"Auf die Mütze": Fink bei zweitem Karlsson-Gold auf Rang 19
Damit geht bei den Frauen auch die dritte Goldmedaille der Olympischen Spiele nach Schweden.
Die deutschen Skilangläuferinnen haben bei der zweiten Gold-Show der Schwedin Frida Karlsson eine herbe Enttäuschung erlebt. Pia Fink sorgte im Freistil-Rennen über zehn Kilometer als 19. noch für das beste Ergebnis, es war das schlechteste Olympia-Abschneiden über diese Distanz seit 1956. "Heute haben wir einen auf die Mütze bekommen, das kann man nicht anders sagen", sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder.
Nicht zu schlagen war im Kampf gegen die Uhr die überragende Karlsson, damit ging bei den Frauen auch die dritte Goldmedaille der Winterspiele nach Schweden. Die 26-Jährige benötigte bei ungewohnt warmem Wetter in Lago di Tesero 22:49,2 Minuten und lag damit wie im Skiathlon fünf Tage zuvor klar vor ihrer Teamkollegin Ebba Andersson (+46,8 Sekunden). Bronze ging an die mit einer Rippenprellung gestartete US-Amerikanerin Jessie Diggins (+49,7).
Hinter Fink (+1:55,0 Minuten), im Skiathlon noch Zwölfte, landeten aus deutscher Sicht Junioren-Weltmeisterin Helen Hoffmann (28./+2:18,2) und Sofie Krehl (42./+3:01,9). "Ich bin ratlos", sagte Krehl. Schlechter war das DSV-Team über zehn Kilometer zuletzt 1956 in Cortina d'Ampezzo, als Sonnhilde Hausschild und Else Ammann den geteilten 20. Platz belegt hatten.
Das Material habe "eher nicht" gepasst, sagte Hoffmann: "Bei so einem Abstand weiß ich nicht, ob es nur an mir liegt." Auf dem 68. Platz folgte die kurzfristig angereiste und daher "stolze" Olympia-Debütantin Theresa Fürstenberg (+4:05,9). Mehrere Läuferinnen waren bei Temperaturen von sieben Grad mit kurzen Ärmeln und Hosen an den Start gegangen.
Eine Klasse für sich war Karlsson. "Frida ist on fire. Sie ist eine außergewöhnliche Läuferin", sagte der deutsche Frauen-Trainer Per Nilsson, der gleichzeitig Karlssons Heimtrainer ist. Auch Schlickenrieder zog den Hut: "Frida hat sich akribisch auf diese Spiele vorbereitet, viele Rennen ausgelassen und viel Höhentraining absolviert, sie ist in bestechender Form."
Teamsprint-Olympiasiegerin Katharina Hennig Dotzler, vor vier Jahren im von ihr favorisierten klassischen Stil Fünfte über zehn Kilometer, hatte mit Blick auf die Staffel am Samstag auf das Rennen verzichtet.