Die Studie zeigt außerdem: Viele Ausbrüche lassen sich auf Fehler bei der Lebensmittelverarbeitung zurückführen. Dazu gehören eine unzureichende Erhitzung, Kreuzkontaminationen und mangelhafte Kühlung. Umso wichtiger sind eine sorgfältige Küchenhygiene und der richtige Umgang mit Lebensmitteln.