Egal ob Sprungkuppen, Kompressionen oder Highspeed-Kurven –
trotz ambitionierter Gangart vermittelt der Audi R8 V10 Plus auf
der Nordschleife schnell Vertrauen.
Man merkt dem Audi R8 V10 Plus förmlich an, wie viele
Entwicklungsrunden er auf der Nordschleife gedreht hat. Im
Vergleich zu seinem Auftritt in Hockenheim überzeugt er am Ring mit
noch neutralerem Fahrverhalten im Grenzbereich.
Der Allradantrieb wurde neu entwickelt. Statt einer
Viscokupplung im ersten R8 sorgt nun eine hydraulisch gesteuerte
Lamellenkupplung innerhalb weniger Millisekunden für die variable
Verteilung der Antriebsmomente auf Vorder- und Hinterachse.
Was lange währt, wird endlich gut: Während im ersten R8 die
Sitze viel zu hoch montiert waren, überzeugt der Nachfolger mit
seinen serienmäßigen Schalensitzen. Neben gutem Seitenhalt punktet
die tiefe Position.
Der Audi lässt sich dank seinem Multifunktionslenkrad leicht
bedienen. Der Fahrer kann dabei die Hände beruhight am Lenkrad
lassen und muss sich nicht blind durchs Cockpit tasten.
Abstimmung über das Multifunktionslenkrad: Neben der
Fahrdynamik-Regelung Audi Drive Select mit den vier Modi "comfort",
"auto", "dynamic" und "individual" verfügt der R8 V10 Plus auch
über den so genannten Performance Mode mit den Modi "snow", "wet"
und "dry".
An Vorder- und Hinterachse kommen neue Querlenkerlager zum
Einsatz. Fahrwerksseitig trägt der Audi R8 V10 Plus straffere
Federn und Dämpfer als der Basis-V10.
In der Nordschleifen-Bestenliste von 7:32 Minuten lässt der
Mittelmotor-Novize nicht nur seinen direkten Vorgänger deutlich
hinter sich, sondern auch namhafte Kurvenhelden.
Anders als sein Vorgänger kann der neue Audi V10 Plus auf dem
verwinkelten Streckenlayout des Kleinen Kurses von Hockenheim mit
seiner Lenkung und seinem Einlenkverhalten überzeugen.
Eine Tendenz zum Untersteuern, die sich allerdings auf
akzeptablem Maß bewegt, ist geblieben. Speziell im
Performance-Modus glänzt der Allradler mit hervorragender Traktion
unter Last.
Für die gelungene Abstimmung des neuen Performance-Modus
spricht, dass auch bei komplett deaktiviertem ESP keine schnellere
Rundenzeit erreicht werden konnte.
Die 610 PS verfehlt der R8 um 31 PS bzw. 5,1 Prozent. Mit
gemessenen 548 Nm bei knapp 6.700/min fehlen zwölf Nm zur
Werksangabe. Die max. Toleranz des Prüfstandes beträgt zwei
Prozent. Addiert man den Toleranzbereich des Herstellers, liegt das
Ergebnis im Rahmen.