Hohe Selbstkritik zerstört ErotikFrauen schaffen es, solche negative Gefühle zu entwickeln, auch wenn überhaupt kein Anlass dazu besteht. Oft treiben sie es mit der Selbstkritik unbegründet auf die Spitze. Die bekannte Sexkolumnistin Anne West spricht von einem regelrechten "Brain-Mobbing" – auch bildhübsche, schlanke Frauen nehmen ihre Schönheit oft nicht richtig wahr und unterdrücken ihr Verlangen. Durch die negative Selbstkritik halten sie ihre erotische Betriebstemperatur auf lauwarm, so Anne West.
Attraktivität wichtiger als LeistungWas ist der Grund dafür, dass Frauen sich durch ein negatives Körperbild oft selbst hemmen? Die Sexual-Expertin Dr. Beate Korda weiß, dass sich Frauen mehr über die Attraktivität definieren als über ihre Leistung. Für viele Frauen ist es wichtig, schlank und fit zu bleiben, um für die Männer attraktiv und sexy zu wirken. Dafür nimmt frau so einiges auf sich: regelmäßig Sport treiben und gesund essen – dieser Lebensinhalt wird mit unheimlich viel Selbstdisziplin genährt.
Kampf um AufmerksamkeitIn der heutigen Highspeed-Gesellschaft ist das Leben ein einziger äußerlicher Kampf um Aufmerksamkeit. Das liegt auch daran, dass wir immer mehr Menschen in immer kürzerer Zeit treffen. Dabei müssen wir uns schneller entschieden, ob wir den Kontakt vertiefen wollen oder nicht, so der Beziehungsforscher Manfred Hassebrauck. Natürlich ist es deswegen klar, dass das eigene Erscheinungsbild eine immer größere Rolle spielt.
Hoher Druck von außenMedien und Werbung präsentieren dabei Schönheitsideale, die trotzdem unter Druck setzen – und wenig mit der Realität zu tun haben. Schlanker, sportlicher, schöner muss einfach sein – diesen Antrieb lösen die Bilder und Werbeclips der Medien nicht nur bei Frauen aus. Kein Wunder, dass sich 90 Prozent beim Sex wohler fühlen würden, wenn sie etwas an ihrer Figur ändern könnten, wie eine Studie von Billy Boy unter 300 Männern und Frauen zeigt. 64 Prozent der Männer achten laut der Studie darauf, dass sie selbst beim Sex eine gute Figur machen. Nur 36 Prozent ist die Figur der Partnerin wichtiger. Dieses Wissen könnte für Frauen eine enorme Entlastung sein.
Sport steigert nicht nur die Lust auf SexWenn man gleichzeitig noch ein wenig an seiner Figur arbeitet, also Sport macht, entspannt sich die Psyche – und der Kopf wird freier. Das Körperempfinden wird automatisch gehoben, und man fühlt sich attraktiver. Vor allem Frauen werden hemmungsloser, wenn sie sich selbst nur sexy genug finden. Zu gutem Sex gehört einfach Selbstvertrauen und ein gutes Gefühl für den eigenen Körper – genau das, was Sport vermittelt - dadurch haben Sportler einen unbestrittenen Vorteil und mehr Lust im Bett.
Waschbär oder Waschbrett?44 Prozent der Frauen wünschen sich zwar einen großen, sportlich-athletischen Partner, aber 18 Prozent bevorzugen durchaus einen "Waschbär" anstelle des "Waschbrett"-Bauches. Sie schätzen es, wenn der Mann ein paar Kilo mehr als nötig auf die Waage bringt. Vielleicht als Entlastung für die Frauen selbst? Aber auch Männer bevorzugen Kurven anstelle von Bohnenstangen. Fakt ist: Männer und Frauen, die optimistisch daherkommen und sich in ihrem Körper wohl fühlen (nobody is perfect!), haben eine spürbar bessere Ausstrahlung, wirken sympathischer und auch begehrenswerter als jemand, der eine perfekte Figur hat, aber nur Unzufriedenheit versprüht. Denn guter Sex – der geht in Wahrheit nur mit gutem Kopf!