Rückkehr nach Afrika: Formel 1 vor Premiere in Ruanda
In der kommenden Woche soll die offizielle Bekanntgabe erfolgen.
Die Formel 1 steht offenbar vor ihrer Premiere in Ruanda. Das teilten Quellen aus der nationalen Regierung und beim Automobil-Weltverband FIA am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP mit. Für die Motorsport-Königsklasse wäre es eine Rückkehr nach Afrika, zuletzt hatte die Formel 1 1993 im südafrikanischen Kyalami Halt gemacht. Nun soll ab 2030 in Ruanda gefahren werden.
"Ruandas Bewerbung um die Ausrichtung des Formel-1-Rennens wurde genehmigt, eine Einigung wurde erzielt", hieß es demnach aus Regierungskreisen. Ruanda und die FIA haben die Entscheidung noch nicht offiziell bekannt gegeben, laut einer der FIA nahestehenden Quelle werde die Ankündigung aber nächste Woche in der ruandischen Hauptstadt Kigali erfolgen. Zudem soll das Projekt von Katar unterstützt werden.
In der Vergangenheit hatte vor allem Rekordweltmeister Lewis Hamilton auf eine Rückkehr nach Afrika gepocht. "Seit sechs, vielleicht sogar sieben Jahren kämpfe ich hinter den Kulissen darum, einen Grand Prix auf die Beine zu stellen", hatte der Ferrari-Star zu Saisonbeginn im australischen Melbourne gesagt: "Ich setze mich mit den Verantwortlichen zusammen und frage: 'Warum sind wir nicht in Afrika?' Ich möchte den Sport nicht verlassen, ohne dass es dort einen Grand Prix gibt, ohne dort Rennen fahren zu können, also setze ich mich dafür ein."
In der Diskussion über ein Rennen in Afrika war in den letzten Jahren auch immer wieder Südafrika als potenzielle Station genannt worden. Trotz der Zusage für Ruanda soll ein zweiter Grand Prix auf dem Kontinent im Bereich des Möglichen liegen. "Südafrika wird die Formel 1 bekommen, noch vor 2030", hatte Südafrikas Sportminister Gayton McKenzie bereits am Mittwoch bei X geschrieben.
Man sei "glücklich" für Ruanda, sie hätten "länger daran gearbeitet als Südafrika und es verdient", schrieb McKenzie: "Man darf jedoch nicht vergessen, dass ein Land, nämlich Italien, bereits zwei Formel-1-Rennen pro Jahr veranstaltet hat, und manche reagieren so, als könne ein Kontinent mit 55 Ländern nur ein einziges Rennen bekommen."
Ruanda wird seit vielen Jahren Sportswashing als Ablenkung von Menschenrechtsverletzungen im Land vorgeworfen. Neben großen Fußballklubs wie Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal hatte bereits der FC Bayern Werbung für das Land gemacht, seit dem vergangenen Jahr beschränkt sich die Zusammenarbeit beim Rekordmeister auf die Entwicklung einer Jugendakademie vor Ort. 2025 ging auch die Radsport-WM in Ruanda über die Bühne.