Der neue Dacia Spring ist deutlich erwachsener geworden und steht jetzt auf einer komplett neuen Plattform.
Der neue Dacia Spring ist deutlich erwachsener geworden und steht jetzt auf einer komplett neuen Plattform.
Vor allem aber wird der Spring künftig in Europa gebaut. Die Produktion erfolgt gemeinsam mit dem Renault Twingo im slowenischen Novo Mesto.
Die rumänische Renault-Tochter plant bis 2030 insgesamt vier neue reine Elektromodelle. Nach dem Spring dürfte der elektrische Sandero folgen, ein Duster-Ableger gilt ebenfalls als wahrscheinlich.
Der neue Spring basiert auf der Konzernplattform RGEV SMALL beziehungsweise AmpR Small. Mit 3,85 Metern Länge, 1,74 Metern Breite und 1,52 Metern Höhe ist er deutlich größer und vor allem wesentlich breiter als sein Vorgänger.
Der Radstand beträgt 2,49 Meter. Gegenüber dem alten Spring wächst die Breite um 18 Zentimeter, was für einen deutlich satteren und erwachseneren Auftritt sorgt.
Dass er eng verwandt mit dem kürzlich präsentierten Renault Twingo ist, sieht man ihm vor allem im Profil an. Trotzdem steht er höher und aufrechter auf der Straße, eher wie ein Mini-SUV. Und der neue Spring ist rund sechs Zentimeter länger als der Renault Twingo.
Die höhere Fronthaube und die unlackierten Kunststoffflächen an den Stoßfängern sollen den typisch robusten Dacia-Look erzeugen.
Dazu setzen weitere schwarze Elemente Kontraste. Ein schwarzer Streifen trennt das Dach optisch von der Karosserie und findet sich mit seinem geometrischen Muster auch im Innenraum wieder.
Auch bei den Farben bleibt Dacia zurückhaltend. Für den neuen Spring stehen vier Lackierungen zur Wahl: Agave (grünblau), Schiste Grey, Diamond Black und Glacier White.
Passend zum satten Auftritt gibt es jetzt stattlichere 15- oder 16-Zoll-Räder. Der bisherige Spring rollt meist auf 14-Zoll-Rädern.
Nicht nur äußerlich merkt man dem Spring seinen Größenzuwachs an. Auch die erste Sitzprobe fällt überraschend luftig aus.
Sitz und Lenkrad lassen sich ausreichend in alle Richtungen verstellen, und die Bewegungsfreiheit ist für zwei Erwachsene viel besser als im bisherigen Spring.
Das Cockpit des Neuen ist horizontal gestaltet und mit überraschend edlen Softtouch-Elementen auf dem Armaturenträger versehen.
Je nach Ausstattung gibt es ein 7-Zoll-Fahrerdisplay und einen 10-Zoll-Bildschirm in der Mitte. Vor allem beim Platzangebot macht die zweite Generation einen deutlichen Schritt. Im Fond stehen 11,4 Zentimeter Kniefreiheit zur Verfügung.
Auch beim Infotainment verfolgt Dacia einen möglichst einfachen Ansatz. Bereits in der Ausstattung Expression gehört Media Control zum Serienumfang.
Das System lässt sich über Tasten am Lenkrad bedienen und zeigt unter anderem Medieninformationen und Telefonanrufe im digitalen Fahrer-Display an.
In der Ausstattung Journey kommt serienmäßig Media Nav Live zum Einsatz. Das System nutzt einen 10,1 Zoll großen Touchscreen und unterstützt die drahtlose Verbindung mit Apple Carplay und Android Auto.
Assistenzsysteme lassen sich über einen echtgen Knopf verwalten.
Sogar die Luftausströmer sind in Dacia-Form designt.
Einfache Bedienung und echte Schalter und Knöpfe gehören zum erfolgreichen Dacia-Konzept.
Ergänzend bietet Dacia weiteres Zubehör für Innenraum und Kofferraum an. Dazu gehören unter anderem ein Organizer für die Mittelkonsole, rutschfeste Matten, eine gepolsterte Mittelarmlehne mit Stauraum sowie variable Trennwände für die Mittelkonsole.
Für den Kofferraum sind unter anderem Matten aus 50 Prozent recyceltem Gummi und ein modulares Easyflex-System erhältlich. Auch Türschutzleisten und Schmutzfänger gehören zum Programm.
Hinten gibt es nur Ausstellfenster.
Der Kofferraum fasst 337 Liter und kann bei umgelegter Rückbank bis zu 1.283 Liter aufnehmen.
Damit bietet der Spring mehr Stauraum als der Twingo, allerdings ohne dessen verschiebbare Rückbank.
Und ja – endlich gibt es auch das Dacia-eigene YouClip-System im Spring, das die Befestigung verschiedener Zubehörteile an unterschiedlichen Stellen im Auto ermöglicht.
Unter der Fronthaube befindet sich dafür zusätzlich ein 18 Liter großes Staufach – etwa fürs mitgelieferte Ladekabel (Mode-3). Einen solchen Frunk bietet der Twingo nicht. Weitere 20 Liter will Dacia in Ablagen und Fächern im Innenraum versteckt haben.
Beim Antrieb bleibt Dacia bewusst zurückhaltend. Der neue Spring kommt mit einem 60 kW starken Elektromotor und einer 27,5 kWh großen LFP-Batterie. Die rund 80 PS und maximal 175 Newtonmeter Drehmoment reichen übrigens, um den Kleinen in 12,1 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen – und für eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h.
Die Reichweite des Neuen soll nun bei rund 250 Kilometern nach WLTP liegen. Das immer noch geringe Batterievolumen ist Teil des Konzepts. Dacia strebt ein Fahrzeuggewicht von lediglich 1.212 Kilogramm an und gibt einen Verbrauch von 12,7 kWh/100 km an.
Im Normalfall wird er nachts über eine normale (gut abgesicherte) Haushaltssteckdose geladen. Potentere Lade-Extras für Reisewillige kosten einen Aufpreis.
Optional gibt es ein Ladepaket mit 11 kW dreiphasiger AC-Ladeleistung und 50 kW DC-Schnellladen. Damit soll sich die Batterie an einer geeigneten AC-Ladesäule in weniger als zwei Stunden laden lassen. Am Schnelllader dauert der Sprung von 10 auf 80 Prozent rund 30 Minuten. Ebenfalls verfügbar ist bidirektionales Laden. Über V2L kann der Spring Energie an externe Geräte abgeben, während V2G perspektivisch auch die Rückspeisung ins Stromnetz ermöglicht.