Brompton G-Line im Praxistest
Brompton wird erwachsen: Mit 20- statt 16-Zoll-Rädern wird aus dem Falt-Klassiker ein Tourenrad, das auch Schotter verträgt.
Das G-Line ist das erste Brompton-Faltrad mit 20-Zoll-Rädern und Scheibenbremsen. Dadurch bietet es ein deutlich anderes Fahrerlebnis als mit den sonst bei Brompton üblichen 16-Zoll-Laufrädern. Verzögert wird mit Tektro-Stoppern, die in 140-mm-Scheiben beißen. Sie sind sehr gut dosierbar und im Alltag ohne kilometerlange Downhills vollkommen ausreichend. Die Bremshebel fassen sich hochwertig an und sind ergonomisch gut geformt.
Mit der langen Sattelstütze sitzen auch Menschen mit über 1,90 Meter Größe gut auf dem G-Line in Größe L. Insgesamt ist die Ergonomie ausgewogen und bequem: Griffe und Sattel passen und sind individuell konfigurierbar.
Brompton G-Line
- Laufradgröße: 20 Zoll
- Schaltung: Shimano Alfine Nabenschaltung, 8 Gänge
- Gewicht: 14 kg
- Größe: Verfügbar in S, M & L
- Preis (UVP): ab 2.695 Euro
Shimano-Alfine-Schaltung im Praxistest
Die Nabenschaltung kommt aus der Alfine-Gruppe von Shimano. Die acht Gänge schalten sauber, der Schalthebel hat allerdings ein wenig Spiel – das passt nicht ganz zu den wertigen Bremshebeln. Die Abstufung der acht Gänge ist recht wenig gespreizt. Schnell tritt man im letzten ins Leere und am Berg ist der erste Gang oft zu lang.
Im Testumfeld Stuttgart musste an manchen Steigungen dann doch geschoben werden. Das Gewicht ist dabei zu verschmerzen: Rund 14 Kilo sind für ein Faltrad in Ordnung, und so lässt es sich eine Treppe hinauftragen oder in den Stauraum verfrachten.
Der Stahlrahmen und seine Gelenkverbindungen sind sehr stabil. Auch bei höherem Tempo bleibt das Rad sicher – dazu trägt die Schwalbe-G-One-Bereifung bei. Das Besondere am Falten bei Brompton: Das Hinterrad wird unter den Rahmen geschwenkt, dadurch wird das gefaltete Rad sehr kompakt.
Wie schlägt sich das G-Line im Alltag?
Auch bei der G-Line funktioniert das zuverlässig. Anschließend wird der Vorderbau zur Seite geschwenkt, der Lenker nach unten geklappt und über eine Klemmkugel arretiert. Das funktioniert gut, braucht aber (zumindest beim Tester) etwas Übung, bis die Handgriffe sicher sitzen.
Zusammengefaltet steht das Rad auf vier kleinen Rollen am Gepäckträger, über die sich das Paket schieben lässt. Damit beim Faltvorgang die Kette nicht abspringt, verfügt das Rad über einen Kettenspanner.
Beim fabrikneuen Testrad wirkte der Antrieb zunächst etwas zäh, lief sich dann aber ein. Besonders spritzig ist das G-Line trotz des steifen Rahmens nicht.
Schweißnähte, Gelenke und Klemmen sind sehr wertig. Die G-Line gibt es in drei Größen und sie startet bei 2.695 Euro – für ein Rad ohne E-Antrieb ein stolzer Preis, der sich mit diversen Anbauteilen noch steigern lässt. Trotzdem ist sie für Pendler und Camper eine klare Empfehlung, vor allem dort, wo ein möglichst kompakt gefaltetes Rad gefragt ist. Entfaltet ist es vor allem in urbanen Gebieten mit moderaten Steigungen ein spaßiger und flotter Begleiter für jeden Tag.
Das fiel uns auf
- (+) Dank der langen Sattelstütze eignet sich das G-Line auch für große Personen bis über 1,90 Meter
- (+) Gute Verarbeitung: Die Schweißnähte, Gelenke und Klemmen machen einen hochwertigen Eindruck
- (+) Gefaltet ist das Rad sehr kompakt und lässt sich auf Rollen als Koffer ziehen
- (+) (-) Der Kettenspanner verhindert ein Abspringen der Kette, frisst allerdings Kraft beim Fahren
- (-) Der stolze Preis von 2.695 Euro kann durch Anbauteile noch steigen
