IPS, Mini-LED und OLED im Vergleich
IPS, Mini-LED, OLED: Das können die drei Bildschirm-Typen
Du brauchst einen neuen Monitor. Doch welche Upgrades sind ihr Geld auch wirklich wert? Wir schauen uns IPS, Mini-LED und OLED genauer an.
Was bringt die leistungsfähigste Grafikkarte, wenn der Bildschirm die Grafik in eine matschige Einöde verwandelt? Der Monitor ist das visuelle Verbindungsstück zwischen dem Nutzer und dem Rechner. Und wir verbringen jeden Tag Stunden damit, genau auf diesen Bildschirm zu starren.
Daher sollten Käufer nicht zu knausrig sein, wenn sie sich einen neuen Monitor zulegen wollen. Mittlerweile haben sich die Auswahlmöglichkeiten für gute PC-Bildschirme so sehr ausgeweitet, dass man schnell die Übersicht verliert. Vor einigen Jahren ging es vor allem um die Größe und die Auflösung. Heute fragen sich Käufer, was Mini-LED von OLED unterscheidet, was einen guten Gaming-Monitor ausmacht und ob das alles für einen Büro-Monitor notwendig ist.
Panel-Typen: IPS, Mini-LED und OLED
Derzeit beherrschen drei Panel-Standards den Markt: IPS, Mini-LED und OLED bieten alle ihre eigenen Vorzüge und eignen sich für unterschiedliche Anwendungen. Überlege Dir vor dem Kauf genau, welcher Typ für Dich infrage kommt.
IPS-Monitore für den Alltag und für alle Anwendungen
„IPS“ steht für „In-Plane Switching“. Dieser Panel-Typ hat sich seit vielen Jahren als vielseitiger Allrounder etabliert. Ein IPS-Monitor ist die beste Wahl, wenn Du von allem etwas möchtest. Die Bildschirme halten lange, geben Farben originalgetreu wieder und weisen ebenfalls einen hohen Blickwinkel auf. Damit eignen sich IPS-Monitore für vielfältige Aufgaben, vom Büro bis zum Homeoffice, für Bild- und Videobearbeitung und auch für das gelegentliche Zocken.
Allerdings weisen diese Monitore einen starken Kontrast auf, der sich besonders bei dunklen Hintergründen bemerkbar macht. Der „IPS-Glow“ sorgt dafür, dass dieser eher dunkelgrau erscheint. Ein Vorteil: Die Gefahr des Einbrennens ist bei IPS-Monitoren sehr gering.
LG UltraGear 27GR75Q-B: IPS-Monitor für alle Zwecke:

- Preis: ca. 299 Euro
- Bilddiagonale und Größe: 27 Zoll (68,5 cm), 16:9
- Panel und Auflösung: IPS, WQHD (2.560 x 1.440 Pixel)
- Farbraum, Helligkeit: 99 % sRGB-Abdeckung, unterstützt HDR10, maximale Helligkeit 300 Nits
- Bildwiederholrate und Reaktionszeit: 165 Hz nativ, 1 ms
- Synchronisation: AMD FreeSync Premium, Nvidia G-Sync Compatible
- Ergonomie-Funktionen: höhenverstellbar, neig- und schwenkbar, mit 90-Grad-Pivot-Funktion
- Zusatzfunktionen: Flicker-Safe-Hintergrundbeleuchtung, Blaulichtreduktion (Reader Mode), softwarebasierte Menüsteuerung (OnScreen Control)
- Anschlüsse: 1 x DisplayPort 1.4, 2 x HDMI (Version nicht vom Hersteller angegeben), 1 x 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer
Dieser Monitor richtet sich an eine breite Käuferschicht und kann sowohl für Gamer als auch für den Büroalltag gute Dienste leisten. Die Bilddiagonale des LG UltraGear 27GR75Q-B ist für Office-Anwendungen und für Gaming ausreichend. 27 Zoll und WQHD-Auflösung gehören zu den beliebtesten Maßen bei Monitoren. Texte werden dank WQHD ausreichend scharf wiedergegeben und Gamer werden mit der Bildwiederholrate von 165 Hz zufrieden sein. Auch in Sachen Bildbearbeitung kann der Monitor mit der 99 % sRGB-Farbraumabdeckung punkten.
Mini-LED für Gaming, Filme und Bildbearbeitung
Bei den Mini-LEDs handelt es sich um eine Weiterentwicklung der LCD-Monitore. Das „Mini“ steht für die verkleinerten LEDs. Dank ihrer geringen Größe lassen sich Farb- und Lichteffekte noch wirksamer darstellen. Beim sogenannten „Local Dimming“ werden Teilbereiche des Bildschirms heruntergeregelt, wenn das Bild sehr dunkel sein soll. Diese Bereiche können sogar komplett abgeschaltet werden. Damit ergibt sich ein kontrastreiches Bild, an dem sich vor allem Gamer erfreuen dürften und jene, die am PC Filme und Serien schauen. Der Kontrast bleibt auch in hellen Räumen deutlich sichtbar, was bei der Bild- und Videobearbeitung von Vorteil ist. Die starken Kontraste können jedoch auch den Blooming-Effekt hervorrufen, bei dem kleine Lichtkränze um helle Objekte entstehen. Dieser Effekt wird etwa beim Mauszeiger deutlich.
Nicht nur für Gamer: Der AOC Gaming Q27G3XMN

- Preis: 259 Euro
- Bilddiagonale und Größe: 27 Zoll (68,5 cm), 16:9, matt
- Panel und Auflösung: QHD (2.560 x 1.400 Pixel), VA-Panel
- Farbraum, Helligkeit: Mini-LED, 336 lokale Dimmzonen mit Local Dimming
- Kontrast und Helligkeit: 3.000:1 statischer Kontrast, maximal 1.000 Nits Spitzenhelligkeit
- HDR-Zertifizierung: VESA-zertifiziertes DisplayHDR 1000
- Bildwiederholrate und Reaktionszeit: 180 Hz nativ, 1 ms
- Synchronisation: AMD FreeSync Premium Pro
- Ergonomie-Funktionen: höhenverstellbar um 130 mm, 90-Grad-Pivot-Funktion, Standfuß abnehmbar, kompatibel mit VESA-Wandhalterung (Maße: 100 x 100 mm)
- Zusatzfunktionen: Flicker-Safe-Hintergrundbeleuchtung, Blaulichtreduktion (Low Blue Light), AOC G-Menu Konfigurationssoftware
- Anschlüsse: 1 x DisplayPort 1.4, 2 x HDMI 2.0, 1 x 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer
Der AOC Gaming Q27G3XMN gehört zu den günstigeren Mini-LEDs und zeigt, was Monitore dieser Art leisten können. Die Spitzenhelligkeit und Dynamik sind dank VESA-zertifiziertem DisplayHDR wesentlich höher im Vergleich zu den IPS-Monitoren und das Local Dimming sorgt für starke Kontraste. Bildschirmbereiche lassen sich mit den 336 Dimmzonen lokal gänzlich abschalten. Der gute Kontrast zeigt sich vor allem bei HDR-Videos und HDR-kompatiblen Games.
OLED-Monitore: Heimkino und beste Gaming-Erlebnisse
Kein Monitor ist in Sachen Kontraste und Bildschärfe so überlegen wie ein OLED-Panel. Statt Leuchtdioden hinter dem Panel bildet jedes einzelne Pixel sein eigenes Lichtelement. Das ermöglicht eine präzise Beleuchtung bis ins kleinste Detail. Es ist den OLEDs somit auch möglich, einzelne Bereiche auszuschalten und somit komplett schwarz darzustellen. Film- und Serien-Liebhaber werden an den satten Farben und starken Kontrasten ihre Freude haben.
OLED-Monitore sind auch die erste Wahl für viele Gamer, denn es besteht beinahe keine Reaktionsverzögerung. Gegenüber anderen hochwertigen Bildschirmen, wie etwa den Mini-LEDs, sind die OLEDs jedoch häufig dunkler. Das macht sich vor allem bei großen Bildern und einheitlichen Farbumgebungen bemerkbar. Zudem ist das Risiko des Einbrennens bei ihnen größer, weswegen sie sich weniger für Büro-Inhalte eignen. Zusatzfunktionen wie Pixel-Refresh, Pixel-Shift und automatische Helligkeitsanpassungen sollen die „Burn-Ins“ verhindern.
Für Gaming auf höchstem Niveau: Asus ROG Swift OLED PG27AQDM

- Preis: 600 Euro
- Bilddiagonale und Größe: 26,5 Zoll (67,3 cm), 16:9, reflexionsarme Anti-Glare-Oberfläche
- Panel und Auflösung: WQHD (2.560 x 1.440 Pixel), 10-Bit-OLED
- Farbraum und Farbtreue: 99 % DCI-P3-Farbraumabdeckung, Farbgenauigkeit von Delta E größer als 2
- Kontrast und Helligkeit: maximal 1.000 Nits Spitzenhelligkeit, gleichmäßige Helligkeitsbegrenzung optional
- Bildwiederholrate und Reaktionszeit: 240 Hz nativ, 0,03 ms
- Synchronisation: Nvidia G-Sync Compatible, AMD FreeSync Premium, GameFast Input (mit Eingabeverzögerungs-Reduzierung)
- Panel-Schutz: Heatsink-Kühlkörper für das Wärmemanagement, weniger Burn-Ins dank softwareseitiger Spannungsoptimierung
- Ergonomie: flexibel verstellbarer Standfuß
- Konfigurationen: Windows-Software für Monitoreinstellungen, mit Maus steuerbar
- Anschlüsse: 1 x DisplayPort 1.4, HDMI (Version nicht vom Hersteller angegeben), integrierter USB-Hub
Dieser OLED-Monitor lässt das Gamer-Herz höher schlagen. Dank der Reaktionszeiten von 0,03 Millisekunden werden Eingaben während hitziger Multiplayer-Gefechte verzögerungsfrei im Spiel umgesetzt. Die hohe Bildwiederholrate von 240 Hertz trägt ihr Übriges dazu bei. Zudem bietet der Asus ROG Swift OLED PG27AQDM ein enorm schwarzes Bild. Dem gängigen Problem der Burn-Ins will der Hersteller mit dem passiven Kühlkörper entgegenwirken. Weiterhin hilft eine softwareseitige Spannungsoptimierung und reduziert das Risiko des Einbrennens von Pixeln.
Vergleich: IPS vs Mini-LED vs OLED
Die drei Panel-Typen bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile, die hier übersichtlich dargestellt werden.
-
Schwarzwert und Kontrast:
IPS: durchschnitt, mit Grauschleier
Mini-LED: hohe Kontraste, Blooming
OLED: beste Kontraste, sattes Schwarz
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Spitzenhelligkeit:
IPS: ausreichend, 300 bis 400 Nits
Mini-LED: beste, 1.000 und mehr Nits
OLED: hoch, 400 bis 1.000 Nits
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Reaktionszeit:
IPS: schnell, 1 bis 4 ms
Mini-LED: schnell, 1 bis 4 ms
OLED: beinahe verzögerungsfrei, 0,03 ms
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Blickwinkelstabilität:
IPS: sehr hoch
Mini-LED: hoch
OLED: extrem hoch
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Risiko für Einbrennen:
IPS: nicht vorhanden
Mini-LED: nicht vorhanden
OLED: geringes Risiko, abhängig von Schutzmechanismen
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Preis-Leistungs-Verhältnis:
IPS: gut
Mini-LED: gut
OLED: teuer
Zusätzliche Software für den Monitor
Die neue Hardware kann mehr leisten, wenn sie von der richtigen Software unterstützt wird. Drei Software-Tools optimieren Deinen neuen Monitor. Das Tool „Microsoft PowerToys (FancyZones)“ ist vor allem bei großen Monitoren und beim Format Ultrawide sinnvoll. Es unterteilt den Bildschirm in unterschiedliche Raster, die Du selbst festlegen und individualisieren kannst. Mit dem Halten der Shift-Taste ordnest Du den Bildschirm um und behältst so die Übersicht.
Mit dem Tool „Twinkle Tray“ nimmst Du Helligkeitseinstellungen gleich am Desktop vor. Dann ist es nicht mehr notwendig, am Monitor mit den OSD-Buttons hantieren zu müssen, was bei vielen Bedienfeldern äußerst umständlich ist. Und das Tool „Auto Dark Mode“ hilft bei OLED-Displays, indem es den Bildschirm automatisch in den dunklen Modus schaltet. Dadurch verringerst Du das Risiko von Burn-Ins. Das Tool lässt sich auch mit kompatiblen Anwendungen und Webseiten nutzen.
Der richtige Monitor für Deine Ansprüche
Die Auswahl an Monitor-Typen ist dank der unterschiedlichen Panel-Technologien groß. Dabei kommt es letztlich auf Deine Ansprüche und auf Deinen Geldbeutel an. Der IPS-Monitor ist die beste Wahl, wenn Du nur einen verlässlichen Bildschirm für den Alltag benötigst, ohne zu tief in die Tasche greifen zu wollen. Auch beim gelegentlichen Zocken leistet er gute Dienste.
Die besten Bilderlebnisse auch in hellen Räumen erzielen die Mini-LED-Bildschirme. Dank ihrer vielen Leuchtdioden schaffen sie starke Kontraste, selbst kleine Bereiche können pechschwarz erscheinen. Auch in Sachen HDR sind die Mini-LEDs eine gute Wahl, sei es für Videos oder für Spiele. Engagierte Zocker greifen hingegen zu den OLED-Bildschirmen. Diese liefern eine hohe Bildqualität, hohe Schwarzwerte und blitzschnelle Reaktionszeiten. Das lassen sich Gamer jedoch viel kosten.