Sportsgeist und Geister (der Weihnacht): Die Kinotipps im November
Auch kurz nach Halloween spuken noch Geister durch die deutschen Kinos. Im Fall von Fatih Akins (53) neuem Film und der Neuinterpretation von Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte - mit Johnny Depp (63) als Ebenezer Scrooge - darf das wörtlich verstanden werden. Bei "I Play Rocky", der Story über die Entstehung des legendären Boxer-Dramas mit Sylvester Stallone (80), ist es derweil der Sportsgeist, der im Zentrum steht.
"Geister", 5. November
Bei einer Abiparty treffen sich Farasha (Mariam Dawoud) und Faris (Eren M. Güvercin) zum ersten Mal. Beide sind 20, und ein einziger Blick genügt, um alles zwischen ihnen zu verändern. Doch noch in derselben Nacht kommt Farasha ums Leben. Verzweifelt sucht sie nach einer Möglichkeit, Faris wiederzusehen, und findet tatsächlich einen Weg: Sie kann ihm begegnen, allerdings nur in seinen Träumen und nur für 40 Nächte. Nacht für Nacht wächst ihre Liebe, bis die letzte von ihnen anbricht.
Einschätzung:
Akin schreckt mit seinem neuen Werk nicht vor bislang unbekannten Gefilden zurück. Widmete sich der Filmemacher bislang realen ("Der Goldene Handschuh") oder in der Realität verorteten Stoffen, erzählt er mit "Geister" erstmals eine rein übernatürliche Geschichte. Seine Version von "Ghost - Nachricht von Sam", wenn man so will.
"Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte", 12. November
Der hartherzige Geizhals Ebenezer Scrooge (Depp) erlebt übernatürliche Begegnungen, die ihn mit den entscheidenden Momenten seines Lebens konfrontieren. Nacheinander suchen ihn die Geister der Vergangenheit (Andrea Riseborough), der Gegenwart (Tramell Tillman) und der Zukunft (Robert Strange) heim. Sie zwingen ihn, sich seinen Entscheidungen und deren Folgen zu stellen. Kann das Herz des verbitterten Mannes doch noch erweicht werden?
Einschätzung:
Bill Murray bekam schon Besuch von ihnen, so auch Jim Carrey, Michael Caine und Patrick Stewart. Die drei Geister der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens spuken in regelmäßigen Abständen in neuem Gewand über die Leinwand. Im Fall der Neuinterpretation von Regisseur Ti West steht aber eine andere vermeintliche Wiederauferstehung im Mittelpunkt: Über vier Jahre ist der Gerichtsprozess zwischen Johnny Depp und seiner Ex-Frau Amber Heard nun schon her. Seine Karriere hat sich von dem unappetitlichen Rosenkrieg bislang nicht erholt. Können ausgerechnet die Besucher aus dem Jenseits dem Schauspieler nun zu einem Comeback verhelfen?
"I Play Rocky", 26. November
Die Entstehung des Boxerfilms "Rocky" ist selbst Stoff für großes Kino: Der damals unbekannte Schauspieler Sylvester Stallone (Anthony Ippolito) schreibt innerhalb von nur dreieinhalb Tagen ein Drehbuch und ist fest davon überzeugt, für die Hauptrolle bestimmt zu sein. Obwohl ihm immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, setzt der später weltbekannte Actionstar alles auf eine Karte und beharrt trotz scheinbar unüberwindbarer Widerstände darauf, selbst als Rocky Balboa vor der Kamera zu stehen.
Einschätzung:
Was tun, wenn die Entstehungsgeschichte eines Kultfilms selbst hollywoodreif ist? Klar, man dreht einen Film darüber. Mit "Rocky" mauserte sich Stallone vom Tellerwäscher (oder eher vom Softporno-Darsteller) zum Millionär. Wenn die Traumfabrik eines liebt, dann derartige Underdog-Erfolgsgeschichten. In Person von Newcomer Anthony Ippolito wurde zudem zumindest optisch der perfekte Stallone-Darsteller gefunden. Ob auch die Story hinter der Story trägt, werden schon bald die Zahlen an den Kinokassen verraten.