In 5 Minuten zum Markisen-Profi
Die Handhabung der Markise kann Einsteiger ganz schön ins Schwitzen bringen. Schluss damit! Mit unseren Markisen-Grundregeln vermeiden Campingneulinge die gängigsten Anfängerfehler.
Die brennendsten Fragen zur Markise am Wohnmobil, Kastenwagen oder auch am Wohnwagen beantworten wir hier und erklären die wichtigsten Markisen-Regeln für unterwegs.
6 Grundregeln für den Umgang mit der Markise unterwegs
Für die Markise gibt es ein paar wichtige Regeln, die man beachten sollte, um sowohl die Markise als auch das Fahrzeug zu schützen und im Zweifel auch die eigenen Nerven.
Der Kurbel-Kniff: Ein kleiner Trost vorweg: Die kleine Öffnung zum Einhaken der Markisenkurbel auf Anhieb zu treffen, ist eine Kunst für sich. Verzweifeln Sie nicht, wenn Sie anfangs etwas "stochern" müssen – das passiert selbst Campern mit jahrzehntelanger Erfahrung. Sehen Sie es mit einem Augenzwinkern: Das ist kein Zeichen von Unerfahrenheit, sondern einfach Teil des Camping-Alltags. Geduld ist hier wichtiger als Perfektion.
1. Die richtige Reihenfolge beim Aufbau
Kurbeln Sie die Markise zunächst nur etwa zur Hälfte aus. So behalten Sie die Kontrolle und die Gelenkarme sind noch nicht voll belastet. Klappen Sie erst jetzt die Stützfüße aus und stellen Sie sie auf dem Boden ab. Fahren Sie die Markise nun vollständig aus und justieren Sie die Höhe der Stützfüße so dass das Sie bequem darunter sitzen können.
2. Gefälle gegen Wassersäcke
Eine waagerecht ausgerichtete Markise ist eine Gefahr bei Regen. Stellen Sie einen der beiden Stützfüße immer deutlich tiefer als den anderen. So kann Regenwasser gezielt ablaufen und es bilden sich keine gefährlichen Wassersäcke, die mit ihrem Gewicht das Material oder die Gelenkarme beschädigen können.
3. Wind ist der größte Feind
Bei aufkommendem oder starkem Wind gilt nur eins: Markise sofort einfahren! Eine Windböe kann enorme Kräfte entwickeln und die Markise aus der Verankerung reißen. Fahren Sie die Markise auch bei Abwesenheit und grundsätzlich über Nacht ein. Das Wetter, besonders in Küsten- oder Bergregionen, kann sich schnell ändern. Für zusätzliche Stabilität bei leichtem Wind sorgen spezielle Sturmabspannungen.
4. Nasses Tuch? Unbedingt trocknen lassen!
Wurde die Markise durch Regen oder Tau nass, muss sie bei der nächstmöglichen Gelegenheit vollständig ausgefahren werden, um komplett zu trocknen. Wird sie längere Zeit feucht eingerollt gelagert, drohen schnell unschöne Stockflecken und Schimmelbildung, die das Material angreifen.
5. Spannung ja, Überspannung nein
Eine straffe Markise ist wichtig, aber kurbeln Sie sie nicht mit Gewalt bis zum absoluten Anschlag aus. Das Tuch sollte gut gespannt sein, aber der Mechanismus darf nicht unter extremer Spannung stehen. Das schont auf Dauer die Gelenkarme und das Getriebe.
6. Der Kastenwagen-Spezialtipp: Tür zu!
Achten Sie bei Kastenwagen unbedingt darauf, die seitliche Schiebetür vor dem Aus- und Einfahren der Markise zu schließen. Andernfalls kann sich der Mechanismus oder das Tuch an der Oberkante der geöffneten Tür verhaken und Schaden nehmen.
Wer diese Grundlagen beherrscht, hat das Markisen-Handling im Griff. Den letzten Schliff und ein deutliches Plus an Wohnqualität im Freien erreichen Sie mit cleverem Zubehör. Nutzen Sie die vordere Kederleiste Ihrer Markise, um mit Seitenwänden oder mit diesen Sonnensegeln Ihren Komfortbereich oder Sichtschutz zu optimieren.
FAQ: Die häufigsten Fragen zur Markise und die Antworten
Kann ich die Markise alleine auf- und abbauen? Ja, moderne Kurbel- oder Elektromarkisen sind für die Bedienung durch eine Person ausgelegt. Gerade als Anfänger, bei sehr großen Markisen oder bei leichtem Wind ist eine zweite Person zur Hilfe aber Gold wert, um die Stützfüße sicher zu positionieren und ein unkontrolliertes Verhalten zu verhindern. Mit etwas Übung wird es schnell zur Routine.
Wie viel Wind hält eine Markise aus? Gibt es da eine Faustregel?
Eine feste Windstärke (z.B. Beaufort) anzugeben ist schwierig, da es stark auf Modell, Alter und Abspannung ankommt. Die wichtigste Faustregel für Camper lautet: Sobald das Markisentuch stark flattert oder Sie Gegenstände vom Campingtisch nehmen müssen, damit sie nicht wegfliegen, ist es höchste Zeit, die Markise einzufahren. Im Zweifel gilt immer: lieber einmal zu früh als einmal zu spät einfahren.
Brauche ich unbedingt eine Sturmabspannung und wie befestige ich sie korrekt?
Ja, eine Sturmabspannung ist eine sehr empfehlenswerte, fast schon unverzichtbare Investition in die Sicherheit. Sie stabilisiert die Markise enorm. Befestigt wird sie meist so: Der Gurt wird in der dafür vorgesehenen Nut am Gelenk des Stützfußes eingehängt und dann mit einem stabilen Hering schräg im Boden verankert. Eine Spannfeder am Gurt hilft, Windböen sanft abzufedern.
Was ist der Unterschied zwischen einer Markise und einem Vorzelt?
Ganz einfach:
- Die Markise ist ein fest am Fahrzeug montiertes Sonnendach. Sie ist in wenigen Minuten aus- und eingefahren und ideal für kurze Stopps, Pausen und sonnige Tage.
- Ein Vorzelt ist eine Zeltkonstruktion, die in die Kederleiste des Fahrzeugs eingezogen wird. Der Aufbau ist aufwändiger, dafür schafft es einen komplett geschlossenen, wetterfesten zusätzlichen Raum – ideal für längere Aufenthalte.
Lohnen sich Seiten- und Vorderwände für meine Markise?
Das hängt stark von Ihrem Camping-Stil ab. Sie lohnen sich definitiv, wenn Sie:
- mehr Privatsphäre vor neugierigen Blicken der Nachbarn wünschen.
- sich besser vor seitlichem Wind oder leichtem Schlagregen schützen wollen.
- auch an kühleren Abenden einen geschützten "Raum" vor dem Fahrzeug schaffen möchten.
Für Kurztrips sind sie oft nicht nötig, für längere Aufenthalte an einem Ort steigern sie den Komfort aber erheblich.
