"Trainer verschlissen": Bierhoff bemängelt fehlende Charaktere
Bei den deutschen Nationalspielern sieht der frühere DFB-Geschäftsführer ein "Persönlichkeits- und Charakter-Thema".
Das schlechte Abschneiden der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren liegt laut Oliver Bierhoff nicht etwa am Trainer oder an fehlender Qualität im Kader - der ehemalige DFB-Geschäftsführer sieht die großen Probleme vielmehr in der mangelhaften Führungsstärke der deutschen Fußballer. Im Vergleich mit den Spitzennationen wie Frankreich und Spanien habe die DFB-Elf "nicht die herausragenden Persönlichkeiten mit hohen individuellen Stärken. Zudem haben wir ein Persönlichkeits- und Charakter-Thema", prangerte der 58-Jährige im kicker an.
Mit den Spielern ging Bierhoff hart ins Gericht. "Mit Jogi Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann hat die Mannschaft drei kompetente und erfolgreiche Trainer verschlissen", warf der Europameister von 1996 der Mannschaft vor, denn das Team könne in kritischen Momenten "nicht den Schritt zulegen. Wir haben sehr professionelle und gute Spieler, aber zu wenige, die Verantwortung und Initiative auf dem Platz übernehmen."
So habe bei den vergangenen Weltmeisterschaften in Katar und in den USA vor allem "Herz, Leidenschaft und Charakter" gefehlt, sagte Bierhoff, er "hatte das Gefühl, wir waren gelähmt und konnten auf schwierige Situationen nicht reagieren".
Unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp hofft Bierhoff nun aber auf eine Trendwende. "Ich bin überzeugt davon, dass er schon mit dem ersten Spiel Begeisterung entfachen wird", erklärte er, schon mit seinem Doppelkader habe Klopp für Eindruck gesorgt. Klopp wolle "Dinge anders machen", die Botschaft laute: "So wie bisher geht es nicht weiter."