Die letzten Saab aus Trollhättan sind verkauft
Unter den acht Autos aus der Auktion waren drei Vorserienfahrzeuge des 9-3. Zum Beispiel dieser schwarze 9-3 Aero mit 38.780 Kilometern.
Ab 30. Mai 2026 kamen die wirklich letzten Saab unter den Hammer. Darunter Vorserienfahrzeuge des 9-3 Aero sowie Prototypen mit Hybridantrieb und Radnabenmotoren.
Am Samstag, 30. Mai 2026, hat das schwedische Auktionshaus Klaravik die letzten Saab aus Trollhättan versteigert. Den höchsten Preis erzielte ein NEVS Elektroauto auf 9-3-Basis: 252.000 schwedische Kronen, umgerechnet 23.393 Euro brachte der Prototyp ein. Die Preise für die letzten drei gebauten Saab 9-3 lagen umgerechnet zwischen 13.180 und 16.430 Euro (142.000 bis 177.000 schwedische Kronen).
90.000 Euro für sieben Autos
Der Gesamterlös für die sieben Fahrzeuge lag bei 1,035 Millionen schwedischen Kronen, was rund 90.000 Euro entspricht. Pro Auto wurden also im Durchschnitt rund 12.857 Euro bezahlt. Alle sieben Autos wurden von Privatpersonen oder Firmen aus Schweden ersteigert. Das Auktionshaus berichtet von mehreren Hundert Besuchern und einem engagierten Bieterwettbewerb.
Die letzten Saab aus Trollhättan
Es waren die letzten Autos, die Saab im westschwedischen Stammwerk gebaut hat. Unter den acht Autos sind drei Vorserienexemplare des Saab 9-3 und vier Prototypen von NEVS sowie vermutlich der einzige Hengchi 5 Prototyp, der in Schweden existiert. Die Autos werden ohne Mindestpreis in einer Online-Auktion versteigert. Die Auktion endete am 30. Mai mit einem Event in Trollhättan. Um 10 Uhr wurde die ehemalige Saab-Fabrik noch einmal geöffnet.
Vorserienautos und Elektro-Prototypen
Die Prototypen aus den Jahren 2014 bis 2018 stammen aus der letzten Ära der Saab-Nachfolgefirma NEVS. Der Investor hatte 2012 die Konkursmasse von Saab-Automobile AB übernommen. Die Firma hatte Elektroautos auf Basis des 9-3 entwickelt. Einer der Prototypen hat Radnabenmotoren, einer fährt autonom. Auch einen 9-3 mit rein elektrischem Antrieb und einen mit Range Extender gibt es zu kaufen.
Die drei Vorserienautos mit Verbrennungsmotor sind laut Auktionshaus in einem fahrfähigen Zustand. Der 9-3 und die beiden 9-3 Aero aus dem Baujahr 2014 haben Laufleistungen zwischen 18.430 und 58.460 Kilometern. Die 9-3 zählen zu den letzten Autos, die Saab in Trollhättan gebaut hat; kurzzeitig gab es Hoffnung auf ein Comeback der Marke. Nachdem General Motors die Marke 2010 an Spyker verkauft hatte, ging die Firma 2011 in die Insolvenz. Die Ersatzteilversorgung übernahm Orio AB, später Hedin Parts and Logistics AB.
Der Saab-Nachfolger NEVS
Das Werk übernahm 2012 National Electric Vehicle Sweden (NEVS). Eine geplante Wiederaufnahme der 9-3-Produktion kam nicht zustande, nachdem ein Investor seine Finanzierungszusage zurückgezogen hatte. Im Jahr 2014 verlor die Firma während eines Gläubigerschutzverfahrens die Rechte an der Marke Saab.
NEVS versuchte mehrfach, Kooperationspartner und Investoren zu finden, um Elektroautos zu entwickeln. Unter anderem gab es Kooperationen mit Koenigsegg und Sono Motors. Nach gescheiterten Verhandlungen des chinesischen Mehrheitseigentümers Evergrande mit Investoren kündigte NEVS 2023 an, 320 von 340 Mitarbeitern am Standort Trollhättan zu entlassen und verkaufte 80 Prozent des Werks an das schwedische Unternehmen Stehanga Invest. Ende 2024 ging NEVS in die Insolvenz und verkauft die restlichen 20 Prozent der Anteile am Werk an Stehanga.
Das Luftfahrt-Unternehmen Saab hatte 1947 sein erstes Auto vorgestellt, den 92. Der Zweitürer mit Zweitaktmotor hatte eine vom Flugzeugbau inspirierte, aerodynamische Form und ging 1949 in Serie. Später wurde Saab mit Erfolgen bei Rallyes bekannt und war 1975 mit dem 99 Turbo einer der Pioniere der Turboaufladung bei Benzinmotoren in Pkw. Die Technik wurde zum Markenzeichen des schwedischen Herstellers. Von 1989 bis 2009 war Saab Automobile Teil des General-Motors-Konzerns.
