Korea bringt neuen Diesel-Pick-up
Der neue Diesel-Pick-up kommt im Frühsommer 2026 zu den Händlern der koreanischen Marke.
Der KGM Musso bekommt eine fast vollständig neue Karosserie und weitere Updates. Wir konnten mit dem neuen Pick-up schon auf eine erste Probefahrt gehen – auch abseits der Straße.
KGM, ein auf SUV und Geländewagen spezialisierter südkoreanischer Autohersteller, setzt die Erneuerung seines Modellprogramms fort. Unter neuer Eigentümerstruktur und nach dem Wechsel des Markennamens von SsangYong zu KGM (KG Mobility) startet in diesem Jahr die neue Generation des Diesel-Pick-ups Musso . Er wird auch in Zukunft parallel zum 2025 eingeführten elektrischen Musso EV, der auf einer SUV-Basis aufbaut, im Angebot sein. Mit robuster Leiterrahmen-Konstruktion, zuschaltbarem Allradantrieb und der hohen Anhängelast von 3,5 Tonnen sind Musso und der längere Musso Grand mit Dieselmotor die Arbeitstiere im KGM-Programm.
Mehr als ein Facelift
Das gilt auch die Zeit nach der Überarbeitung, die weit über ein klassisches Facelift hinausgeht. Bis auf das Dach und die vorderen Türen sind alle Karosserieteile erneuert worden. Anstelle des bisherigen Charakters mit Rundungen an der Front und betonten Radhäusern bestimmen jetzt geometrische Formen und eine steile Front das Design. LED-Leuchten für Tagfahrlicht und Blinker rahmen die tieferliegenden Hauptscheinwerfer ein, auf der Motorhaube wurde der Modellname anstelle eines Markenlogos aufgeklebt. Seine Herkunft zeigt der Musso in Form großer KGM-Buchstaben erst am Heck. Das einzige extravagante Gestaltungselement sind die vertikalen Reflektoren an den Radlaufverkleidungen.
Die Karosserie wuchs in der Länge um 5,5 Zentimeter. Der KGM Musso Grand ist jetzt 5,46 Meter lang. Wie bisher streckt er sich, im Vergleich zum Musso ohne Zusatznamen, um 31 Zentimeter bei einem elf Zentimeter längeren Radstand. Die Ladefläche ist 1,61 Meter lang (1,30 Meter beim kurzen Musso) und 1,57 Meter breit – inklusive der Ausbuchtungen für die Radkästen. Trittstufen im hinteren Stoßfänger, LED-Beleuchtung und acht statt bisher vier Verzurrösen erweitern die Ladekompetenz. Beide Karosserievarianten fahren, wie gewohnt, als Doppelkabine vor.
Im Gegensatz zum deutlich anderen Exterieur wurden im Innenraum nur Details geändert. Ein dritter Dreipunkt-Gurt für den Mittelplatz und zwei USB-C-Anschlüsse erhöhen Sicherheit und Komfort im Fond. Die Bedienung der Zweizonen-Klimaautomatik wird mit Drehreglern für Temperatur und Luftstrom erleichtert. Eine elektrische Parkbremse mit Taste in der umgestalteten Mittelkonsole ersetzt den klassischen Hebel, neu ist hier zudem eine Ablagefläche mit induktiver Ladefunktion für ein Smartphone. Apple CarPlay und Android Auto lassen sich künftig ohne Kabelverbindung nutzen. Die Anzeigen dafür und für alle weiteren Infotainment-Funktionen werden auf dem bekannten 12,3-Zoll-Display mit Touchscreen-Funktion präsentiert. Zu den weiteren Änderungen gehört das Multifunktionslenkrad mit KGM-Logo im Pralltopf.
So fährt sich der neue Musso
Unter der hohen Haube steckt der bekannte Vierzylinder-Turbodiesel mit 2,2 Litern Hubraum und einer Leistung von 202 PS. In Verbindung mit der optionalen Sechsstufen-Automatik von Zulieferer Aisin entwickelt der Selbstzünder ein Drehmoment von 441 Newtonmetern im Drehzahlbereich von 1.600 bis 2.600/min. Diese Kraft hilft nicht nur beim Ziehen eines Anhängers oder beim Auskosten der Nutzlast von rund einer Tonne, sondern auch beim Fahren abseits befestigter Straßen. Dafür schalten wir per Drehregler zwischen den Vordersitzen den Allradantrieb zu, jetzt arbeitet die Vorderachse mit. Die Geländeuntersetzung ist beim ersten Fahrtermin nicht nötig, wir dürfen den neuen KGM Musso Grand in einem Kieswerk ausprobieren.
Beim Überfahren von Kuppen hilft die vergrößerte Bodenfreiheit, die für einen besseren Rampenwinkel (30,9 statt 19,5 Grad beim Musso Grand) sorgt. Die große Schar der Newtonmeter lässt sich über das Gaspedal gut dosieren, auch auf matschigem Untergrund. Beim Rangieren mit starker Verschränkung fällt die Ruhe im Auto positiv auf. Nichts knarzt oder knistert. Das spricht für eine hohe Steifigkeit der Karosserie und die passgenaue Verarbeitung der Materialien im Innenraum.
Nachdem wir in der Wasserdurchfahrt den gröbsten Schmutz aus Radkästen und Reifenprofil gespült haben und der Hinterradantrieb aktiviert wurde, geht es raus auf die Straße. Mit Blattfedern an der Hinterachse (der kurze Musso hat eine fünffach gelagerte Hinterachse mit Schraubenfedern) ist der Pick-up natürlich kein flauschiges Komfort-Wunder. Der Fahrkomfort liegt aber, verglichen mit Pick-up-Konkurrenten gleicher Bauart, auf einem guten Niveau. Dabei hilft auch der 3,21 Meter lange Radstand des Koreaners.
Marktstart im Frühsommer
Bei den Händlern der Marke KGM wird das neue Pick-up-Doppel Musso / Musso Grand im Frühsommer ankommen. Die Zahl der Ausstattungslinien wird mit dem Modellwechsel von vier auf zwei reduziert. Neben dem Grundmodell Core steht die Variante Lux mit mehr Komfort-Extras zur Wahl. Wie bisher kann man die Automatik als Alternative zum manuellen Sechsgang-Getriebe als Option bestellen und die Länge der Karosserie wählen.
Preise für den neuen Musso sind noch nicht bekannt. Sie dürften leicht über denen des bisherigen Modells liegen, das zuletzt ab 38.990 Euro in Konfigurator und Preisliste stand. Wir rechnen mit einem Einstieg bei etwa 41.000 Euro. Die Neuwagengarantie läuft über den Zeitraum von fünf Jahren ab Erstzulassung bis zu einer Laufleistung von 150.000 Kilometern.
