Pyro-Eklat bei Prager Derby: Spielabbruch statt Meisterfeier
Slavia-Vereinspräsident Jaroslav Tvrdik bittet vielfach um Entschuldigung und spricht von einer "Schande".
Platzsturm mit Pyro-Würfen, dazu Gewalt gegen Spieler: Anhänger von Slavia Prag haben für den Abbruch des 317. Derbys gegen den Erzrivalen Sparta gesorgt - und den vorzeitigen Gewinn der tschechischen Fußballmeisterschaft durch ihren Klub am Samstagabend verhindert. "Das war der schlimmste Moment in der jüngeren Geschichte des Vereins", sagte Klubpräsident Jaroslav Tvrdik am Sonntag.
Beim Stand von 3:2 für Slavia in der siebten Minute der Nachspielzeit waren nur noch rund drei Minuten zu spielen, als zahlreiche Fans den Rasen stürmten und dabei allem Anschein nach gezielt zahlreiche Bengalos in Richtung des Sparta-Blocks warfen, auch Sparta-Profis wurden getroffen.
"Das war eine Schande. Ich weigere mich, diese Leute Fans zu nennen. Ich entschuldige mich bei den Sparta-Spielern Jakub Surovcik, Jakub Martinec und Matyas Vojta", sagte Tvrdik weiter. Slavias Fankurve werde vorerst gesperrt und "erst wieder geöffnet, wenn alle Täter identifiziert sind - auch wenn das bedeutet, dass die Tribüne für die gesamte Saison 2026/27 geschlossen bleibt."
Nach den Vorfällen war das Spiel abgebrochen worden. Die Spieler beider Mannschaften begaben sich umgehend in die Kabinen, die Gäste verließen das Stadion anschließend mit dem Bus.
Tvrdik bekannte, er rechne nun mit Konsequenzen durch die Liga: "Es liegt nun am Disziplinarausschuss des LFA. Das Spiel wurde durch unser Verschulden gestört, die Unterbrechung wurde von unseren Fans verursacht. Es ist zu erwarten, dass das Spiel zu unserem Nachteil gewertet wird. Wir müssen damit rechnen. Unsere Situation im Titelkampf ist dadurch extrem schwierig geworden. Ich entschuldige mich nochmals bei allen, es tut mir leid."