Günstig, groß, variabel – aber auch gut?
Günstiger Preiseinstieg ins TI-Segment, viel Platz und Einzelbetten – das vereint der Forster T 745 EB. So schlägt sich der Allrounder im Test.
Als etablierte Marke im bezahlbaren Teilintegrierten-Segment haben sich Forster-Modelle auf Fiat Ducato bewährt. Mit seiner traditionellen L-förmigen Sitzgruppe und außergewöhnlich großzügigen Einzelbetten richtet sich der T 745 EB besonders an hochgewachsene Reisende und bietet genug Platz für kleine Familien. In der Toskana entstehen die Forster-Fahrzeuge – gemeinsam mit Modellen der Marken Elnagh und Mc Louis, die in Deutschland nicht erhältlich sind. Sämtliche Marken und das Produktionswerk gehören zur Trigano-Gruppe.
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Wohnen: klassischer Grundriss
Beim Einstieg empfängt einen zunächst der Wohnbereich. Dort findet sich die seit Jahren bewährte L-förmige Sitzkombination mit Querbank und gegenüberliegendem Seitensitz. Ihre Vorteile zeigen sich schnell: Für Familien oder Paare, die regelmäßig mit vier Personen reisen und das optionale Hubbett nutzen wollen, empfiehlt sich diese Konfiguration. Schnell und unkompliziert lassen sich die hinteren Sitzplätze mit Sicherheitsgurten nutzen, sperriges Zusatzmaterial bleibt zu Hause. Auch bei voller Besetzung funktioniert die Sitzgruppe problemlos.
Möchte man zusätzlich die Fahrerhaussitze in den Wohnraum integrieren, gelingt das im Ducato-Cockpit komfortabel. Zwar lässt sich der großformatige Tisch längs wie quer verschieben, eine Verkleinerung ist jedoch nicht möglich – bei vier Mitreisenden steht er während der Fahrt meist hinderlich im Raum. Ein Hebel am Plattenrand ermöglicht das einfache Lösen und Neupositionieren der Tischfläche.
Küche und Bad mit kleinen Mankos
Kochbegeisterte finden eine kompakte Winkelküche vor. Durch den bewussten Verzicht auf die dritte Flamme bleibt vor dem Herd etwas Arbeitsfläche erhalten, erweiterbar durch die Spülenabdeckung. Weniger durchdacht zeigt sich die Besteckunterbringung: Einen geeigneten Einsatz muss man selbst besorgen, zudem sitzt die Besteckschublade in einem größeren Auszug. Jeder Griff zum Besteck erfordert damit das Öffnen zweier Schubladen. Gegenüber der Küchenzeile steht ein 142-Liter-Absorberkühlschrank mit praktischer Flaschenschublade. Schmale, hochformatige Hängeschränke ergänzen die Schubladen um wertvollen Stauraum. Kleinere Personen erreichen das obere Fach aber nur mit Tritthilfe.
Gegenüber der Küche liegen Bad und Duschbereich. Schlicht, aber funktional präsentiert sich die Ausstattung. Positiv fällt die Kleiderstange in der Dusche auf, die zum Trocknen nützlich ist. Allerdings beeinträchtigt der Radkasten die Bewegungsfreiheit, und statt einer Dachhaube sorgt nur ein Pilzlüfter für Belüftung – mit entsprechend langsamerer Feuchtigkeitsabfuhr. Auch die Beleuchtung könnte kräftiger ausfallen.
Schlafzimmer mit beträchtliche Bettenlänge
Zum Schlafzimmer im Heck trennt lediglich ein Vorhang ab. Beide Einzelbetten verfügen über rund zehn Zentimeter starke Kaltschaummatratzen auf Lattenrosten. Schräg zugeschnittene Fußenden kennzeichnen beide Matratzen. Mit jeweils 1,98 und 2,08 Metern Länge bieten die Betten reichlich Platz – ideal für großgewachsene Paare. USB-A-Ladebuchsen samt passenden Smartphone-Ablagen gehören zur technischen Ausstattung an den Betten. Unverkleidet bleiben die Seitenwände – dort kommt direkt das GfK-Material zum Vorschein statt foliertem Sperrholz.
Optional erhältlich ist ein elektrisch absenkbares Hubbett im Fahrerhaus mit respektablen Liegelängen um zwei Meter, durchaus erwachsenen tauglich dank Lattenrost, allerdings bei einer maximalen Breite von nur 1,33 Metern.
Stauraum
Unterhalb des Hubbetts befinden sich je zwei komfortabel nutzbare Hängeschränke. Kleingepäck findet in der T-Haube Platz. Weitgehend mit Elektroinstallationen belegt ist die rechte Sitztruhe am Einstieg – allenfalls für kleineres Gepäck geeignet. Nur über die Deckelklappe zugänglich, bietet sie weniger Volumen.
Im Schlafbereich hängen zwei Schränke an der Rückwand – die Seitenwände bleiben leer. Gerade für vier Reisende wären zusätzliche Schränke wünschenswert. Immerhin wartet unter dem rechten Bettfußende ein großzügiger Kleiderschrank, erreichbar über Tür und Klapprost. Gegenüberliegend findet sich ein großes Wäschefach, ebenfalls mit zwei Zugangsmöglichkeiten. Darunter ist die Heizungsanlage untergebracht. Beidseitig lässt sich hier zusätzlich zur Fronttür der Lattenrost aufstellen.
Sperriges Reisegepäck verstaut man in der Heckgarage mit etwa 3.000 Litern Fassungsvermögen. Punkten kann Forster mit beidseitig gleich großen Türen und einem isolierten Garagenboden. Allerdings fehlen separate Zubehörfächer. Zur Ladungssicherung dienen vier fest montierte Ösen in den Garagenecken.
Technik
Komplett in GfK gehüllt präsentiert sich die Wohnkabine – inklusive Unterboden. Forsters Aufbauweise kommt ohne Holz aus: Stabiler XPS-Schaum bildet die Isolierung, innen ebenfalls GfK-Verkleidung. Hochwertige Rahmenfenster mit PU-Schaum-Rahmen sind verbaut. Ein Fenster in der angemessen breiten Aufbautür gibt es allerdings erst mit dem nahezu unverzichtbaren Travel-Line-Paket, das auch das große Dachfenster in der T-Haube umfasst.
Bordtechnisch überzeugt Forster mit einem großen 100 Liter fassenden Abwassertank und einer langlebigen Druckpumpe. Bei Batterie und Ladegerät herrscht Standardniveau, der Booster zur Batterieladung während der Fahrt leistet 25 A. Serienmäßig eingebaut ist eine Truma-Combi-Gasheizung mit 4.000 W. Allerdings findet sie ihren Platz unter einem Einzelbett statt in der Sitzgruppe. Nachteilig wirkt sich das durch lautere Gebläsegeräusche in den Heckbetten aus. Zusätzlich erschwert die sehr versteckte Montage des Frostwächterventils im Heizungsfach unter dem Bett die Zugänglichkeit erheblich.
Gelungen ist der Gaskasten: Nebeneinander stehende Flaschen ermöglichen unabhängiges Wechseln. Als Durchschnittsprodukt erweist sich das Kontrollboard zur Überwachung der Füllstände. Positiv: Neben der Spannung zeigt es für die Batterien auch den Füllstand in Prozent an.
Fahren
Die Fiat Ducato Basis des Forster T 745 EB ist gewohnt zuverlässig und angenehm zu fahren. Für zusätzliche 3.510 Euro lässt sich der Motor von den serienmäßigen 140 PS auf bis zu 180 PS aufmotzen und liefert damit mehr Leistung als vergleichbare Basismodelle wie zum Beispiel der Renault Master. In Sachen Schaltung, Fahrverhalten und Geräuschkulisse verliert der Fiat aber zunehmend Boden an das neue Modell der Franzosen.
Hier lesen Sie, wie sich die neue Master-Basis gegen den Platzhirsch von Fiat schlägt.
Preise und Service
Mit 67.180 Euro ist der Grundpreis angesetzt. Hinzu kommen übliche Nebenkosten für TÜV und Zulassung sowie 2.180 Euro für den Transport aus dem italienischen Werk. Anschließend steht das Fahrzeug beim Händler bereit. Verschiedene Ausstattungspakete stehen zur Verfügung, manche davon nahezu unverzichtbar. Besonders das Travel-Line-Paket für 2.790 Euro gehört quasi zur Grundausstattung: Lackierte Stoßfänger, 16"-Alufelgen, graue Außenwände, XL-Tür mit Fenster, Zentralverriegelung und Fliegengitter, Rückfahrkamera, DAB-Radio, Fahrerhaus-Faltverdunkelung, Hubbett, Fahrerhaus-Dachfenster, USB-Buchsen, elektrische Parkbremse und 60-L-Dieseltank sind enthalten.
Empfehlenswert zeigt sich auch das Comfort-Line-Paket für 1.990 Euro mit Markise und Außenanschlüssen für Gas, 230 V und Dusche. Kostspielig wird es beim 180-PS-Motor mit Achtgang-Automatik – hier werden 7.200 Euro Aufpreis fällig. Wintercamper sollten das Winter-Paket für 1.450 Euro in Betracht ziehen: Truma Combi 6E, isolierte Trittstufe, elektrische Fußbodentemperierung sowie isolierter und beheizter Abwassertank gehören dazu.
Für Paare reicht die verbleibende Zuladung von 590 Kilo beim 3,5-Tonner üppig, auch für vier Personen ist sie ausreichend. Bei viel Gepäck und zusätzlichen Extras empfiehlt sich eine Auflastung auf 4,25 bzw. 4,4 Tonnen je nach Motorisierung. Sinnvoll wird sie auch beim optionalen fünften Gurtplatz.
Mit den kaum vermeidbaren Posten samt Nebenkosten erreicht man beim Forster 70.570 Euro.
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Forster T 745 EB: Daten und Preis
- Abmessungen (L x B x H): 7.450 x 2.350 x 2.950 mm
- Gurt-/Schlafplätze: 4-5/4-5
- Zul. Gesamtgewicht: ab 3.500 kg
- Länge: 7,45 m
- Preis: ab 65.000 Euro
- Basisfahrzeug: Fiat Ducato, Flachrahmen, Vorderradantrieb, 103 kW/140 PS bei 3.500/min (Serie), Drehmoment 350 Nm bei 1.400/min, Sechsgang-Schaltgetriebe, Radstand 4.035 mm, Reifengröße 225/75 R 16 CP
- Aufbau: Sandwich-Bauweise, Wände/Dach/Boden GfK, innen ebenfalls GfK, kein Doppelboden, Isoliermaterial XPS, Stärke Wand/Dach/Boden 30/30/54 mm, 4 Kunststoff-Isolierfenster mit PU-Rahmen, 3 Dachhauben, 1 Panorama-Dachfenster, Aufbautür mit Fenster 580 x 1.870 mm, Innenhöhe/-breite 1.915–2.085/2.210 mm
- Bordtechnik: Gas-Gebläseheiz. 4.000 W, 8 Ausströmer (3 x Sitzgruppe, Einstieg, Küche, Bad, Gang, Garage), Blei-AGM-Batterie 95 Ah, Ladegerät 22 A, Booster 25 A, Steckdosen 12 V/230 V/USB-A/-C/Antenne 3/3/5/1/2, Frisch-/Abwassertank 100 (20)/100 L, Druckp., Gasfl. 2 x 11 kg
