Attacke auf Aachen: Vielseitigkeitsreiter im DM-Fokus
In Luhmühlen wollen sich Deutschlands beste Vielseitigkeitsreiter nicht nur den Titel holen, sondern sich auch für die WM empfehlen.
Das Scheinwerferlicht auf Luhmühlen strahlt in diesem Jahr noch ein bisschen heller. Die Meisterschaftsentscheidung beim Traditionsturnier der Vielseitigkeitsreiter steht ganz im Schatten der anstehenden Heim-WM - und diese besondere Situation "merkt man schon", erklärte Annette Wyrwoll, Vorsitzende des DOKR-Vielseitigkeitsausschusses, dem SID. Bei der nationalen Meisterschaftsentscheidung (18. bis 21.) wollen gleich einige Reiter "nochmal in den Fokus" für das Jahreshighlight reiten.
In Niedersachsen sind die Chancen dafür in diesem Jahr größer als sonst, schließlich gab es "im Vorfeld etwas Verletzungspech", erklärte Wyrwoll. Die Auswahl sei kleiner - und "deswegen haben also auch Reiter, die vor zwei, drei Jahren noch nicht im Fokus waren für ein Championat, dieses Jahr schon eine gute Chance, sich noch für Aachen in Szene zu setzen".
Auch weil in Luhmühlen, dem "Wimbledon Deutschlands", der Prominenteste fehlt: Michael Jung, dreifacher Olympiasieger im Einzel, lässt die Meisterschaft sausen, stattdessen bestreitet er mit der Springreit-Equipe den Nationenpreis in Rotterdam. An seiner WM-Teilnahme ändert das allerdings nichts. "Durch seine Rolle im Team hat er natürlich ein ganz anderes Standing", erklärte Wyrwoll, in seiner Abwesenheit können nun andere glänzen.
Vorausgesetzt, Titelverteidigerin Julia Krajewski stiehlt mit Olympiapferd Nickel nicht allen die Show. Vier Meisterschaftssiege im Einzel hat die 37-Jährige, die 2021 als erste und bis heute einzige Frau Einzelgold bei Olympia holte, schon gewonnen. Hinter ihr klafft jedoch eine Lücke, das Schaufenster für Aachen (11. bis 23. August) ist so noch groß.
Am Donnerstag und Freitag müssen sich die Reiter zunächst auf dem Dressurviereck behaupten (9.30/9.00 Uhr), bevor es am Samstag mit der Königsdisziplin Gelände weitergeht (ab 13.25 Uhr). Das nächste Meisterpaar wird dann am Sonntag nach dem abschließenden Springen gekürt (ab 13.50 Uhr) - wer sich den Titel holt, darf sich auf dem Weg nach Aachen zusätzlich über einen wichtigen Etappensieg freuen.