Fake-Handynummern: Legal und sinnvoll?
Fake-Handynummern: Legal und sinnvoll?
Fake-Handynummern sind nicht nur etwas für Kriminelle. In diesem Beitrag erfährst Du, wo der Einsatz von falschen Nummern gerechtfertigt ist und wie es funktioniert.
Die Handynummer ist ein gängiges Mittel, um sich auf vielen Online-Plattformen als echte Person auszuweisen. Daher wird sie häufig bei Registrierungsprozessen verlangt. Oftmals wird sie für den Gebrauch der Plattform oder Dienste eigentlich nicht benötigt. Gerade deshalb ist es ärgerlich, wenn man im Anschluss von Spam-SMS und betrügerischen Anrufen belästigt wird. Ist es deshalb ratsam, eine Fake-Handynummer zu verwenden und wie sinnvoll ist das?
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Wie funktioniert eine Fake-Nummer?
Damit kein Missverständnis besteht: Auch eine Fake-Nummer funktioniert als Mobilfunknummer. Mit ihr kannst Du Nachrichten empfangen und versenden sowie Einmal-Codes, One-Time-Pads (OTPs) oder Zwei-Faktoren-Authentifizierung nutzen. Allerdings gehört sie nicht Dir. Stattdessen wird sie von Online-Diensten bereitgestellt und von ihnen verwaltet. Im Grunde handelt es sich bei solchen Nummern um virtuelle oder temporäre GSM-Nummern.
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Oftmals bieten die Online-Dienste die Fake-Nummern über einen Nummernpool an. Eingehende SMS-Nachrichten tauchen dann in diesem Pool auf, angezeigt über einen Browser. Für die längerfristige Nutzung bieten sie sich dementsprechend nicht an.
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Übrigens: Telefonieren ist mit einer solchen Fake-Nummer zumeist nicht möglich. Die meisten Online-Dienste ermöglichen es Dir nur, Nachrichten, SMS und Codes zu empfangen. Anrufe sind allerdings nicht in den Diensten integriert.
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Sinn und Zweck von Fake-Nummern
Der Einsatz einer Fake-Handynummer dient vor allem dem Schutz der Privatsphäre und der persönlichen Daten. Damit kannst Du etwa einen Online-Dienst testen, ohne Deine echte Nummer preiszugeben. Das bietet sich vor allem dann an, wenn Du Dir unsicher bist, wie sehr Du dem Online-Dienst vertrauen kannst. Sollten hinter dem Dienst Cyberkriminelle stecken oder sollten diese sich durch Hacks Zugriff zu den Datenbanken der Plattform verschaffen, dann bleibt Deine echte Handynummer verschont.
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Selbst wenn die Plattformbetreiber keine finsteren Machenschaften verfolgen, bleibst Du zumindest von nervigen Werbe-SMS oder Spam-Anrufen verschont. Zudem kannst Du Dich somit anonymer im Netz bewegen, denn Deine Handynummer wird nicht automatisch mit Deinem Nutzerkonto oder Deiner E-Mail-Adresse verknüpft.
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Risiken und Schwächen der Fake-Handynummern
Perfekt ist diese Lösung jedoch nicht. Denn die Nummernpools der Fake-Handynummern sind in der Regel öffentlich einsehbar. Sobald Du eine Nachricht erhältst, kann die jeder andere ebenfalls sehen. Das ist vor allem bei sensiblen und privaten Daten ein Risiko. Solltest Du einen Online-Dienst auch zukünftig nutzen wollen, dann stellt es ein Sicherheitsrisiko dar, denn Cyberkriminelle können hier Zugangscodes erfassen.
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Weiterhin sind sich die Betreiber der Online-Dienste der Existenz der Nummernpools durchaus bewusst. Viele von ihnen sperren solche Nummern automatisch aus, wenn sich ein anderer Nutzer bereits mit der Nummer angemeldet hat. Zudem kann es zu Verzögerungen beim Empfang der Nachricht kommen, wodurch die Anmeldung unnötig erschwert wird.
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Kosten der Fake-Nummern
In der Regel ist die Verwendung von Fake-Handynummern kostenlos. Manche erlauben kostenlose Tests, andere stellen den Dienst komplett kostenfrei zur Verfügung. Die kostenpflichtigen Abos sind nur dann notwendig, wenn Du den Dienst für einen längeren Zeitraum nutzen willst. Der Vorteil: Die kostenlosen Nummern werden häufiger genutzt und dementsprechend häufiger gesperrt. Bei den kostenpflichtigen Nummern ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass der Anbieter sie bereits kennt.
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Wie legal sind Fake-Handynummern?
Grundsätzlich handelt es sich um einen legalen Dienst. Es besteht kein Verbot von Fake-Nummern für legale Zwecke. Viele Dienste verbieten jedoch explizit die Verwendung von falschen Nummern, weswegen sich Nutzer schnell in einer Grauzone bewegen. Sollte der Einsatz einer Fake-Handynummer auffliegen, dann könnte der Anbieter das Konto sperren oder löschen. Zudem schützen nicht bei illegalen Aktivitäten. Straftaten, welche mit einer Fake-Nummer begangen werden, werden weiterhin gemäß dem Straftatbestand geahndet.
Fake-Handynummer erstellen: So geht’s
Die Verwendung eines Online-Dienstes stellt die einfachste Möglichkeit dar, an eine gefakte Mobilfunknummer zu kommen. Solche Online-Dienste nennen sich etwa onlinesim.io oder online-sms.org. Rufe die Webseite auf und wähle Dir eine freie Nummer aus.
Beim Registrierungsvorgang brauchst Du lediglich diese Nummer anzugeben. Im Anschluss solltest Du beim gewählten Fake-Nummern-Dienst die Nachricht sehen, welche an diese Handynummer gesendet wurde. Eventuell musst Du die Webseite neu laden.
Prepaid-SIM als Alternative
Die Fake-Handynummern sind nicht die perfekte Lösung. Eine andere Möglichkeit stellen die Prepaid-SIM-Karten dar. Diese sind zwar nicht kostenlos, dafür hast Du wesentlich mehr Kontrolle und die Nachrichten sind nicht öffentlich für jeden sichtbar. SIM-Karten lassen sich zu einem kleinen Preis kaufen und dann in ein altes Smartphone einfügen, um dieses mitsamt der Nummer für Registrierungen zu nutzen.