Überraschungserfolg "Backrooms": Worum geht es in dem Horror-Hit?
Mit etwas Verzögerung schafft es der US-amerikanische Film "Backrooms" endlich auch in die deutschen Kinos. Er tut dies mit einem vollgestopften Füllhorn an Vorschusslorbeeren. Nach nur wenigen Tagen mauserte sich der Horrorstreifen bereits zum erfolgreichsten Projekt der Filmproduktionsgesellschaft A24, die zuletzt immerhin Oscar-Kandidat "Marty Supreme" verantwortet hatte. Bis zum deutschen Kinostart sammelte "Backrooms" bereits sagenhafte 250 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen - und das bei einem Budget von lediglich zehn Millionen Dollar.
Aus der Realität "geglitcht" - darum geht es
Clark (Chiwetel Ejiofor, 48), der Inhaber eines maroden Möbelgeschäfts, macht im Keller seines Ladens eine beunruhigende Entdeckung: eine Tür, die niemand außer ihm zu sehen scheint. Die Obsession, ihr Geheimnis zu entschlüsseln, lässt ihn nicht mehr los - bis er sich schließlich seiner Psychologin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve, 38) anvertraut. Als sie ihm folgt, um sich selbst ein Bild zu machen, ahnen beide nicht, was in dem Labyrinth hinter den Wänden auf sie lauert.
Schon die Entwicklungsgeschichte ist filmreif
Dieser ebenso simplen wie effektvollen Handlung geht eine komplexe Vorgeschichte voran. Die beunruhigenden "Backrooms" fanden als sogenannte Creepypastas - im Internet verbreitete Horrorgeschichten - ihren Ursprung. Die Inspiration hierfür stammt wiederum lose aus der Gaming-Szene: Wer aus Versehen durch die eigentliche Videospiel-Architektur "glitcht", landet meist im Nirgendwo - zuweilen aber auch in kargen Räumen, die eigentlich nicht für die Spieler begehbar sein sollten. Gibt es solche liminalen Räume auch in der Realität?
Per kollektiver Schwarm-Kreativität des Internets entwickelte sich die "Backrooms"-Gruselgeschichte zu einem komplexen Mythos mit eigener Wikipedia-Seite. 2022 und mit lediglich 16 Jahren entwickelte Regisseur Kane Parsons dann die Horror-Webserie "Backrooms" auf YouTube und erreichte damit ein weltweites Millionenpublikum. Und jetzt, mit gerade einmal 20 Jahren, feiert Parsons sein Regiedebüt auf der großen Leinwand mit dem gleichnamigen Horror-Hit, der sämtliche Erwartungen sprengt.
Vergleichbar mit gängigen Hollywoodproduktionen ist "Backrooms" mit seinem Zehn-Millionen-Dollar-Budget ein absolutes Schnäppchen. Der Film beweist - ähnlich, wie es vor rund 30 Jahren der Sci-Fi-Film "Cube" tat -, dass mit einfachsten Mitteln komplexe Ideen umgesetzt und emotional packende Geschichten erzählt werden können. Eine gewisse Franchise-Verdrossenheit, die zuletzt sogar das MCU und das "Star Wars"-Imperium eingeholt hatte, dürfte ihr Übriges zum Erfolg von "Backrooms" beitragen.