Fehlende Sicherheitszertifikate: So behebst Du das Problem
Fehlende Sicherheitszertifikate: So behebst Du das Sicherheitsproblem!
Windows-Rechner sind teilweise durch fehlende Sicherheitszertifikate bedroht. Microsoft stellt Updates bereit, aber nicht immer installieren sich diese automatisch.
Secure Boot ist im Sommer 2026 ein zentrales Thema. Die Sicherheitszertifikate verlieren schrittweise ihre Gültigkeit, was zu Problemen führen kann. Auf jeden Fall ist ein Update auf die aktuelle Version, die aus dem Jahre 2023 stammt, wichtig. Microsoft hat neben dem regulären Update auch ein Notfall-Update herausgebracht. Dennoch gibt es eine kleine Gruppe von Systemen, auf denen sich die Aktualisierung nicht selbstständig durchführt.
Du musst im Zweifelsfall also manuelle Schritte durchführen, um das Update für Secure Boot zu erhalten. Im folgenden Ratgeber erfährst Du, wie Du prüfst, ob das Update auf Deinem System bereits installiert ist, wie Du ein manuelles Update durchführst und was es mit Secure Boot überhaupt auf sich hat.
Was steckt hinter Secure Boot?
Secure Boot ist eine Schutzfunktion im BIOS, die dafür sorgt, dass auf einem System nur digital zertifizierte Software geladen werden kann. Bei jedem Systemstart lädt Dein Computer diesen Code, um nicht zertifizierte Software zu blockieren. Das ist ein wirksamer Abwehrmechanismus gegenüber Malware oder Rootkits, die solche Lücken ausnutzen.
Secure Boot heißt auf Deutsch „sicherer Systemstart“ und das Konzept funktioniert ähnlich wie eine Kontrollschranke. Damit sich diese öffnet, muss die Software, die vorbei möchte, ein Zertifikat besitzen, das mit der Datenbank von Secure Boot übereinstimmt. Besteht eine Anwendung diesen Check nicht, ist keine Ausführung beim Systemstart möglich.
Auf einigen Computern sind nach wie vor Sicherheitszertifikate aus dem Jahr 2011 installiert. Es gibt insgesamt vier dieser Zertifikate für Secure Boot. Drei davon sind bereits im Juni 2026 ausgelaufen, das letzte Zertifikat für Secure Boot verliert im Oktober 2026 seine Gültigkeit. Ein Update der Zertifikate ist also wichtig, um nach Ablauf der Gültigkeit weiterhin einen umfassenden Schutz zu gewährleisten.
So prüfst Du, ob Deine Secure-Boot-Zertifikate aktuell sind
Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass Dein PC weiterhin startet und funktioniert, selbst wenn die Secure-Boot-Sicherheitszertifikate abgelaufen sind. Ein augenscheinlich normal funktionierender PC ist somit aber auch kein Hinweis auf ein potenzielles Problem mit den Sicherheitszertifikaten.
Auf vielen Systemen wurden die aktualisierten Sicherheitszertifikate bereits selbstständig installiert und auf die Version von 2023 gebracht. Sofern dies bei Deinem PC nicht passiert ist, sollte Dein Betriebssystem früher oder später eine Warnung anzeigen. In der Taskleiste zeigt Dir Windows ein blaues Schildsymbol mit einer gelben oder roten Markierung an.
Selbst wenn Du eine solche Warnung nicht siehst, solltest Du dennoch den Status prüfen. Dies tust Du, indem Du die Secure-Boot-Anzeige in Windows öffnest. Diese findest Du in der Windows Sicherheit, wenn Du dort den Punkt „Gerätesicherheit“ öffnest und unter „Secure Boot“ nach einem grünen Haken suchst. Dieses zeigt an, dass alles in Ordnung und auf einem aktuellen Stand ist. Siehst Du hingegen ein gelbes oder rotes Ausrufezeichen, sind die Sicherheitszertifikate nicht aktualisiert. In dem Fall musst Du selbst tätig werden.
Diese Schritte sind bei veralteten Sicherheitszertifikaten ratsam
Zeigt Dein Computer eine gelbe oder rote Warnung bezüglich Secure Boot an, kann das System anscheinend die Updates von Microsoft nicht selbstständig installieren. Der Grund hierfür ist in der Regel eine veraltete Firmware auf Deinem Rechner. Ein BIOS-Update ist keine einfache Aktualisierung und deshalb solltest Du an diesem Punkt besonders vorsichtig vorgehen.
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Schritt 1: BIOS/UEFI Deines PCs aktualisieren
Die Software, die für den Systemstart direkt nach dem Einschalten verantwortlich ist, nennt sich mittlerweile UEFI. Früher war dies das BIOS und der Begriff hat sich bis heute gehalten. Hier ist die Firmware des Mainboards gespeichert. Ein Update der Firmware führst Du direkt im UEFI durch.
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Bei einer Warnung im Betriebssystem zu Secure Boot solltest Du also direkt im UEFI prüfen, ob die Firmware auf dem aktuellen Stand ist. Wie genau Du dies anstellst und was Du beachten musst, erfährst Du in umfassenden Ratgebern zum Thema UEFI-Update.
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UEFI-Update bei Komplettsystemen wie von Dell, HP oder Lenovo
Für Komplettsysteme größerer Hersteller gibt es im Internet eigene Supportseiten. Auf diesen findest Du Diagnosetools oder Downloads für die Firmware sowie Systemtreiber. Nutze nach Möglichkeit ein solches Diagnosetool, um sicherzustellen, dass Deine UEFI-Version auf dem neuesten Stand ist.
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Teilweise sind diese Supportseiten sehr komplex und es ist schwierig, das eigene System exakt zu bestimmen. In einem solchen Fall kannst Du Dich direkt an den Support wenden oder versuchen, über andere Anleitungen herauszufinden, wie ein UEFI-Update auf Deinem System funktioniert.
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Bei einem selbstgebauten PC ein UEFI-Update durchführen
Viele stellen sich den eigenen PC selbst zusammen und bauen diesen dann aus einzelnen Komponenten. Auch einige Rechner, die bei Dienstleistern oder Systemhäusern erworben wurden, sind auf diesem Weg zusammengebaut worden.
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Bei solchen DIY-PCs existiert natürlich keine zentrale Supportseite einer Marke. Updates für das UEFI/BIOS bekommst Du aber direkt vom Hersteller des Mainboards. Suche Hersteller, Modell und die Versionsnummer Deines Mainboards heraus. Besuche mit diesen Informationen die Webseite des Herstellers. Dort findest Du unter den Downloads die aktuelle UEFI/BIOS-Version. Du kannst in den Updatehinweisen zudem prüfen, ob es einen Hinweis auf die Aktualisierung der Sicherheitszertifikate für Secure Boot gibt.
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Hast Du Probleme, Dein Mainboard zu identifizieren, stehen Dir verschiedene Optionen offen. Zum einen kannst Du ein Tool wie HWiNFO downloaden und installieren. Dieses zeigt Dir alle Informationen zu Deinem Mainboard an, wie Hersteller, Typ und Versionsnummer. Zum anderen kannst Du während der Bootphase das UEFI/BIOS aufrufen. Dies gelingt, je nach Hersteller, durch einen Druck auf F12, ESC oder Entf direkt beim Systemstart. Hier findest Du ebenfalls alle notwendigen Angaben, um das passende UEFI-Update herunterzuladen.
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Hast Du eine neuere Version für UEFI Deines Mainboards gefunden, geht es an die Installation. Bei manuellen Updates ist es oft erforderlich, die neue Version zunächst auf einen USB-Stick zu kopieren. Dann bootest Du Dein System neu, und gehst in das UEFI- oder BIOS-Menü, um von dort das Update zu starten.
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Teilweise sind Updates für UEFI oder BIOS auch als Installationsanwendungen für den Desktop verfügbar. Dies macht eine Aktualisierung deutlich einfacher. Du benötigst keinen USB-Stick und musst auch nicht umständlich im UEFI- oder BIOS-Menü nach der Funktion für die Aktualisierung suchen.
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Ist die BIOS- oder UEFI-Version Deines Mainboards sehr alt und stehen zahlreiche neuere Versionen zum Download zur Verfügung, ist es oftmals ratsam, das Update in mehreren Schritten durchzuführen. Lade also mehrere der Updates herunter und installiere diese in der korrekten Reihenfolge. Größere Versionssprünge verursachen in seltenen Fällen Probleme, die dazu führen können, dass Dein System nicht mehr startet.
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UEFI- oder BIOS-Update bei modifizierten Systemen
Nicht alle PCs fallen eindeutig in die Kategorie Fertigsystem oder DIY. Einige Plattformen, wie etwa Intel NUC, kommen teilkonfiguriert und müssen mit Komponenten wie der Grafikkarte oder einer Festplatte ergänzt werden.
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Bei solchen Systemen ist es ratsam, wenn Du zuerst auf der Webseite des Herstellers schaust, ob es ein Tool für das UEFI/BIOS-Update gibt. Alternativ stellen viele Hersteller eine Anwendung bereit, die Deinen Computer analysiert und Dir alle notwendigen Informationen über das System bereitstellt. So findest Du heraus, welches Mainboard verbaut ist, und erhältst genauere Spezifikationen über den Stand des BIOS.
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Schritt 2: Vorsicht bei Online-Aktivitäten
Abgelaufene Sicherheitszertifikate von Secure Boot stellen aktuell ein noch eher geringes Risiko dar. Jedoch zeigt die Vergangenheit, dass Sicherheitslücken mit der Zeit immer stärker ausgenutzt werden. Gerade mit der Unterstützung durch die Künstliche Intelligenz ist es Kriminellen inzwischen mit wenig Aufwand möglich, Malware zu entwickeln. Potenziell drohen veraltete Secure-Boot-Zertifikate also zum Sicherheitsrisiko zu werden.
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Wer ein System mit veralteten Sicherheitszertifikaten besitzt, sollte gerade beim Surfen im Internet vorsichtig sein. Achte darauf, welche Extensions für den Browser Du installierst, welche Anwendungen Du herunterlädst und welche Webseiten Du besuchst. Dies sind häufige Einfallstore für Malware, die von den fehlenden Sicherheitszertifikaten nicht mehr gestoppt werden kann.
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Schritt 3: Antivirensoftware immer aktuell halten
Neben Secure Boot ist Antivirensoftware ein weiteres Werkzeug im Kampf gegen Malware und andere Schadsoftware. Antivirensoftware kann jedoch nur effektiv sein, wenn diese aktuell ist. Achte also darauf, dass Dein Antivirenschutz vorhanden, aktiv und immer auf dem neuesten Stand ist. Jedoch bieten diese Programme nur einen begrenzten Schutz gegenüber Bootkits, die sich im Autostart eingenistet haben. Eine aktualisierte Antivirensoftware ist also keine Garantie für ein geschütztes System. Dennoch ist es sinnvoll, eine aktuelle Antivirensoftware einzusetzen. Vor allem können diese Lösungen verhindern, dass sich Bootkits oder Malware im aktiven Betrieb installieren.
Es gibt für mein System keine Secure-Boot-Updates – was tun?
Ob Du die aktualisierten Sicherheitszertifikate installieren kannst, hängt leider nicht ausschließlich von Dir ab. Stellt der Hersteller Deines Systems oder Deines Mainboards keine neue Firmware bereit, scheitert die Installation der neuen Zertifikate eventuell.
Ob dies der Fall ist, findest Du über die Webseiten der Hersteller heraus. Anlaufstellen sind erneut die Marke Deines PCs oder der Hersteller Deines Mainboards. Eventuell findest Du dort Hinweise auf Secure Boot. Ist seit geraumer Zeit für Dein System oder Dein Mainboard keine neue UEFI- oder BIOS-Version veröffentlicht worden, kannst Du ebenfalls davon ausgehen, dass der Support eingestellt wurde. Eine weitere Möglichkeit, nach Informationen zu suchen, sind einschlägige Foren. Hier kannst Du auch nach Hilfe oder Ratschlägen zu Deinem System fragen.
Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Situation steigt mit dem Alter des Systems. Leider gilt dann, dass Besitzer eines solchen Computers einfach Pech haben, denn ein Workaround für die Installation der neuen Sicherheitszertifikate existiert nicht. Wer einen solchen PC weiterhin nutzen möchte, kommt also um ein Upgrade der Hardware nicht herum.
Grundsätzlich ist vom weiteren Betrieb eines Systems ohne aktuelle Secure-Boot-Zertifikate abzuraten. Die Gefahr, dass eine Schadsoftware auf den Computer gelangt, nimmt stetig zu. Da dies auch finanzielle Schäden mit sich bringen kann, beispielsweise durch den Diebstahl von Internetbanking-Zugangsdaten, sollte die eigene Sicherheit hier Priorität haben.
Es bleibt jedoch noch eine Option, um solchen Systemen dieselben Sicherheitseigenschaften wie mit funktionierendem Secure Boot zu verleihen: der Wechsel von Windows auf Linux. Linux Secure Boot verhindert ebenfalls, dass nicht zertifizierte Anwendungen auf dem System ausgeführt werden.