Nach dem Umbruch: Hockey-Weltmeister feilen an WM-Form
Die Vorbereitung auf das Großereignis im Sommer geht in die finale Phase. Auch die deutschen Frauen wollen sich für die WM einspielen.
Feinschliff holen für den Angriff auf den nächsten Titel: Die deutschen Welt- und Europameister im Hockey starten in die entscheidende Phase der Vorbereitung auf die WM in den Niederlanden und Belgien (ab 15. August). "Wo stehen wir? Das ist genau die Frage, die wir uns auch gerade stellen", gestand Männer-Bundestrainer André Henning vor den Partien in der Pro League in den Niederlanden ab Samstag und später auch in Berlin.
Nach dem EM-Titel in Mönchengladbach 2025 hatten der langjährige Kapitän Mats Grambusch und Abwehrchef Lukas Windfeder ihre internationalen Karrieren beendet. Das junge deutsche Team, das 2023 auch Weltmeister geworden war, steckt seither in einem Umbruch. "Alle Verbindungen im Team sind zusammengebrochen und müssen neu aufgebaut werden, weil das die Leute sind, die die wichtigsten Aufgaben bei uns hatten und emotional die wichtigsten Stützen dieser Mannschaft waren", sagte Henning. "Leute, die so ein bisschen mitlaufen konnten, müssen jetzt ganze Länderspiele steuern."
Am kommenden Samstag (16 Uhr) und eine Woche darauf (15.30 Uhr) trifft Deutschland im Nationenwettbewerb auf den Olympiasieger aus den Niederlanden. Am Mittwoch und Donnerstag (jeweils 19.30 Uhr/alle MagentaSport) heißt der Gegner in Rotterdam Indien. Gegen Ende des Monats finden auch Pro-League-Partien der deutschen Männer und Frauen in Berlin statt.
Verzichten muss Henning auf einen Pfeiler des Erfolgs der vergangenen Jahre. Strafecken-Experte Gonzalo Peillat wird nach einem Kreuzbandriss Ende des vergangenen Jahres auch die WM verpassen, wie Henning am Donnerstag bestätigte. "Wir wissen das seit dem Winter und sind uns bewusst, dass wir versuchen müssen, ihn zu ersetzen", sagte der Coach und blickte auf die Olympischen Spiele 2028 voraus: "Unser gemeinsames Ziel ist Gold in Los Angeles."
Die deutschen Frauen waren in den vergangenen Jahren nicht ganz so erfolgreich. Auch Bundestrainerin Janneke Schopman muss seit Olympia 2024 einen Umbruch moderieren. "Wir haben natürlich eine sehr junge Mannschaft. Mit Blick auf die WM sind diese Spiele sehr, sehr wichtig", sagte sie vor den Spielen gegen England (Samstag/Sonntag, jeweils 16 Uhr) und Australien (Mittwoch/Donnerstag, jeweils 20.30 Uhr) in London. Bei der WM in den Niederlanden und Belgien spielen Männer und Frauen parallel ihre Weltmeister aus.