Die wichtigsten Schritte im Zeitplan
In dieser Reihenfolge sollten Sie Ihr Wohnmobil oder Ihren Wohnwagen winterfest machen, damit keine Schäden entstehen.
Wer sein Wohnmobil winterfest machen möchte, sollte nicht bis zum ersten Frost warten. Vor einer längeren Winterpause stehen mehrere Arbeiten an: Fahrzeug ausräumen, Innenraum reinigen und trocknen, die Wasseranlage entleeren und Batterien, Reifen und Dichtungen kontrollieren. Einige Aufgaben können Sie bereits Wochen vorher erledigen, andere direkt nach der letzten Fahrt.
Dieser Artikel konzentriert sich auf das Einwintern für eine längere Standzeit. Wenn Sie Ihr Wohnmobil auch im Winter nutzen, gelten teilweise andere Regeln. Dann müssen Sie die Technik während des Betriebs vor Frost schützen. Die folgende Übersicht zeigt, welche Arbeiten zu welchem Zeitpunkt auf Ihrer Liste stehen.
Einige Wochen vor der Winterpause
Beginnen Sie einige Wochen vor der geplanten Winterpause mit den Vorbereitungen. So bleibt Ihnen genug Zeit für Reparaturen und die Suche nach einem geeigneten Abstellplatz.
Überlegen Sie zunächst, wo Ihr Wohnmobil überwintern soll:
- in einer Halle,
- unter einem Carport,
- auf einem überdachten Stellplatz oder
- im Freien.
Hier erklären wir Ihnen, wie Sie mit unserem promobil Stellplatz-Radar einen passenden Abstellort finden können.
Jeder Abstellort stellt andere Anforderungen. Im Freien müssen Sie besonders auf Sturm, Schnee, Feuchtigkeit und Diebstahlschutz achten. In einer Halle spielen dagegen ausreichende Luftzirkulation und die Stromversorgung der Batterien eine wichtige Rolle.
Kontrollieren Sie außerdem, ob Arbeiten am Fahrzeug anstehen. Beheben Sie kleine Schäden an Dichtungen, Dachluken oder Außenklappen möglichst vor der Winterpause. Auch eine fällige Wartung oder Dichtigkeitsprüfung können Sie jetzt noch einplanen.
Warum Herbst und Winter die perfekte Zeit sind Zubehör nachzurüsten, lesen Sie hier.
Vor der letzten Fahrt
Die letzte Reise der Saison eignet sich gut für erste Vorbereitungen. Prüfen Sie vor der Fahrt, ob Wasseranlage, Elektrik, Beleuchtung und Reifen einwandfrei funktionieren. Notieren Sie Schäden und Auffälligkeiten, damit Sie diese nach der Rückkehr gezielt beheben können.
Lassen Sie möglichst wenige Lebensmittel und persönliche Gegenstände im Fahrzeug. Brauchen Sie verderbliche Vorräte auf oder nehmen Sie sie nach der letzten Fahrt mit. Auch Kleidung, Bettwäsche und Handtücher gehören nicht über längere Zeit ins Wohnmobil – vor allem dann nicht, wenn sie feucht sind.
Wie Sie ihr Wohnmobil gründlich reinigen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.
Planen Sie nach der letzten Reise ausreichend Zeit für die Reinigung und das Trocknen ein. Wer direkt vom Campingplatz auf den Winterstellplatz fährt, schließt sonst Feuchtigkeit und Schmutz für mehrere Monate im Fahrzeug ein.
Direkt nach der letzten Fahrt
Nach der Rückkehr beginnt das eigentliche Einwintern. Arbeiten Sie am besten in einer festen Reihenfolge.
1. Wohnmobil vollständig ausräumen
Nehmen Sie alle Lebensmittel, Getränke und offenen Vorräte aus dem Fahrzeug. Entfernen Sie außerdem Kleidung, Bettwäsche, Handtücher, empfindliche Elektronik und persönliche Gegenstände.
Kontrollieren Sie dabei auch:
- Kühlschrank und Gefrierfach,
- Schränke und Vorratsfächer,
- Außenstaufächer,
- Garage,
- Toilette und Badezimmer,
- lose Gegenstände und Campingzubehör.
Suchen Sie nach feuchten Stellen. Nasse Teppiche, feuchte Polster und zurückgelassene Kleidung gehören nicht ins Wohnmobil.
2. Innenraum reinigen und trocknen
Reinigen Sie Böden, Oberflächen, Küche, Kühlschrank und Stauräume. Entfernen Sie Krümel und andere organische Rückstände. So nehmen Sie Tieren und Schädlingen mögliche Nahrungsquellen. Das können Sie gegen Mäuse im Wohnmobil und Wohnwagen unternehmen.
Lassen Sie anschließend alle Bereiche vollständig trocknen. Stellen Sie Polster und Matratzen auf oder nehmen Sie sie aus dem Fahrzeug. Öffnen Sie Schrank- und Sitzklappen, damit die Luft im Innenraum zirkuliert. Lassen Sie auch die Kühlschranktür offen und nutzen Sie die vorgesehene Lüftungsstellung.
3. Wasseranlage entleeren
Die Wasseranlage gehört zu den wichtigsten Punkten beim Einwintern. Wenn Sie das Wohnmobil bei Frost längere Zeit nicht nutzen, entleeren Sie Frischwassertank, Leitungen, Boiler und Armaturen nach den Vorgaben des Herstellers.
Denken Sie auch an:
- Wasserpumpe,
- Wasserfilter,
- Duschschläuche,
- Außendusche,
- Toilettenspülung,
- Abwassertank und
- Toilettenkassette.
Wichtig: Leeren Sie nicht nur den Frischwassertank. Auch in Leitungen, Boiler, Pumpen und Armaturen kann Wasser zurückbleiben und bei Frost Schäden verursachen.
Wie Sie die Anlage im Detail entleeren, hängt vom Fahrzeug und von der verbauten Technik ab.
Mehr dazu: Wohnmobil-Wasseranlage winterfest machen.
4. Toilette und Abwasser vorbereiten
Leeren und reinigen Sie die Toilettenkassette. Lassen Sie sie anschließend trocknen. Reinigen Sie auch den Kassettenschacht. Pflegen Sie die Dichtungen nach den Vorgaben des Herstellers. Ob man die Kassette am besten ganz rausnimmt im Winter, erfahren Sie hier.
Leeren Sie den Abwassertank vollständig. Je nach Zustand lohnt sich eine Spülung vor der Winterpause. Lassen Sie kein Wasser unnötig in Tanks oder Leitungen stehen.
Batterie und Gasversorgung vorbereiten
Batterien kontrollieren
Laden Sie Aufbau- und Starterbatterie vor der längeren Standzeit vollständig. Schalten Sie alle Verbraucher aus und berücksichtigen Sie Geräte, die auch im ausgeschalteten Zustand Strom benötigen können. Dazu gehören zum Beispiel Alarmanlagen, Ortungssysteme oder WLAN-Router.
Ob Sie die Batterie ausbauen, vom Bordnetz trennen oder an eine Erhaltungsladung anschließen, hängt vom Fahrzeug, Ladegerät und Batterietyp ab. Befolgen Sie deshalb die Vorgaben des Herstellers.
Lithium-Batterien benötigen besondere Aufmerksamkeit. Bei vielen Systemen verhindert das Batteriemanagement das Laden bei niedrigen Temperaturen. Prüfen Sie daher die Hinweise des Batterieherstellers.
Gasflaschen sichern
Schließen Sie die Gasflaschen und prüfen Sie ihren sicheren Stand. Ob die Flaschen während der Winterpause im Fahrzeug bleiben dürfen oder ob Sie sie ausbauen sollten, hängt von den Herstellerangaben, dem Abstellort und den geltenden Sicherheitsvorgaben ab.
Kontrollieren Sie bei dieser Gelegenheit Schläuche, Anschlüsse und den Gaskasten auf sichtbare Schäden.
Vor dem endgültigen Abstellen
Außenreinigung und Pflege
Waschen Sie das Wohnmobil vor dem Abstellen gründlich. Entfernen Sie Schmutz und Streusalz auch aus den Radkästen und – soweit möglich – vom Unterboden. Kontrollieren Sie Dach, Dachaufbauten, Dachluken, Abläufe und Außenklappen.
Reinigen und pflegen Sie die Dichtungen nach den Angaben des Herstellers. Beheben Sie kleine Schäden vor der Winterpause, damit später keine Feuchtigkeit eindringt.
Fahren Sie die Markise ein und sichern Sie Fahrradträger, lose Anbauteile und weiteres Zubehör.
Mehr dazu: Außenwäsche für Wohnmobil und Wohnwagen.
Reifen und Bremsen kontrollieren
Prüfen Sie den Reifendruck und untersuchen Sie die Reifen auf Beschädigungen, Risse und ungleichmäßigen Verschleiß. Stellen Sie das Wohnmobil auf einem geeigneten, möglichst ebenen Untergrund ab.
Planen Sie bei einer langen Standzeit regelmäßige Kontrollen ein. Ob Sie die Position des Fahrzeugs verändern oder den Luftdruck anpassen sollten, hängt unter anderem von den Angaben des Reifen- und Fahrzeugherstellers ab. Verwenden Sie keine ungeeigneten Unterlagen oder Hebevorrichtungen.
Innenraum gegen Feuchtigkeit schützen
Stellen Sie Polster und Matratzen hochkant auf oder nehmen Sie sie aus dem Fahrzeug. Öffnen Sie Schrank- und Sitzklappen, und blockieren Sie keine Lüftungsöffnungen.
Ein Luftentfeuchter kann die Raumluft unterstützen. Er ersetzt jedoch weder einen trockenen Innenraum noch die Suche nach möglichen Undichtigkeiten. Lüften Sie außerdem nicht bei jedem Wetter. Feuchte Außenluft kann zusätzliche Feuchtigkeit ins Wohnmobil bringen.
Während der Winterpause
Auch ein abgestelltes Wohnmobil sollten Sie nicht monatelang vollständig aus den Augen verlieren. Wie häufig Sie nach dem Fahrzeug sehen, hängt vom Abstellort, der Witterung und der technischen Ausstattung ab.
Kontrollieren Sie regelmäßig:
- Feuchtigkeit und muffige Gerüche im Innenraum,
- Batteriezustand und Ladegerät,
- Reifendruck,
- Fenster, Dachluken und Außenklappen,
- Spuren von Nagern oder anderen Tieren,
- mögliche Wasser- oder Frostschäden,
- Schäden nach Sturm oder starkem Schneefall.
Bei einem Stellplatz im Freien empfiehlt sich eine Kontrolle, insbesondere nach extremen Wetterlagen. Entfernen Sie lose Gegenstände und achten Sie darauf, dass Schnee nicht dauerhaft auf empfindlichen Aufbauten liegen bleibt.
