Rudern: Souveräner Weltcup-Auftakt für Zeidler
Der Olympiasieger siegt in Sevilla mit deutlichem Vorsprung. Der Achter hat dagegen noch Luft nach oben.
Angeführt von Einer-Olympiasieger Oliver Zeidler hat der Deutsche Ruderverband (DRV) einen starken Start in die internationale Saison gefeiert - mit einer Ausnahme: Das Flaggschiff Achter fuhr im A-Finale als Vierter am Podest vorbei. Beim ersten Weltcup der Saison in Sevilla siegten dafür Zeidler, der Männer-Doppelvierer, der Frauen-Doppelvierer und der Mixed-Doppelzweier von Sarah Wibberenz und Arno Gaus.
Zeidler behielt trotz eines unerwarteten Problems unmittelbar vor dem Start die Ruhe. "Kurz vor dem Rennen ist mein Griff kaputtgegangen. Wir konnten das zwar provisorisch reparieren, aber optimal war die Vorbereitung dadurch nicht. Umso schöner, dass das Rennen dann trotzdem so gut gelaufen ist", berichtete der 29-Jährige nach seinem souveränen Sieg. Zeidler kontrollierte das Finale von Beginn an und gewann mit deutlichem Vorsprung in 6:47,61 Minuten vor dem neutralen Athleten Jauhen Salaty (6:54,12) und dem sprintstarken Belgier Vanderbusche (6:57,32).
"Es ist noch früh in der Saison und wir haben sicherlich noch Entwicklungspotenzial. Heute ging es vor allem darum, nichts anbrennen zu lassen und die Basis für die kommenden Wochen zu legen", sagte Zeidler. Saisonhöhepunkt ist die Weltmeisterschaft in Amsterdam (24. bis 30. August).
Der Deutschland-Achter musste sich im Finale den Niederlanden, Großbritannien und Rumänien geschlagen geben. Bei der 500-Meter-Marke lagen Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Paul Klapperich, Ole Bartenbach und Steuermann Jonas Wiesen knapp vorn, wurden dann von den Niederländern und kurz nach Streckenhälfte auch von den Briten überholt. Auf dem letzten Streckenabschnitt zogen schließlich auch die Rumänen vorbei.
"Auf den ersten 1000 Metern haben wir gesehen, dass es möglich ist, mit der Weltspitze mitzufahren. Wir sind offensiv ins Rennen gegangen und dann den Heldentod gestorben. Wenn der Ofen aus ist, dann ist es vorbei", sagte Hagemeister. Der Frauen-Achter erreichte Rang fünf.
"Natürlich hat nicht alles perfekt funktioniert, aber die Entwicklung vieler Mannschaften stimmt mich optimistisch", kommentierte DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock.