Aus diesen Gründen stellen alte Router und Smartphones ein Sicherheitsrisiko dar
Aus diesen Gründen stellen alte Router und Smartphones ein Sicherheitsrisiko dar
Hacker nutzen häufig veraltete Geräte und fehlende Sicherheitsupdates, um sich Zugang zu Netzwerken zu verschaffen. Vor allem alte Router werden oft als Sicherheitsrisiko übersehen.
„Upcycling“ ist weiterhin stark im Trend. Nicht nur aus Sparsamkeit, auch aus Umweltbewusstsein heben viele ihre alten Geräte auf. Ein altes Smartphone wird zum Spielzeug für die Kinder, mit überholten Tablets lassen sich weiterhin Smarthome-Funktionen steuern und ein nicht mehr zeitgemäßer Router kann weiterhin als WLAN-Verstärker gute Dienste leisten.
Welches Sicherheitsrisiko solche veralteten Geräte für das heimische Netzwerk darstellen, wird oftmals übersehen. Ohne ständige Updates vom Hersteller fehlt es an den notwendigen Funktionen, um sich gegen Malware und Cyberkriminelle zu schützen. Für Hacker ein gefundenes Fressen. Sie nutzen die fehlende Security aus und verschaffen sich somit Zugang zu privaten Daten.
Fehlende Updates und überforderte Geräte
Geräte sind auf regelmäßige Updates angewiesen, denn die Hacker erweitern ihr Repertoire stetig um neue Methoden und Schadsoftware. Veraltete Geräte, welche nicht mit Updates versorgt werden, sind diesen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Vor allem Betriebssysteme sind gefährdet. So können sich schnell schwerwiegende Sicherheitslücken im Kernel und in den Treibern auftun. Schwachstellen dieser Art sind ausreichend bekannt, lassen sich jedoch nicht mehr beheben.
Und selbst wenn alte Geräte mit Updates versorgt werden, kann die Hardware nicht immer Schritt halten. Bei den Smartphones sind es vor allem Android- und iOS-Versionen, die an HTTPS-Verbindungen, neuen Zertifikaten und an Algorithmen zur Verschlüsselung scheitern. Für die Sicherheit von Hardware und von privaten Daten ist dann nicht mehr gesorgt.
Besonders gefährdet: Alte Router
Über den Router laufen im heimischen Netzwerk die Ströme zur Kommunikation mit dem World Wide Web. Er ist das Tor zur digitalen Außenwelt und hat ebenfalls die Aufgabe, schädliche Akteure vom Eintritt abzuhalten. Dementsprechend haben es Angreifer auch auf dieses Tor abgesehen.
Bei älteren Routern steht die Tür oftmals sperrangelweit offen. Das liegt vor allem an fehlenden Sicherheitsfunktionen wie Protected Management Frames (PMF). Wenn nur WPA oder WPA2 zur Verfügung stehen, können sich Hacker mithilfe von KRACK-Angriffen (Key Reinstallation Attack) Zugang verschaffen. Selbst Brute-Force-Angriffe, also die gezielte Überwältigung der Sicherheitsarchitektur mit vielfachen Anfragen, sind häufig genutztes Mittel.
Einige veraltete Router bekommen vom Hersteller keine Firmware-Updates mehr. Die Besitzer des Routers wissen davon oftmals nichts und werden auch nicht informiert. In diesem Fall brauchen die Hacker sich keine große Mühe zu geben; das heimische Netzwerk ist ihnen schutzlos ausgeliefert. Dann können Angreifer auch auf andere Geräte im Netzwerk zugreifen und die ein- und ausgehenden Daten mitlesen. Der dadurch entstehende Schaden kann immens sein und weit über den reinen Datendiebstahl hinausgehen.
Wie gefährdet ist Dein Netzwerk?
Relevante Schwachstellen kannst Du sofort untersuchen, um festzustellen, ob Deine Geräte veraltet sind. Sollten gleich mehrere dieser Aspekte zutreffen, dann sollte das Gerät so bald wie möglich ausgetauscht werden. Du kannst überprüfen, ob das Gerät innerhalb eines Jahres Sicherheitsupdates erhalten hat. Ist dem nicht der Fall, dann ist das Netzwerk akut gefährdet.
Das Betriebssystem sollte so aktuell wie möglich sein. Überprüfe bei iOS- und Android-Smartphones die aktuelle Version des Betriebssystems und vergleiche sie mit der Version von neuen Geräten. Kritisch wird es auch, wenn das Gerät nicht mehr offiziell unterstützt wird, also keine neuen Sicherheitsupdates mehr erhält.
Schwieriger zu überprüfen sind die Verschlüsselungen und Protokolle. Wenn Du Warnungen beim Surfen erhältst oder Verbindungen nicht zustande kommen, dann ist das Gerät bereits veraltet und sollte ausgetauscht werden. Hardware wie Router oder Smarthome-Anlagen haben ohnehin nur eine begrenzte Lebenszeit. Ab einem Alter von fünf Jahren solltest Du über einen Wechsel nachdenken.
Die heimlichen Schwachstellen
Oftmals unterschätzte Gefahren stellen veraltete Geräte dar, welche zwar weiterhin ihren Dienst verrichten, allerdings erhebliche Sicherheitslücken aufweisen. Zwar besteht weiterhin eine Internetverbindung, doch diese basiert auf veralteten Sicherheitszertifikaten. Die Hacker können somit die Datenströme abgreifen, ohne dass Du davon etwas mitbekommst.
Mittlerweile scannen Hacker gezielt nach solchen veralteten Routern und Smarthome-Anlagen. Dabei setzen sie Botnetzwerke ein, was sich zu einem lukrativen Geschäft entwickelt hat. Das Mirai-Botnet ist berüchtigt dafür, zielgerichtet nach veralteten Geräten zu suchen und diese zu kapern. Während Du die Geräte weiterhin nutzt, arbeiten diese im Hintergrund gegen Dich. Im schlimmsten Fall nutzen die Hacker sie für DDoS-Angriffe.
Diese alten Geräte kannst Du bedenkenlos nutzen
Veraltete Geräte müssen nicht automatisch ein massives Sicherheitsrisiko darstellen. Einige kannst Du weiterhin problemlos verwenden, ohne dass Hacker sie für ihre Zwecke nutzen können. Als Faustregel gilt: Was nicht auf eine Internetverbindung angewiesen ist, gilt als sicher. Mit einem „Air Gap“ kannst Du dafür sorgen, dass alte Hardware auch vor Cyberkriminellen sicher ist, indem sie gänzlich vom Netzwerk abgeschottet werden.
Sichere Geräte umfassen etwa MP3-Player im Offline-Betrieb, digitale Bilderrahmen oder Anzeigeeinheiten ohne Verbindung zum Heimnetz. Weiterhin kannst Du ältere Geräte mit dem Betriebssystem LineageOS fit machen. Damit erhalten auch alte Smartphones weiterhin Sicherheitsupdates. Allerdings sind nicht alle Geräte damit kompatibel und die Installation erfordert technisches Know-how.
Entscheidest Du Dich, die alten Geräte lieber zu entsorgen, dann stelle sicher, dass keine privaten Daten auf der Festplatte verbleiben. Sie werden nicht automatisch gelöscht, wenn Du das Betriebssystem neu aufsetzt.
Diese Hardware solltest Du ersetzen

„Upcycling“ ist löblich, sollte jedoch nicht zum persönlichen Schaden führen. Internetfähige Geräte, welche keine Sicherheitsupdates mehr erhalten, stellen ein erhebliches Risiko für das Heimnetz und die Privatsphäre dar. Ein Update auf neue Geräte ist keine Schande, wenn es der eigenen Sicherheit dient.
Besser noch: Du greifst zu Modellen, welche auf lange Zeit mit frischen Updates versorgt werden. Einige Hersteller wie Samsung und Google bieten mittlerweile Produkte mit einer Sicherheitsgarantie von vielen Jahren an. Dazu zählen unter anderem das Google Pixel 10 und andere Pixel-Smartphones, die sieben Jahre lang Sicherheitsupdates erhalten sollen. Bei Samsung sind es hochwertige Smartphones wie das Galaxy S25 und das Galaxy S26. Samsung gewährleistet für diese ebenfalls sieben Jahre lang Sicherheitsupdates. Interessant könnte auch ein Hersteller wie Fairphone sein. Dessen Fairphone 6 soll über eine hohe Lebensdauer verfügen und sich leicht reparieren lassen.
Der Router ist ein wichtiger Bestandteil jedes Netzwerkes. Daher sind regelmäßige Updates der Firmware und neue Sicherheitsupdates besonders wichtig. Wenn diese Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann, dann muss ein neuer Router her. Bei der Wahl eines neuen Gerätes solltest Du darauf achten, dass der Router WPA3-Verschlüsselung aufweist. Neue Router wie die Fritzbox 5690 Pro nutzen diesen Standard und sind zudem mit Glasfaser kompatibel.
Fazit: Biete Hackern keine Schwachstellen, schließe Sicherheitslücken
Alte Geräte funktionieren mit guter Pflege für viele Jahre. Außerdem ist „Upcycling“ nachhaltig und im Trend. Ein Sicherheitsrisiko stellen veraltete Smartphones und Router dennoch dar, wenn sie in Sachen Verschlüsselung und Updates nicht mehr auf dem neuesten Stand sind. Daher ist es ratsam, alte Geräte regelmäßig auf Sicherheitslücken zu überprüfen. Zu leicht bieten Schwachstellen wie veraltete Router den Hackern ein Einfallstor. Dementsprechend sollten alte Geräte schnell durch sichere, moderne Hardware ersetzt werden.