Tischtennis-Tüftlerin Winter: Belagwechsel "beste Entscheidung"
Seit ihrer mutigen Systemumstellung ist die 33-Jährige international auf dem Vormarsch.
Für die deutsche Tischtennis-Aufsteigerin Sabine Winter (Dachau) sind Erfolge schmückendes Beiwerk für ihre leidenschaftliche Tüftelei an ihrem Spielsystem. Ihren gewagten Entschluss zur Umstellung auf Antitopspin-Belag auf der Rückhand bereut die Weltcup-Dritte und neue Weltranglistenneunte denn auch in keinster Weise.
"Die komplette Umstellung meines Systems", sagte Winter nach ihrem erstmaligen Sprung in die Top Ten der Weltrangliste in einem Interview für die Homepage des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), "erschien anfangs als ein großes Risiko. Inzwischen hat sie sich als die beste Entscheidung meiner Karriere entpuppt."
Ihr Aufstieg in den engeren Zirkel der Weltelite, der sich schon vor dem Weltcup in Macau abgezeichnet hatte, ist für die 33-Jährige in den vergangenen Monaten nicht vorrangig gewesen. An alle Erfolge in der jüngeren Vergangenheit "hätte ich vor der Umstellung nie gedacht. Mein eigentliches Ziel ist, einfach zu versuchen, mein neues Spielsystem weiterzuentwickeln und das Bestmögliche aus dem System herauszuholen, solange ich noch topfit auf diesem Niveau spielen kann. Ich möchte den Spaß am Herumexperimentieren behalten. Es macht ungemein Freude, herauszufinden, was passen könnt und was nicht, um mein System zu optimieren", beschrieb Winter ihre wichtigste Motivationsquelle.
Immerhin sind herausragende Ergebnisse wie zu Ostern in Macau, wo die Team-Europameisterin als erste Spielerin vom "Alten Kontinent" beim weltweit drittwichtigsten Einzel-Wettbewerb seit elf Jahren das Halbfinale erreichte, ein Ansporn für die Rechtshänderin: Wenn aus der Forschungsarbeit am eigenen Arbeitsgerät "Erfolge resultieren, so wie jetzt Bronze beim Weltcup oder die Top-Ten-Platzierung, dann ist das großartig und motiviert mich natürlich zusätzlich, weiter dranzubleiben."