Passkeys: Die Ablösung für klassische Passwörter
Die Passkey-Funktion in WhatsApp wird auf einem Smartphone angezeigt. Passkeys ermöglichen die Anmeldung über biometrische Verfahren oder Gerätesperren statt über klassische Passwörter.
Passwörter sind nicht einfach zu nutzen und nicht in jedem Fall sicher. Passkeys sind eine moderne Lösung, die fast keine Nachteile, aber viele Vorteile bietet.
Warum Passkeys besser sind
Passwörter zu aktualisieren und zu verwalten, kann eine große Aufgabe sein. Je nach Passwortvolumen musst Du Dich um Hunderte kümmern – viel zu viel. Passkeys sind hingegen direkt auf dem Gerät gespeichert, sicherer als Passwörter und bieten Vorteile wie einen garantiert sicheren, unknackbaren Phishing-Schutz. Da es keine Passwörter gibt, können auch keine Passwörter entwendet werden – wie es immer wieder vorkommt, wenn Webseiten angegriffen werden.
Aber wie funktioniert das?
Sobald Du einen Passkey generierst, entstehen ein öffentlicher und ein privater Schlüssel, wie es von vielen kryptographischen Systemen bekannt ist. Dieser private Schlüssel ist höchst sensibel und bleibt immer auf deinem Smartphone oder im Passwortmanager. Wahlweise hast Du auch die Cloud, wo Du deine Passkeys ablegen kannst – das eigene Gerät ist aber wahrscheinlich die bessere Alternative.
Die geheimen Schlüssel schützt Dein Smartphone durch biometrische Methoden, also beispielsweise einen Scan Deines Fingerabdrucks oder Deines Gesichts.
Der öffentliche Schlüssel hingegen ist nicht sensibel. Er wird zum Beispiel an eine Webseite weitergegeben, wo Du Dich einloggen möchtest. Damit Du Dich bei dem Konto dann auch wirklich anmelden kannst, brauchst Du allerdings sowohl den privaten als auch öffentlichen Schlüssel. Sobald Du Dich anmeldest, passiert Folgendes:
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1. Die Webseite sendet eine Anfrage an Dein Gerät. Der einzige Zweck ist, den Prozess zu starten, um Dich zu verifizieren. Nutzt Du einen Passwortmanager, kann die Anfrage auch dorthin gesendet werden.
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2. Jetzt wird nach der Methode gefragt, die Du beim Erstellen des Passkeys verwendet hast – also beispielsweise ein Fingerabdruck oder ein Gesichtsscan. Damit wird autorisiert, dass es sich tatsächlich um Dein Gerät handelt.
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3. Stimmst Du allem zu, wird Dein privater Schlüssel verwendet, um eine einmalige Signatur zu erstellen. Diese wird dann an die Webseite gesendet.
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4. Mit dieser Signatur kann die Webseite den öffentlichen Schlüssel entschlüsseln. Schlägt dies fehl, handelt es sich nicht um das richtige Gerät und der Zugang wird nicht gewährt. Geht alles glatt, weiß die Webseite, dass es sich tatsächlich um Deinen Key handelt – und Du bist eingeloggt.
Warum ist das sicherer?
Aus dem öffentlichen Schlüssel kann Dein privater Schlüssel nicht abgeleitet werden. Geht also Dein öffentlicher Key aufgrund eines Datenlecks verloren, wissen zwar andere, dass dies Dein öffentlicher Schlüssel ist – aber sie können nichts damit anfangen. Cyberangriffe verlieren also einen Großteil ihres Schreckens. Jeder Passkey ist außerdem nur für eine spezifische Webseite gültig. Fremde, gefälschte Webseiten – beliebter Trick bei Phishing-Angriffen – würden also das Passkeyverfahren nicht korrekt einleiten können, da sie eben gar nicht über einen solchen Key verfügen.
Einziger Nachteil der Passkeys
Es gibt einen bedeutenden Haken bei einem Passkey: Da der private Schlüssel lokal gespeichert wird, könntest Du auch Zugang zu deinem Konto verlieren, wenn Du Dein Gerät verlierst. Dies ist eine ernsthafte Bedrohung, der Du aber aus dem Weg gehen kannst, indem Du den Key nicht einfach nur lokal speicherst. Cloud-Sicherung umgeht dies – oder ein YubiKey. Du könntest deinem Konto auch ein einmaliges, sicheres Passwort als Backup-Möglichkeit hinzufügen. Bei Geräteverlust kommst Du also trotzdem noch an Dein Konto.

Ratschlag: Ausprobieren!
Passkeys sind eine bedeutende Änderung in der Art, wie Du Dich auf Webseiten einloggen kannst. Jede Änderung bringt erstmal eine gewisse Honeymoon-Phase mit sich, in der man sich zuerst orientieren muss: „Wie funktioniert das alles?“ Wir raten Dir daher dazu, es einfach zu testen. Entscheide Dich für einen eventuell nicht so kritischen Dienst und teste dort die Logins via Passkey. Wenn Du damit warm geworden bist, kannst Du Dich später noch immer entscheiden, ob die Passkey-Variante oder klassische Passwörter für Dich weiterhin die beste Methode sind.
Insgesamt haben Passkeys langfristig die Nase eindeutig vorn, wenn es um Deine Konten- und Gerätesicherheit geht. Mit dem erwähnten Haken, dass ein Geräteverlust problematisch sein kann, musst Du Dich aber eventuell auseinandersetzen.