Porsche 959 im Original-Test aus auto motor und sport 12/1987: In engen Kurven müssen Lastwechselreaktionen durch Gegenlenken pariert werden.
Porsche 959 im Original-Test aus auto motor und sport 12/1987: In engen Kurven müssen Lastwechselreaktionen durch Gegenlenken pariert werden.
"Der Super-Sportwagen stößt in technisch-physikalisches Grenzgebiet vor", schreibt Gert Hack über den Porsche 959.
Die Silhouette ähnelt dem 911 und wirkt darum vertraut. Doch der Flügel auf dem Heck deutet das Leistungspotenzial an: 317 km/h erreicht der Porsche 959 im Test.
Porsche hat den 959 im September 1985 auf der IAA in Frankfurt präsentiert. Doch bis er zu den Kunden kam, dauerte es noch zwei Jahre.
Der Preis entspricht dem Gegenwert eines Einfamilienhauses: 420.000 Mark verlangt Porsche für den 959. Dafür bekommen die Kunden ein extrem schnelles Auto, das in 3,7 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt und erst bei 317 km/h damit aufhört.
Die für Porsche-Fahrer vertrauten Rundinstrumente enthalten einige neue Kontrollleuchten und -anzeigen wie etwa für die Antriebsprogramme und die Kraftverteilung.
Trotz riesiger Bremsen, ABS, exzellenten Breitreifen und optimalem Bremsverhalten sind keine Verzögerungen jenseits der Erdbeschleunigung möglich, auto motor und sport ermittelte aus 200 km/h einen mittleren Wert von immerhin 9,54 m/s2 - das ist hervorragend, bedeutet aber immer noch 160 Meter bis zum Stillstand. Bei 300 km/h sind es dann schon 368 Meter, bei 317 km/h über 400 Meter.
Technik aus dem Motorsport: Die Räder haben Zentralverschlüsse, für die ein spezieller Schlüssel nötig ist.
Unter der vorderen Haube gibt es einen kleinen, mit Teppich verkleideten Kofferraum. Die Zuladung ist bescheiden: 124 kg.
Der mit einer Register-Turboaufladung und wassergekühlten Vierventil-Zylinderköpfen ausgestattete Sechszylinder-Boxermotor im Heck leistet 450 PS.
Die ausgefeilte Aerodynamik des 959 garantiert einen guten cw-Wert (0,31), ohne die Auftriebsverhältnisse zu verschlechtern.