Herbstliche Hautpflege - Feuchtigkeitspflege und Tipps für trockene Haut im Herbst
Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, stellt auch unsere Haut andere Ansprüche an die Pflege. Kalte Außenluft, trockene Heizungsluft und häufige Aufenthalte in geschlossenen Räumen können ihr wertvolle Feuchtigkeit entziehen. Die Folge sind oft trockene Haut, Spannungsgefühle und ein fahler Teint. Höchste Zeit also, die Beauty-Routine an die kühlere Jahreszeit anzupassen. Wir verraten Ihnen, worauf es bei der Hautpflege im Herbst ankommt.
1. Auf reichhaltige Feuchtigkeitspflege setzen
Während im Sommer leichte Cremes häufig ausreichen, darf es im Herbst ruhig etwas reichhaltiger sein. Sinkende Temperaturen und weniger Sonnenlicht verändern das Fett-Feuchtigkeits-Gleichgewicht der Haut: Sie produziert weniger Talg und Schweiß und kann dadurch schneller austrocknen. Besonders trockene Haut profitiert jetzt von rückfettenden Cremes und Seren mit Hyaluronsäure, Ceramiden, Niacinamid, Panthenol oder Urea. Sie versorgen die Haut mit Feuchtigkeit, beruhigen gereizte Stellen und unterstützen die natürliche Schutzbarriere.
2. Die Haut sanft reinigen
Damit der natürliche Schutzmantel erhalten bleibt, empfiehlt sich eine milde, seifenfreie Reinigung. Produkte wie Reinigungsschaum oder -öl mit einem hautfreundlichen pH-Wert von etwa 5,5 sind eine gute Wahl. Spannt die Haut nach dem Waschen, ist das Reinigungsprodukt möglicherweise zu aggressiv. Bei trockener Haut genügt häufig eine gründliche Reinigung am Abend, während morgens lauwarmes Wasser ausreicht.
3. Sonnenschutz nicht vergessen
Auch wenn die Sonne im Herbst seltener scheint: UV-Strahlung erreicht die Haut selbst an kalten und bewölkten Tagen. UVA-Strahlen können zudem Glasscheiben durchdringen und Hautzellen schädigen. Deshalb gehört Sonnenschutz weiterhin zur täglichen Pflegeroutine. Verwenden Sie im Gesicht mindestens LSF 30 mit UVA- und UVB-Schutz. Auch das Blaulicht von Laptop, Fernseher und Smartphone kann womöglich die Haut belasten, wissenschaftlich belegt ist das aber nicht.
4. Die Haut von innen unterstützen
Eine ausgewogene Ernährung trägt ebenfalls zu einer gesunden Hautbarriere bei. Setzen Sie auf möglichst unverarbeitete Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Nüsse. Karotten, Kürbis, Süßkartoffeln und Brokkoli liefern Vitamin A und Beta-Carotin. Vitamin E und Biotin finden sich unter anderem in Eigelb, Haferflocken, Lachs und Nüssen. Omega-3-Fettsäuren aus fettem Fisch und Nüssen wirken entzündungshemmend. Auch Proteine sowie Zink und Eisen sind wichtige Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung. Ausreichend Wasser zu trinken, gehört ebenfalls dazu.
5. Unreinheiten und verstopften Poren vorbeugen
Der Wechsel zwischen kalter Außenluft und warmer Heizungsluft kann die Haut aus dem Gleichgewicht bringen. Auch Schals, Mützen und kratzige Pullover können sie reizen und Unreinheiten begünstigen. Leichte, nicht-komedogene Feuchtigkeitspflege und sanfte Peelings helfen, abgestorbene Hautzellen zu entfernen. Besonders geeignet sind je nach Hauttyp chemische Peelings mit Salicylsäure (BHA) oder Alpha-Hydroxysäuren (AHA). BHA eignet sich vor allem für fettige, zu Unreinheiten neigende Haut, AHA für trockene Haut.
Wichtig: Führen Sie Säurepeelings langsam ein und verwenden Sie sie höchstens zweimal pro Woche. Am besten tragen Sie sie abends auf und ergänzen anschließend eine reichhaltige Feuchtigkeitspflege. Da sie die Haut vorübergehend lichtempfindlicher machen können, ist Sonnenschutz am nächsten Morgen besonders wichtig.
6. Rötungen und Spannungsgefühle lindern
Wenn die Sommerbräune verblasst, wirkt der Teint häufig fahl und blass. Zusätzlich können niedrige Temperaturen die Blutgefäße verengen und die Durchblutung der Hautzellen verringern. Rötungen und Reizungen können die Folge sein. Bei Spannungsgefühlen helfen rückfettende Pflegeprodukte mit Hyaluronsäure, Panthenol oder Vitamin E. Für trockene Körperstellen eignen sich nach dem Duschen Produkte mit Sheabutter, Olivenöl, Arganöl, Urea oder Panthenol.
7. Retinol in die Pflegeroutine integrieren
Retinol zählt zu den bewährten Wirkstoffen gegen Hautalterung und Unreinheiten. Es regt die Kollagenproduktion und den Zellstoffwechsel an, kann feine Linien glätten und Akne entgegenwirken. Da es die Haut empfindlicher gegenüber Licht machen kann, bietet sich der Herbst für die Einführung in die Pflegeroutine an. Trotzdem gilt: Täglicher Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 und UVA- sowie UVB-Schutz bleibt unverzichtbar.
Retinol ist in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht geeignet. Außerdem sollte man es langsam einschleichen, am besten abends, und nicht am selben Abend wie Säurepeelings anwenden, sonst drohen Reizungen.
8. Lippen, Hände und Füße nicht vergessen
Auch Lippen, Hände und Füße leiden im Herbst und Winter häufig unter Trockenheit. Lippenpflege mit Sheabutter, Kakaobutter, Vaseline oder Bienenwachs hält die Lippen geschmeidig. Für ein DIY-Peeling mischen Sie je einen Teelöffel Honig, Zucker und Kokosöl, lassen die Mischung zehn Minuten einwirken und spülen sie anschließend mit lauwarmem Wasser ab.
Hände und Füße freuen sich über regelmäßiges Eincremen mit Produkten, die beispielsweise Panthenol, Urea, Aloe vera, Mandelöl, Sheabutter oder Kokos- und Olivenöl enthalten. Auch Handschuhe und rückfettende Waschprodukte helfen, trockener Haut entgegenzuwirken. Ein Milch-Honig-Fußbad sorgt zusätzlich für einen kleinen Pflege-Moment.
Duschen und baden Sie möglichst kurz und lauwarm, statt die Haut mit heißem Wasser zu beanspruchen. Verzichten Sie außerdem auf zu häufige Peelings. Ein Luftbefeuchter oder eine Wasserschale auf der Heizung kann die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen zumindest ein wenig erhöhen und so Haut und Schleimhäute vor dem Austrocknen schützen. Noch besser geeignet ist ein Luftbefeuchter.