Florida: Privatflugzeug stürzt in Wohngebiet – neun Tote
Beim Absturz eines Privatflugzeugs auf ein Wohngebiet im US-Bundesstaat Florida sind alle neun Insassen ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich am Sonntagmittag (Ortszeit) am helllichten Tage im Bezirk Palm Beach County. Der Absturzort liegt damit nicht weit von Mar-a-Lago entfernt, der Privatresidenz von US-Präsident Donald Trump.
"Das war offensichtlich ein verheerender Flugzeugabsturz", sagte Gouverneur Ron DeSantis vor Journalisten. "Es sah aus wie eine herabstürzende Rakete. Am Straßenrand blieb ein großer Krater zurück." Aufnahmen, die in sozialen Medien kursierten, scheinen den Moment des Absturzes zu zeigen. Darauf ist zu sehen, wie Autos eine Straße entlangfahren, als plötzlich ein Flugzeug nahezu senkrecht vom Himmel stürzt und am Boden in einem gewaltigen Feuerball explodiert.
So zeigt sich Donald Trump auf Instagram:
Der Aufprall ließ einen Krater im Asphalt zurück. Trümmerteile seien laut DeSantis über eine beträchtliche Distanz geschleudert worden. Aus einer nahe gelegenen Wohnwagensiedlung brachten Rettungskräfte laut US-Medien rund 600 Menschen in Sicherheit. Das Gebiet sei zunächst für Ermittlungen und Aufräumarbeiten abgesperrt worden.
"Mayday, Mayday (...) Wir werden abstürzen"
Audiomitschnitte dokumentieren laut US-Medien die letzten Funksprüche der Pilotin mit dem Kontrollturm, bevor die Maschine abstürzte. "Mayday, Mayday", habe sie gerufen und den Notfall erklärt. Das Flugzeug verliere rasch an Höhe, meldete sie den Berichten zufolge - zuletzt habe sie von einem Höhenverlust von rund 6.000 Metern pro Minute gesprochen. "Wir werden abstürzen. (…) Wir haben keine Zeit mehr", habe die Pilotin dann dem Kontrollturm zugerufen. Warum die Maschine abstürzte, blieb zunächst unklar.
Der Learjet 60 war vom Flughafen Austin-Bergstrom International in Texas gestartet und auf dem Weg zum Flughafen North Eleuthera auf den Bahamas, wie die US-Luftverkehrsbehörde (FAA) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Präsident Trump, gerade im Endspurt vor den Parlamentswahlen am Dienstag, hatte Wahlkampftermine in anderen Bundesstaaten und befand sich daher nicht in seiner Residenz Mar-a-Lago.
Ermittler berichten von Turbulenzen und mögliche Schäden vor dem Aufprall
Bei einer Pressekonferenz in West Palm Beach nannten Ermittler erste Einzelheiten zum Flugverlauf. Die Besatzung habe zunächst in rund 10.700 Metern Höhe von mäßigen Turbulenzen und Vereisung berichtet. Kurz darauf habe sie wegen Niederschlags um einen Steigflug gebeten. Weniger als 30 Sekunden später habe die Maschine einen Sinkflug angekündigt und dann den Mayday-Ruf abgesetzt.
Es gebe Hinweise darauf, dass das Flugzeug möglicherweise bereits vor dem Aufprall teilweise auseinanderbrach. Das Trümmerfeld sei sehr groß; die Bergung der Trümmer werde mehrere Tage dauern.
Anders als zunächst angenommen gab es wohl doch einen Verletzten am Boden: Ein Mann in einem Fahrzeug im betroffenen Gebiet erlitt den Ermittlern zufolge eine Beinverletzung. Eine Unfallursache konnten sie noch nicht nennen.