In diesen Bundesländern ist das Borreliose-Risiko am höchsten
Bei rund 138.000 in Deutschland gesetzlich Versicherten wurde 2024 erstmalig eine durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose diagnostiziert. Die bakterielle Infektionskrankheit kann bei falscher Behandlung zu einer chronischen Erkrankung werden. Eine Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigt nun, dass es bei den Borreliose-Infektionen in Deutschland große regionale Unterschiede gibt. Im Süden und im Osten der Republik ist das Risiko an Borreliose zu erkranken am höchsten.
Süd- und Ostdeutschland am stärksten betroffen
Die meisten Borreliose-Infektionen gab es 2024 mit 361 Fällen je 100.000 Versicherte in Sachsen. Auch in anderen Ostdeutschen Bundesländern wie Thüringen (342), Brandenburg (310), Mecklenburg-Vorpommern (310) und in Sachsen-Anhalt (284) sind die Inzidenzen deutlich höher, als in anderen Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen etwa wurden deutlich weniger Infektionen gemeldet, in der Region Nordrhein gab es 2024 mit 116 gemeldeten Fällen pro 100.000 Versicherten vergleichsweise wenige Infektionen. Im Schnitt infizierten sich vorletztes Jahr 221 Menschen pro 100.000 Versicherten bundesweit mit Borreliose.
Auch Bayern, insbesondere die Landkreise um den Bayerischen Wald, liegt bei den Infektionszahlen mit 311 Fällen pro 100.000 Versicherten über dem Bundesdurchschnitt.
Klimawandel begünstigt höhere Infektionszahlen
Die Gründe für die unterschiedlichen Fallzahlen unter den einzelnen Bundesländern sind vielfältig. Ein wesentlicher Einflussfaktor scheint jedoch der Klimawandel zu sein. So verlängern mildere Winter und wärmere und feuchtere Zeiträume zwischen Frühjahr und Herbst in bestimmten Regionen die Aktivitätsdauer und erhöhen deren Dichte. So kommen Menschen dort häufiger in Kontakt mit Zecken was zu höheren Fallzahlen führt. Anhand der durch die Auswertung gewonnen Erkenntnisse sollen nun gezielte Präventionsstrategien entwickelt werden.