Viel Wohnkomfort, kaum Heckgarage
Dieses teilintegrierte Wohnmobil stellt den Wohnkomfort klar über den Laderaum. Unser Test verrät alle Stärken und Schwächen.
Hobby bringt mit dem Maxia T 740 WF einen Grundriss in die Teilintegrierten‑Klasse, der heute selten ist: längs angeordnetes Heckbett, offener Wohnraum und ein Heckbad, das die gesamte Aufbaubreite nutzt. Die These des immerhin 7,4 Meter langen und 2,4 Meter breiten Modells ist einfach: Wohnraum vor Laderaum. Für Paare, die innen leben wollen, ist das Konzept passend. Wer Wert auf eine Fahrradgarage legt, findet innerhalb der Maxia-Baureihe im kürzeren 710 GE das passendere Modell.
Der vordere Wohnbereich weiß mit Großzügigkeit zu überzeugen. Drehbare Vordersitze, Eckbank und ein breites Sofa rechts formen eine generöse Sitzgruppe, in der vier Personen bequem Platz finden; die Tischplatte reicht für drei Gedecke, zu viert wird es eng. Der Tisch lässt sich längs und quer verschieben, drehen und in der Höhe verstellen – Flexibilität, die auch beim Durchgang nützt. Die Stehhöhe von 2,06 m verstärkt das gute Raumgefühl. Die kleine Stufe, die das Niveau von Wohnraum- und Fahrerhausboden überbrückt, stört überraschend wenig. Steckdosen (230 V, USB‑A, USB‑C) liegen gut erreichbar, Ablagen gibt es über Fahrer‑ und Beifahrersitz. Kurz: Wohnkomfort ist hier Designziel und Alltagsnutzen zugleich.
Design und Funktionalität beim Möbelbau
Auffällig und prägend ist der Möbelbau, den sich der Maxia T übrigens mit der gleichnamigen Caravan‑Baureihe teilt: Die Hängeschrankklappen sind leicht konkav gewölbt; die Griffe der Verschlüsse liegen dahinter, sind jedoch schlecht greifbar positioniert, so dass einem die Klappen gelegentlich aus der Hand rutschen. Positiv sind die Soft‑Close‑Beschläge, die sanft schließen. Ein an sich wertiges Detail handwerklicher Sorgfalt mit einem kleinen, aber spürbaren Bedienmanko.
Die Küche ist praktisch L-förmig angeordnet und so relativ kompakt dimensioniert: 100 Zentimeter breit, 54–98 tief und 94 hoch. Das runde Spülbecken ist ausreichend tief. Der Kocher hat mit drei in Reihe angeordneten Flammen für neuere Reisemobile fast ungewöhnlich viele Kochstellen – im Testwagen allerdings ohne elektrische Zündung, die laut Hobby aber Serie ist. Abstellflächen sind vorhanden, etwa ein kleiner Tresen hinter der Rückbank; echte Arbeitsfläche fehlt. Viel Stauraum liefern zwei Hängeschränke (ohne Zwischenböden), drei große Schubladen (eine mit Besteckeinsatz) und ein Unterschrank unter der Spüle; ein offenes Regal für Gewürze ergänzt das Angebot. Gegenüber liegt ein schmaler Absorberkühlschrank von Dometic mit knapp 140 L Nutzinhalt und 12 L Gefrierfach.
Großzügiges Bad im Heck
Fast sensationell großzügig nimmt das Bad im Heck die gesamte Aufbaubreite ein. Der vordere Bereich hat 147 mal 74,5 Zentimeter Grundfläche, dazu kommt eine Dusche von 75 auf 68 Zentimeter. Selbst die reduzierte Stehhöhe dort ist mit 1,97 Meter sehr gut, zumal die Standfläche in der Duschtasse (mit zwei Abläufen) nicht eingeschränkt ist. Die Dusche hat eine eigene Armatur, zwei Ablagen in der Ecksäule und eine zweiflügelige Plexiglasfalttür. Insgesamt gibt es auch im Bad sehr viele Staumöglichkeiten und mehrere Ablagen. Sechs Spots sorgen für helle Beleuchtung. Kritik verdient die Abdichtung des Toilettenschachts außen, die klar verbesserungswürdig ist.
Selten geworden hat das längs eingebaute Doppelbett noch immer seine Berechtigung. Im Maxia kommt es auf 2,00 Meter Länge bei maximal 1,38 Meter Breite. Am Fußende sind jedoch nur noch knapp 90 Zentimeter übrig, und der Einstieg liegt hoch: Menschen mit kurzen Beinen tun sich schwer. Die bequeme Matratze ruht vollflächig auf einem Kunststoff-Lattenrost, der unterschiedlich nachgeben kann und so zonierbar ist. Ebenfalls gut: Am Kopfende gibt es zwei Leselampen, eine Ablage, vier USB‑Ladepunkte und eine 230‑V‑Steckdose.
Moderne Steuerung und Technik
Bordelektrik und Steuerung sind eine echte Stärke des Maxia. Hobby‑Connect regelt via Display oder App Licht und Heizung, zeigt Füllstände von Frisch‑ und Abwasser sowie Batteriezustand an. Serienmäßig ist eine Blei-AGM‑Batterie mit 95 Ah; das Ladegerät liefert 25 A und als Booster sogar 30 A. Nützlich ist auch die integrierte Starthilfefunktion, falls die Starterbatterie mal schwächelt. Die Sicherungen findet man ordentlich beschriftet in der Konsole des Beifahrersitzes. Steckdosen sind praxisgerecht reichlich vorhanden.
Die Wassertanks sind mit je rund 100 Litern klassenüblich dimensioniert, in beiden Fällen isoliert und beheizt. Beim Entleeren des Abwassertanks nützt die Beheizung indes wenig, da das Ablassrohr nicht isoliert ist. Darauf sitzt ein Deckel, der sich nur mit Kraft aufdrehen lässt, was das Ablassen mühsam macht. Und fast immer läuft einem die Brühe dabei über die Hände. Bitte nachbessern!
Großzügiger Stauraum, aber nicht für Fahrräder
Stauraum ist großzügig verteilt. Direkt neben dem Bett steht ein Sideboard mit großer Ablagefläche. Den üppigen Kleiderschrank ergänzen insgesamt neun Hängeschränke. Der Bettkasten ist geräumig, von außen und innen zugänglich und weitgehend technikfrei, daher sehr gut nutzbar. Fahrradtauglich ist er aber nicht, weshalb Räder am Heck transportiert und wegen des hohen Leuchtenträgers sehr weit hochgehoben werden müssen; besonders bei E‑Bikes mühsam. Das begrenzt die Nutzung für Radler stärker als Zuladungsfragen.
Der Maxia steht auf dem Ducato Maxi und wird serienmäßig mit 4,4 t zulässigem Gesamtgewicht ausgeliefert. Das gewährt dem T 740 eine mehr als ausreichende Zuladung von über einer Tonne – volle Punktzahl. Ducato‑typisch sind Fahrverhalten und Bedienung sicher und unkompliziert: Die Federung arbeitet verbindlich straff. Für den Komfort ist die Automatik zuständig, die wie der 180-PS-Motor serienmäßig ist. Die Rückfahrkamera liefert ein scharfes Bild auf den großen Pioneer‑Navi‑Bildschirm, den langen Hecküberhang muss man beim Rangieren freilich im Blick behalten.
Konkurrenzfähige Serienausstattung
Der Maxia gefällt mit seiner umfangreichen Serienausstattung: Top-Antrieb, Voll-LED-Scheinwerfer, Maxi-Chassis, Pioneer-Naviceiver, Rückfahrkamera, Fahrerhaus-Verdunkelung und -Lackierung in Schwarz, das große Dachfenster über den Vordersitzen, solide Rahmenfenster, Markise, smarte Bordtechnik-Steuerung, Ambiente-Beleuchtung und mehr – dafür verlangen andere Marken viel Geld zusätzlich. Der zunächst couragiert wirkende Grundpreis von 92 455 Euro erweist sich deshalb unter dem Strich als de facto überaus konkurrenzfähig. Das abschließende Lob für die ungewöhnliche Preistransparenz hat sich Hobby redlich verdient.
Technische Daten des Hobby Maxia
- Gurte/Schlafplätze: 4/2
- Zul. Gesamtgewicht: 4400 kg
- Länge/Breite/Höhe: 7,41/2,40/2,88 m
- Grundpreis ab: 92 455 Euro (Mj. 2027)
Auf- und Ausbau: Sandwich-Bauweise, PU-Verstärkungen, außen Alu, Dach/Boden GfK, innen foliertes Sperrholz, Isoliermaterial Wand/Dach/Boden EPS/EPS/XPS, Wandstärke Wand/Dach/Boden 34/34/42 mm, 4 Kunststoff-Isolierfenster mit Alu-Rahmen, 3 Dachhauben, 1 Panorama- Dachfenster.
Bordtechnik: Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 6, 11 Ausströmer (6 x Sitzgruppe, Einstieg, 2 x hinterer Gang, 2 x Bad, Abwassertank), Wasseranlage: Frisch- und Abwasserschläuche, Tauchpumpe.
Basisfahrzeug: Fiat Ducato, Flachrahmen, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2184 cm3, Leistung 132 kW/180 PS bei 3500/min, Drehmoment 450 Nm bei 1500/min, Achtgang-Automatikgetriebe.
Preise und Ausstattung
- Grundpreis: 92.728 Euro (Fiat Ducato 40 L, Motor 132 kW/180 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II
- Testwagenpreis: 93.116 Euro.
✘ 180-PS-Motor/Automatikgetriebe: Serie.✘ ✔ Maxi-Chassis mit 4,4 t zGG: Serie.✘ ✔ Teppichboden im Wohnraum (10 kg): 388 Euro.Gas-Backofen (16 kg): 808 Euro.Bettumbau für Sitzgruppe (2 kg): 340 Euro.✔ Lithium-Batterie, 100 Ah, Super B (-15 kg): 1.607 Euro.✔ LTE/WLAN-Router mit Dachantenne, 22‘‘-Smart-TV inkl. Tuner und Fernseherauszug (7,5 kg): 1.684 Euro.
✘ im Testwagen enthalten; ✔ empfehlenswert
Das fiel uns auf
(+) Umfangreiche Assistenz bis hin zum adaptiven Tempomat ist bereits serienmäßig an Bord.
(+) Der serienmäßige Auszug erleichtert den Flaschenwechsel – an beide kommt man so gut ran.
(+) Die Latten haben unterschiedliche Härtegrade und lassen sich durch Schieber noch feinjustieren.
(+) (-) Die Klappen sind modern grifflos geformt, die Verschlüsse lassen sich aber schlecht greifen.
(-) Auch Hobby sollte mehr Sorgfalt auf die Abdichtung des Toilettenschachts verwenden.
(-) Die Gas-Absperrventile sind unter der Spüle nur in gebückter Körperhaltung erreichbar.
