Trotz Ukraine-Krieges: Russland richtet Gewichtheben-WM aus
Erstmals seit Beginn des Krieges findet wieder eine Weltmeisterschaft in einer olympischen Sportart in Russland statt.
Trotz des fortwährenden Angriffskrieges in der Ukraine wird Russland 2030 die Weltmeisterschaften im Gewichtheben austragen. Der Weltverband IWF teilte am Sonntag mit, dass die Wettkämpfe in Moskau stattfinden werden. Der IWF ist der erste olympische Fachverband, der Russland seit 2022 wieder die Ausrichtung eines sportlichen Weltereignisses überträgt.
Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine im Februar 2022 fanden in Russland keine Weltmeisterschaften in einer olympischen Sportart mehr statt. So wurde der russischen Stadt Kasan die Schwimm-WM 2025 entzogen und nach Singapur verlegt. Kasan war 2019 zum Ausrichter bestimmt worden.
In einem Beitrag auf Telegram dankte der Präsident des russischen Gewichtheberverbandes, Alexander Winokurow, der IWF "für das entgegengebrachte Vertrauen". Russland verfüge "über die notwendige Erfahrung und die Kapazitäten, um Wettkämpfe auf höchstem Niveau auszurichten", sagte er: "Moskau hat bereits mehrfach bedeutende internationale Sportveranstaltungen ausgerichtet und verfügt über eine moderne Infrastruktur."
Die Weltmeisterschaften 2030 dienen zudem als Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2032. Die Entscheidung des IWF ist wegweisend. Sie fällt in eine Zeit, in der das Internationale Olympische Komitee (IOC) einen Weg aufgezeigt hat, wie russische Athleten wieder an internationalen Wettkämpfen teilnehmen können.
Aufgrund des staatlich gelenkten Dopingprogramms, das laut der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi zum Einsatz kam, sowie des von Präsident Wladimir Putin 2022 begonnenen Angriffskriegs gegen die Ukraine durften russische Sportler bei internationalen Wettkämpfen nur unter verschiedenen Sonderstatus-Regelungen antreten. Zuletzt waren sie vereinzelt als "individuelle neutrale Athleten" dabei.
Am 7. Juli endete jedoch Russlands Isolation, als das IOC die Beschränkungen für russische Athleten lockerte und ihnen den Weg ebnete, an Qualifikationswettkämpfen für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles teilzunehmen. Die Ukraine reagierte empört und legte beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung ein, mit dem Ziel, die Entscheidung des IOC aufheben zu lassen.
Der IWF teilte überdies mit, dass die WM 2029 im indischen Ahmedabad ausgetragen werde.