Alles zu Copilot+-PCs, NPUs und Windows-KI-Features
Das Wichtigste zu Copilot+-PCs, NPUs und Windows-KI-Features
Wir erklären, was ein Copilot+-PC ist, welche Hardware erforderlich sind und welche Vorteile Dir NPUs und die KI-Funktionen von Windows bieten.
Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in moderne Computer. Besonders sogenannte Copilot+-PCs verbinden leistungsfähige Hardware mit neuen KI-Funktionen in Windows 11. Eine zentrale Rolle spielt dabei die NPU, die KI-Aufgaben effizient und teilweise lokal verarbeitet. Dadurch sollen Datenschutz, Energieeffizienz und Leistung verbessert werden. Im Folgenden werden die Voraussetzungen, Vorteile und wichtigsten KI-Funktionen von Copilot+-PCs vorgestellt.
Das Wichtigste zu Copilot+-PCs, NPUs und Windows-KI-Features
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1. Was ist ein Copilot+-PC?
Den Begriff Copilot+-PC prägte Microsoft im Frühjahr 2024. Er bezeichnet eine Klasse von Desktop-PCs und Notebooks mit dem Betriebssystem Windows 11, die Nutzern besondere Features bieten sollen. Microsoft selbst bewirbt die neue Computerklasse offensiv als die "schnellsten und intelligentesten Windows-PCs, die je gebaut wurden." Um als Copilot+-PC zu gelten, muss ein Computer folgende Bedingungen erfüllen:
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a) NPU
Unverzichtbar für Copilot+-Computer ist ein separater Neuronalprozessor, auch Neural Processing Unit oder kurz NPU genannt. Dieser soll sich komplett auf KI-Aufgaben konzentrieren und muss mindestens 40 TOPS – also 40 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde – schaffen.
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b) Pluton
Pluton ist ein von Microsoft entwickelter Sicherheitschip. Dieser wird in die CPU integriert. Als Ersatz oder Ergänzung von TPM-Sicherheitschips soll er einen besseren Schutz vor Angriffen – wie Cyber-Attacken oder Datendiebstahl – bieten.
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c) RAM
Eine ausreichender Arbeitsspeicher ist auch für Copilot+-PCs relevant. Hier sind 16 GB die unterste Grenze. Dabei muss es sich um RAM vom Typ DDR5 oder LPDDR5 handeln.
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d) SSD
Die Zeiten von HDDs als primäres Computerlaufwerk sind vorbei. Für schnelle Datenzugriffe müssen Copilot+-Computer über eine SSD (Solid State Drive) verfügen. Die Mindestkapazität beträgt 256 GB.
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e) Windows 11
Das Betriebssystem für Copilot+-PCs ist Windows 11. Microsoft fordert hier als Mindestvoraussetzung die Version 24H2. Die aktuellste Version von Windows 11 ist 25H2.
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2. Was sind die wichtigsten Vorzüge einer NPU?
Neuronalprozessoren punkten mit diversen potenziellen Vorteilen. In der Praxis sind aber folgende Aspekte am wichtigsten:
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a) Datenschutz
Beim Begriff KI denken viele zuerst an webbasierte Dienste wie ChatGPT, Claude, Dall-E, Midjourney oder Perplexity AI. Mit einer Neural Processing Unit lassen sich aber viele KI-Aufgaben auch lokal auf dem jeweiligen Computer erledigen. Das erfüllt Datenschutzvorgaben und sorgt dafür, dass sensible Informationen nicht an Dritte weitergegeben werden und so in die Hände Unbefugter gelangen.
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b) Effizienz
Im Prinzip können CPU und GPU alle Herausforderungen meistern, für die bei Copilot+-PCs eine NPU zuständig ist. Allerdings meistert ein Neuronalprozessor KI-Aufgaben deutlich effizienter. Das senkt den Stromverbrauch und sorgt bei mobilen Endgeräten für eine längere Akkulaufzeit.
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c) Entlastung
Weil die NPU ausschließlich für KI-Arbeiten zuständig ist, entlastet das die restliche Hardware. Das betrifft in erster Linie den Prozessor (CPU), aber auch die Grafikeinheit (GPU). Dadurch können diese sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, was wiederum eine bessere Gesamtleistung ermöglicht.
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3. Diese KI-Features bietet Windows 11 auf allen Computern
Selbst wenn Du nur Windows 11 und keinen Copilot+-PC verwendest, stehen Dir bereits einige KI-Funktionen zur Verfügung. Die drei wichtigsten Features sind:
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a) Copilot
Auch wenn es nicht zum Copilot+ reicht, kann Dir der klassische Copilot bereits in vielfacher Hinsicht hilfreich unter die Arme greifen. Hierbei handelt es sich um einen webbasierten KI-Assistenten. Er kann für Dich nicht nur Texte zusammenfassen und Code schreiben, sondern auch Deine Fragen beantworten.
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b) Image Creator
Der Image Creator ist ein neues Werkzeug für das Zeichenprogramm Microsoft Paint. Als Text-to-Image-Generator erstellt er auf Basis Deiner Textbeschreibungen Grafiken.
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c) Microsoft Designer
Diese cloud- und KI-basierte Grafik-App ist Teil der Windows Fotoanzeige. Mit ihr kannst Du beispielsweise das Design von Bildern verändern oder auch störende Objekte und Hintergründe entfernen.
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4. Diese erweiterten KI-Funktionen stellt Windows 11 Dir bei Copilot+-PCs zur Verfügung
Es gibt auch einige Features, die Du nur mit einem Copilot+-Computer nutzen kannst. Besonders spannend sind für viele Nutzer folgende Funktionen:
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a) Click to Do
Unter diesem Namen fasst Microsoft eine Reihe von kontextabhängigen Optionen zusammen, die Dir nach einer Analyse des Bildschirminhalts per Mausklick zur Verfügung stehen. Bei Texten hast Du etwa die Möglichkeit, diese zu kopieren oder umformulieren zu lassen. Bilder lassen sich dagegen beispielsweise in Paint öffnen und modifizieren.
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b) Cocreator
Cocreator ähnelt dem Image Creator. Allerdings dienen hier nicht nur Textbeschreibungen, sondern auch Zeichnungen als Grundlage. Zudem hast Du mehr Kontrolle über das Endergebnis.
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c) Liveuntertitel
Windows 11 kann gesprochene Sprache in Text umwandeln. Mit Copilot+-Computern ist das in Echtzeit möglich. Der Text lässt sich auch direkt übersetzen. Derzeit unterstützt das Feature über 40 Sprachen. Es lässt sich etwa bei Gesprächen, Podcasts, Sprachaufnahmen, Videokonferenzen oder Videos nutzen.
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d) Recall
Diese Funktion ermöglicht es Dir, den Inhalt Deines Bildschirms zu durchsuchen. Die Suchfunktion kann sich dabei sowohl auf Apps und Bilder als auch auf Dokumente oder ganze Webseiten beziehen. Recall gilt allerdings datenschutzrechtlich als problematisch. Denn für die Nutzung sind regelmäßige Aufnahmen des Bildschirminhalts erforderlich. Nach der Überarbeitung der Funktion durch Microsoft verbleiben aber nun alle Daten lokal auf Deinem Computer. Sie werden zudem verschlüsselt abgespeichert. Bevor Du Recall nutzen kannst, musst Du – im Rahmen eines "Opt-in" – aktiv zustimmen.
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e) Restyle Image
Restyle Image gibt Dir die Möglichkeit, Fotos mithilfe von KI umzugestalten. So kannst Du etwa festlegen, ob sich ein Schnappschuss visuell in ein Aquarell oder ein impressionistisches Gemälde verwandeln soll.
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f) Super Resolution
Alte Fotos oder kleine Bilder aus dem Internet liegen oft nur in niedriger Auflösung vor. Dadurch lassen sie sich nur bedingt vergrößern. Super Resolution kann Bilder analysieren und diese mithilfe der gesammelten Informationen bis um das Achtfache vergrößern sowie nachschärfen.
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g) Windows-Studioeffekte für Videokonferenzen
Unter dem Schlagwort Windows Studio Effects bietet Microsoft eine Reihe von Möglichkeiten. So kann die KI bei Videokonferenzen etwa automatisch in der Bildmitte halten, Dein Gesicht aufhellen oder störende Umgebungsgeräusche minimieren. Zudem stehen Dir verschiedene kreative Filter zur Verfügung. Einschalten lassen sich die Windows-Studioeffekte über die Tastenkombination "WINDOWS-Taste" und "a".
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h) Verbesserte Windows-Suche
Die Windows-Suche ist ein alter Hut. Doch auf Copilot+-Computern wird die Suchfunktion deutlich mächtiger. So lassen sich nicht nur Dokumente, sondern auch Bilder auf Basis Deiner Beschreibungen finden. Die semantische Indizierung soll es Windows dabei ermöglichen, auch Zusammenhänge zu verstehen und so bessere Ergebnisse zu liefern. Microsoft verspricht, dass alle Daten auf Deinem Computer verbleieben und nicht zum KI-Training dienen.
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5. Qualcomm vs. AMD vs. Intel: Eine kurze Geschichte der Copilot+-PCs-Chips
Drei Hersteller prägen den Markt der CPUs bzw. NPUs für Copilot+-Computer.
a) Qualcomm
Qualcomm gelang es, die Konkurrenz zu Beginn des Copilot+-PC-Zeitalters abzuhängen. Bereits im Frühjahr 2024 stellte das Technologieunternehmen die ersten KI-Chips vor. Dabei handelte es sich um CPUs, die die ARM-Architektur nutzen. Modelle wie der Snapdragon X Plus und der Snapdragon X Elite bieten 10 bzw. 12 Prozessorkerne, wobei die integrierten NPUs 45 TOPS schaffen. -
Ab Herbst 2025 startete Qualcomm die zweite Welle von KI-CPUs. Nach dem Snapdragon X2 Elite sowie dem X2 Elite Extreme folgte Anfang 2026 das Mittelklassemodell Snapdragon X2 Plus. Der Leistungssprung im Vergleich zur ersten Generation verdeutlicht die Tatsache, dass die NPUs dieser Prozessoren 80 TOPS meistern.
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Qualcomms X2-CPUs hat Microsoft etwa in die Modelle Surface Laptop 8 sowie Surface Pro 13 integriert, die ab 1.699 bzw. 1.599 Euro erhältlich sind. Den Prozessor Snapdragon X2 Plus nutzen in diesem Jahr zudem auch Computer von anderen bekannten Marken wie Dell, HP, Lenovo oder Samsung.
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Die Snapdragon-Prozessoren gelten durch ihre vergleichsweise niedrige Stromaufnahme als besonders energiesparend. Deswegen eignen sie sich besonders für Notebooks, bei denen sich so die Akkulaufzeit verlängern lässt. Zudem waren neue KI-Features in der Vergangenheit zunächst für Geräte mit Qualcomms CPUs verfügbar.
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Allerdings unterscheidet sich die ARM-Architektur der Snapdragon-Chips von der x86- bzw. x64-Architektur klassischer PCs. Das hat zur Folge, dass sich nicht alle für Windows entwickelten Programme direkt nutzen lassen. Allerdings gibt es für die meisten Anwendungen inzwischen native ARM-Versionen. Das reicht von Browsern wie Google Chrome und Opera über Office-Pakete wie Microsoft 365 und LibreOffice bis zu beliebten Grafik-, Kommunikations-, Sicherheits- oder Streaming-Apps. Alternativ lassen sich Emulatoren wie Emulator Prism nutzen. Dieser kann x86-Anweisungen in Echtzeit in ARM-Befehle umwandeln. Eine Übersicht über Programme, die direkt oder via Emulator auf Computern mit ARM-Prozessor laufen, bietet die Webseite windowsarm.org.
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b) AMD und Intel
Die beiden Pioniere für PC-Prozessoren hinkten in Sachen KI-CPUs dem Konkurrenten Qualcomm zunächst etwas hinterher. Dann jedoch brachte AMD im Juli 2024 das Modell Ryzen AI 300 auf den Markt. Dessen NPU bot bereits 50 TOPS. Im September des gleichen Jahres zog Intel mit dem Core Ultra 200V und einem Neuronalprozessor mit 48 TOPS nach. Inzwischen bieten AMD und Intel wie Qualcomm KI-Prozessoren mit noch leistungsfähigeren Neural Processor Units. So stellte AMD im Januar 2026 die neue Reihe Ryzen AI 400 sowie Intel die Core Ultra Series 3 (Panther Lake) vor.
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Anfangs klaffte noch eine Lücke zwischen Qualcomms Snapdragon-Prozessoren auf der einen und den KI-CPUs von AMD sowie Intel auf der anderen Seite. So fehlten bei den Chips der beiden Nachzügler zunächst einige Copilot+-Features. Diese Lücke gilt jedoch mittlerweile als geschlossen. Als wichtiger Vorteil der Copilot+-Prozessoren von AMD und Intel gegenüber der Konkurrenz von Qualcomm gilt die Kompatibilität mit x86-Software.