Hobby De Luxe 460 UFe im Familientest
Wenn's am schönsten ist, ist das Wochenende auch schon wieder vorbei. Sonntagmittag geht es zurück in die Heimat.
Eigentlich sollte es nur ein kurzer Wochenend-Trip um die Ecke werden. Unser spontanes Ziel: Celles-sur-Plaine in den Vogesen. Das Experiment: zu viert im 2-Personen-Caravan.
Mit dem neuen Mercedes V300d als Zugfahrzeug und dem Hobby De Luxe 460 UFe am Haken schrumpfen auch größere Distanzen entspannt. Spontan wird das knapp 250 Kilometer entfernte Celles-sur-Plaine in den französischen Vogesen zum Ziel des Testwochenendes erkoren.
Unser Test-Zuhause fürs Wochenende: der neue Hobby-Dauertester De Luxe 460 UFe. Ein absoluter Klassiker, der mit seinem französischen Doppelbett im Bug und dem angrenzenden zweiteiligen Bad eigentlich der perfekte Grundriss für Paare ist. Bei uns muss er allerdings seine Familientauglichkeit unter Beweis stellen, da wir zu viert mit zwei Kids (8 und 10 Jahre) verreisen.
Ein Zugwagen, der den Job (fast) alleine macht
Dass die Reise so entspannt beginnt, liegt vor allem am Zugfahrzeug. Die Mercedes-Benz V-Klasse (V 300 d) in ihrer aktuellsten Version macht auf der Autobahn einen herausragenden Job. Mit Allradantrieb und üppigen Leistungsreserven ausgestattet, zieht der Stuttgarter den Hobby-Caravan derart unbeeindruckt gen Frankreich, dass man den Anhang im Rückspiegel fast vergisst.
Apropos Spiegel: Dank des ohnehin schon breiten Aufbaus der V-Klasse sparen wir uns das Anstecken von Zusatzspiegeln. Und dank Bug- und Heckfenster sieht man im Rückspiegel der V-Klasse sogar den Verkehr hinter dem Caravan.
Drinnen verwöhnt das Sechssitzer-Layout mit genialem Komfort auch in Reihe zwei, wo sich die Kids über einen Klapptisch und das eigene Glasschiebedach freuen. Highlight sind natürlich die elektrischen Schiebetüren, die sich ganz leise auf Knopfdruck öffnen und schließen lassen.
Die zahlreichen Assistenzsysteme, von denen alle sinnvollen auch im Gespannbetrieb aktiv bleiben, versüßen derweil die Laune vorn links.
Auch an der Zapfsäule gibt es keine bösen Überraschungen: Im entspannten Autobahnbetrieb begnügt sich der V 300 d mit moderaten 11,1 Litern. In den bergigen Regionen der Vogesen klettert der Wert laut Bordcomputer auf absolut faire 12,1 Liter Diesel.
Einzig der riesige Slimtower-Kühlschrank im Wohnwagen sorgt während der Pausen für leichte Dissonanzen: Zwar versorgt die V-Klasse den Aufbau brav mit Strom, der Kühlschrank beschwert sich dennoch piepsend über die Energiequelle.
Digitale Nivellieranzeige? Aber nur mit Landstrom
In Celles-sur-Plaine angekommen, zeigt sich der Campingplatz von seiner malerischen, aber auch engen Seite. Wege und Parzellen sind derart verwinkelt, dass selbst das wendige Gespann an seine Grenzen stößt. Die Lösung: Abkoppeln! Mit vereinter Vier-Personen-Muskelkraft wird der Hobby De Luxe auf die Parzelle gezirkelt.
Beim anschließenden Abkurbeln der Stützen freuen wir uns eigentlich auf die digitale Nivellieranzeige im Display des Hobby. Die Krux an der Sache: Das schlaue Helferlein funktioniert nur, wenn der Caravan extern mit Strom versorgt wird.
Also erst das Kabel ausrollen, einstecken und dann kurbeln. Kaum steht der Wagen im Wasser, meldet sich direkt der erste kleine Mangel zu Wort: Die Frontblende des Kühlschranks hat sich während der Fahrt entschieden, ein Stück herauszustehen. Mit etwas Geduld und friemeliger Fingerarbeit lässt sie sich aber wieder fixieren.
Nur kaltes Wasser zum Spülen? Ein Softwarefehler.
Nachdem wir uns den lauen Abend standesgemäß mit Leckereien vom Grill vor dem Camper versüßt haben, ruft die Hausarbeit. Das Spülbecken im Hobby ist angenehm groß dimensioniert, allerdings wird das Abwaschen zu einer erfrischenden Angelegenheit: Es gibt nur kaltes Wasser! Eine gefühlte Ewigkeit suchen wir das Menü und den Innenraum nach dem Schalter für die Therme ab – erfolglos.
Wie sich später nach unserer Rückkehr herausstellt, wurde der Button beim Aufspielen des ersten Softwarestandes schlichtweg vergessen. Die Werkstatt hat den digitalen Schalter nach unserer Tour kurzerhand einprogrammiert.
Immerhin: Das Spülen klappt auch kalt ganz gut. Allerdings fällt uns dabei auf, dass zwischen Kühlschrank und Küchenarbeitsfläche eine Abdichtung fehlt. Wer hier nicht aufpasst, sieht einen Teil seines Spülwassers in dem Spalt verschwinden.
Der Umbau der Betten: lückenlose Liegefläche
Vor dem Zubettgehen steht das Umbauen an. Da das Doppelbett im Bug belegt ist, muss die Hecksitzgruppe zum Kinderbett umgebaut werden. Das gelingt mit wenigen Handgriffen und bringt eine positive Überraschung zutage: Die Rückenlehnen sind von Hobby so clever dimensioniert, dass sie die Liegefläche lückenlos schließen.
Zusatzpolster, die tagsüber nur im Weg herumliegen würden, sind hier erfreulicherweise nicht nötig. Am nächsten Morgen fällt das Résumé zum Schlafkomfort in Bug und Heck positiv aus. Beim Doppelbett im Bug gefallen besonders die Ablagen am Kopfende und die beiden Fenster, die auf Wunsch für einen angenehmen Luftzug sorgen.
Ein sonniges Testwochenende geht zuende. Das Fazit?
Bei strahlendem Sonnenschein bepacken wir nach dem Frühstück vorm Caravan den Bollerwagen und spazieren zum nahegelegenen See. Mit zwei Stand-up-Paddle-Boards im Gepäck verbringen wir Stunden auf dem Wasser und genießen das Traumwetter.
Leider gilt aber auch in den Vogesen das ungeschriebene Camping-Gesetz: Ein Wochenende bei bestem Wetter vergeht wie im Flug. Schon am Sonntagmittag heißt es wieder: Packen, Stützen hochkurbeln, Ankuppeln und ab nach Hause.
Unsere Pros und Cons aus dem Test in der Übersicht
Mercedes-Benz V-Klasse V 300 d (Zugfahrzeug)
- (+) Souveränes Fahrverhalten: Zieht den Wohnwagen dank Allradantrieb und üppigen Leistungsreserven absolut mühelos und entspannt.
- (+) Keine Zusatzspiegel nötig: Der Aufbau der V-Klasse ist so breit, dass die serienmäßigen Außenspiegel ausreichen.
- (+) Gute Rücksicht: Man kann durch die Fenster der V-Klasse und des Wohnwagens den Verkehr hinter dem Gespann im Rückspiegel sehen.
- (+) Hoher Sitzkomfort hinten: Bequeme zweite Reihe mit Klapptisch und eigenem Glasschiebedach.
- (+) Clevere Assistenzsysteme: Alle sinnvollen Assistenten bleiben auch im Gespannbetrieb (mit Anhänger) aktiv.
- (+) Fairer Verbrauch: Moderater Dieselverbrauch mit Anhänger (11,1 Liter auf der Autobahn, 12,1 Liter in den Bergen).
Hobby De Luxe 460 UFe (Wohnwagen)
- (+) Guter Grundriss: Generell perfekter Aufbau für Paare (französisches Doppelbett im Bug, angrenzendes Bad).
- (+) Durchdachte App/Anzeige: Verfügt über eine digitale Nivellieranzeige zum geraden Ausrichten des Wohnwagens.
- (+) Küche: Das Spülbecken ist angenehm groß dimensioniert.
- (+) Einfacher Bettenumbau: Die Hecksitzgruppe lässt sich mit wenigen Handgriffen zum Bett umbauen.
- (+) Clevere Polster: Die Rückenlehnen schließen die Liegefläche beim Umbau lückenlos – es werden keine störenden Zusatzpolster benötigt.
- (+) Hoher Schlafkomfort: Guter Schlafkomfort im Bug und Heck.
- (+) Details am Bugbett: Praktische Ablagen am Kopfende und zwei Fenster für guten Luftzug.
- (-) Kühlschrank-Warnung: Der große Slimtower-Kühlschrank beschwert sich während der Fahrt piepsend über die Energiequelle (obwohl er vom Auto mit Strom versorgt wird).
- (-) Nivellieranzeige nur mit Landstrom: Die digitale Wasserwaage funktioniert nur, wenn das externe Stromkabel bereits angeschlossen ist.
- (-) Mangelhafte Verarbeitung (Kühlschrank): Die Frontblende des Kühlschranks hat sich während der Fahrt gelöst und stand heraus.
- (-) Fehlende Abdichtung in der Küche: Zwischen Küchenarbeitsfläche und Kühlschrank fehlt eine Dichtung, wodurch Spülwasser in den Spalt laufen kann.
